Stolperstein-Reinigung nach antisemitischer Schmiererei

Viele Bürger, darunter Wolfram Juretzek, Oberbürgermeister Alexander Hetjes und Rabbiner Shalom Rabinovitz,waren zum Agnon-Denkmal gekommen, wo Lutz Neumeier, Enkel von Ludwig Neumeier, mit bewegenden Worten an das Schicksal seines Großvaters erinnerte, der 1944 im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Bad Homburg (hw). In Bad Homburg hatten in der vergangenen Woche unbekannte Täter mit einem linksdrehenden Hakenkreuz den „Stolperstein“ für den ehemaligen Bad Homburger Anwohner Ludwig Neumeier auf dem Bürgersteig der Kaiser-Friedrich-Promenade geschändet. Die Polizei hatte den Schandfleck daraufhin mit schwarzer Farbe übersprüht und Ermittlungen eingeleitet.

Schüler der drei Bad Homburger Schulen Kaiserin-Friedrich- und Humboldt-Gymnasium sowie der Maria-Ward-Schule, waren –unterstützt von ihren Lehrern – der Einladung vom Stolperstein-Initiator Wolfram Juretzek gefolgt – er hatte dazu aufgerufen, im Angedenken an Ludwig Neumeier öffentlich zu demonstrieren und die Steinoberfläche wiederherzustellen.

Am Montag Mittag hatten sich dann rund hundert Bürger, Politiker und Kirchenvertreter sowie Mitglieder der Initiative Stolpersteine Bad Homburg e.V. vor dem Agnon-Denkmal hinter der russischen Kirche getroffen und sich dem Aufruf zur Demonstration angeschlossen. Nach nachdenklichen Worten von Wolfram Juretzek und Oberbürgermeister Alexander Hetjes sowie Rabbiner Shalom Rabinovitz ging die Gruppe zum Tatort, wo die Schüler den beschmierten Stein reinigten.

Lutz Neumeier, der Enkel von Ludwig Neumeier, erinnerte vor dem Agnon-Denkmal mit bewegenden Worten an seinen 1944 im KZ Auschwitz von den Nationalsozialisten getöteten Großvater.

Schüler der Bad Homburger Schulen reinigen den beschmierten Stolperstein für Ludwig Neumeier auf der Kaiser-Friedrich-Promenade.Fotos: Bernd Primke

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