Gefrorener Riesling und heiße Rhythmen

Umringt von deutschen Weinprinzessinnen und -königinnen feiert Michael Schönmann aus Friedrichsdorf, der als Erster in Wein aufgewogen wird, seinen Gewinn. Foto: fch

Bad Homburg (fch). Die Wettervorhersage für die Kurstadt lautete „99 Prozent Wein“. Sie wurde beim 33. Weinfest voll erfüllt. Von Freitag bis Sonntag war die Innenstadt fest in der Hand von Wein- und Musikliebhabern. Die Speisen- und Getränkeauswahl an den rund 70 Ständen der Winzer und Gastronomen war groß. Musikalisch umrahmt wurde die Open-Air-Veranstaltung bei hochsommerlichen Temperaturen von Musikern und Bands auf vier Bühnen.

Der Nachwuchs kam beim bunten Rahmenprogramm mit Theater- und Zauberaufführungen, Bastel- und Verkleide-Aktionen, Jonglage und Kinderschminken auf seine Kosten. Shoppingliebhaber konnten am verkaufsoffenen Sonntag ihrem Hobby nachgehen. Royalen Glanz verbreiteten bei der Eröffnung zahlreiche Weinprinzessinnen und Weinköniginnen. Die Vielfalt der deutschen Weinanbaugebiete präsentierten Katharina Schmidt, Weinprinzessin aus Franken 1985, Carolin Meyer, 64. Fränkische Weinkönigin, Christina Schött, Pfälzische Weinprinzessin, Carolin Hillenbrand, Gebietsweinkönigin der Hessischen Bergstraße, Denise Wagner, Weinprinzessin Mosel, Ellen Kneip, Rheinhessische Weinprinzessin, und Katharina Bausch, die 68. Rheingauer Weinkönigin.

Oberbürgermeister Alexander Hetjes rief die Louisenstraße zum „Zentrum der Rebe“ aus. Glücksfee Sabine Schmax von der Taunus Sparkasse zog an allen drei Weinfesttagen jeweils einen Gewinner des Gewinnspiels „Aufwiegen in Wein“. Der Erste, dem diese Ehre zuteil wurde, war Michael Schönmann aus Friedrichsdorf-Köppern. Er konnte sein Gewicht in Form von Weiß-, Rot- und Weinen aus dem Burgenland in Flaschen mit nach Hause tragen.

Seltene Weinrarität

Beim Bummel entlang der Weinstände konnten die Besucher viele Entdeckungen machen. Da gab es zum Probieren und Genießen außer zahlreichen Weinspezialitäten auch gefrorenen Riesling und exotische Cocktails sowie eine große Auswahl an alkoholfreien Getränken. Ihre Premiere auf dem Weinfest feierten mit einem Weinstand die Mitglieder des Rotary Clubs Bad Homburg-Schloss. Der amtierende Präsident Johannes Verheesen und Incoming-Präsident Jürgen Seibert kredenzten mit den Clubmitgliedern erlesene Weine aus dem Pfälzer Weingut von Markus Schneider. Zudem schenkten die Rotarier eine von einem rotarischen Freund spendierte seltene Weinrarität aus. In der 1,5-Liter-Flasche befand sich ein edler Bordeaux der Marke Chatêau Paloumey 2001 aus dem Haut-Medoc. „Die Erlöse aus unserem Weinausschank kommen dem ‚Lerncamp Marburg‘ zugute. Das Projekt fördert sozial benachteiligte Jugendliche in der Region. Dazu gehören Aktivitäten wie ein Zeltlager als ‚Urlaubsersatz‘ oder eine Förderung zur Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss“, informierten die Clubmitglieder. Neu in diesem Jahr auf der Weinfestmeile war die Weinfest-Lounge auf der unteren Louisenstraße. Hier sorgte ein DJ aus Ibiza für Partysound. Außer Weinen aus dem Rheingau, Rheinhessen und Italien konnten die Besucher Rum-Cocktails, Gin- und Kaffee-Spezialitäten genießen. Ebenso groß und vielfältig wie das Getränke- und Imbiss-Angebot war die musikalische Bandbreite.

Die Bernd Schütz Band spielte Schlager aus fünf Jahrzehnten, die Wiesbadener Männer-WG von Lehrer Tilman Jerrentrup präsentierte stimmgewaltig Klassiker der 20er- und 30er- Jahre. Mit Jazz und Latin unterhielt die Band „Swinging Soul“ das Weinfestpublikum, während die „Bobcats“ Boogie Woogie und deutsche Schlager und die Gruppe „Rabaz“ Blues und Country spielten, um nur einige Bands zu nennen.

Für Aufsehen in der Fußgängerzone sorgten in schicke bayerische Trachten gekleidet zwei Alphornbläser. Susanne und Josef aus Bad Homburg präsentierten voller Stolz ihre imposanten Musikinstrumente. Die sind jeweils sechs Kilogramm schwer und 3,86 Meter lang. Wie die Alphörner klingen, konnten zuvor Besucher ihres Konzerts in der Marienkirche bei Stücken wie dem „Allgäuer Hirtenruf“, „Gloria“ oder dem, „Engelberger Echo“ hören. Mit Rücksicht auf die Musiker und Bands in der Innenstadt musste sich das Publikum auf der Louisenstraße mit Schauen begnügen.

Das umfang- und abwechslungsreiche Angebot auf dem Weinfest ließ keine Wünsche offen und wurde dem Slogan „Erleben, einkaufen und genießen in Bad Homburg“ gerecht.

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