Bad Homburg (hw). Der Magistrat der Stadt Bad Homburg hat dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, im Bereich der ehemaligen Grenze zwischen Kirdorf und Bad Homburg ein Informationsschild anzubringen. Das Schild soll, die Zustimmung der Gremien vorausgesetzt, an einem bereits vorhandenen Schilderpfosten nahe dem historischen Standort befestigt werden.
Hintergrund ist das Verschwinden eines historischen Grenzsteins, der bei Neubauarbeiten auf dem ehemaligen Borig-Grundstück an der Ecke Kirdorfer Straße/Höhestraße vor einigen Jahren spurlos verloren ging. Die Stadtverordnetenversammlung hatte daher im Juli vergangenen Jahres beschlossen, am früheren Standort des Grenzsteins eine würdige Form des Gedenkens zu ermöglichen. Der Magistrat wurde beauftragt zu prüfen, ob ein Replikat des Steins oder alternativ eine Gedenktafel aufgestellt werden kann. Diese Prüfung erfolgte in enger Abstimmung zwischen dem Kirdorfer Geschichtsverein und der städtischen Verwaltung.
Im Ergebnis zeigte sich, dass die Aufstellung eines Replikats des Grenzsteins nicht realisierbar ist. Der notwendige Standort im Gehwegbereich würde zu einer Verengung der Gehwegbreite und zu einer möglichen Stolpergefahr führen. Auch das Einlassen einer beschrifteten Platte in das bestehende Pflaster wurde vom Geschichtsverein abgelehnt. Eine Platzierung auf angrenzenden Privatflächen kam aufgrund der Eigentums- und Platzverhältnisse ebenfalls nicht infrage.
Als praktikable und zugleich zurückhaltende Lösung wurde daher ein dezentes, weißes Informationsschild im Format DIN A4 mit schwarzer Beschriftung vorgeschlagen. Dieses soll an dem vorhandenen Pfosten mit den Straßennamenschildern „Kirdorfer Straße“ und „Höhestraße“ in einer Höhe von mindestens zwei Metern angebracht werden – in unmittelbarer Nähe zum ursprünglichen Standort des Grenzsteins. In Abstimmung mit dem Kulturamt der Stadt sowie dem Kirdorfer Geschichtsverein wird folgende Beschriftung empfohlen: „An dieser Stelle stand der letzte Grenzstein zwischen den Landgemarkungen Kirdorf und Homburg vor der Höhe. Der 1820 aus Sandstein errichtete Grenzstein verlor mit der Eingemeindung der Landgemeinde Kirdorf in die Stadt Bad Homburg im Jahr 1902 seine Funktion als Grenzmarkierung und stand hier noch bis 2020.“
Mit der Tafel wird der historischen Bedeutung des Grenzsteins Rechnung getragen und zugleich ein sichtbares Zeichen zur Erinnerung an die Stadtgeschichte Bad Homburgs sowie an die Entwicklung Kirdorfs gesetzt.