Volt Hochtaunus präsentiert schulpolitisches Programm

Bad Homburg (hw). Bei der Wahl des Kreistags am Sonntag, 15. März, werden für die nächsten fünf Jahre die Weichen gestellt, wie sich die Schullandschaft im Hochtaunus weiterentwickeln soll. Die Partei Volt präsentiert hierfür ein Programm mit Fokus auf den Schutz der Gesundheit der Schüler, sowie Schülerbeteiligung.

Mit Blick auf die 10.000 Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren im Kreis heißt es im Wahlprogramm: „Besonders die psychische Gesundheit dieser Altersgruppe hat unter den großen Herausforderungen und Einschnitten der Covid-Pandemie sowie dem Klimawandel gelitten. Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz sind lang und die übrigen Hilfesysteme sind chronisch überlastet.“

Die von der Bundespolitik geschaffenen Lücken möchte Volt mit einer langfristigen Finanzierung und Ausweitung von Hilfs- und Beratungsstellen für Schülerinnen und Schüler schließen. Besonders im Auge hat man dabei das Anti-Mobbing-Netzwerk: Erst im Oktober 2025 hatte auch der Kreisschülerrat des Hochtaunus unter der Überschrift „Der Schutz unserer Kinder darf nicht zum verzichtbaren Budgetposten werden“ eine langfristige Finanzierung von 1,5 Vollzeitstellen durch den Kreis gefordert. Fiona Byrne, schulpolitische Sprecherin von Volt Hochtaunus und Listenplatz 2 für den Kreistag, kommentiert: „Wir müssen die bestmögliche Unterstützung für Kinder und Jugendliche im Hochtaunus schaffen. Dazu gehört ein starker Fokus auf die psychischen Herausforderungen, die die junge Generation besonders hart treffen.“

Doch neben der psychischen Gesundheit möchte Volt auch die körperliche Gesundheit der Schüler besser schützen. „Jeden Herbst werden Schulen zu Infektionsherden“, stellt Tobias Raum fest, Listenplatz 1 für den Kreistag bei Volt. „In Büroräumen sind Luftfilter zur Infektprävention längst Standard. Die Schulen hinken hier deutlich hinterher, und das wollen wir ändern.“ Neben Luftfiltern sollen moderne Lüftungsanlagen durch Klimaanlagen auch angemessene Temperaturen in den Klassenzimmern sicherstellen, gerade an den immer heißer werdenden Sommertagen. Erst im Dezember hatte der Grundschülerrat des Hochtaunus darauf aufmerksam gemacht, dass im Sommer aufgrund der Hitze in den Klassenzimmern „Konzentration kaum noch möglich“ sei. Allgemein möchte Volt die Schülerbeteiligung stärken und eine bessere Zusammenarbeit des Kreistages mit dem Kreisschülerrat erwirken. Insbesondere soll der Kreisschülerrat ein permanentes Rederecht im Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Freizeit des Kreistags erhalten. Zudem möchte Volt Schülerbudgets einrichten, über die sich die Schüler auf demokratischem Wege selbst an der Gestaltung ihrer Bildungseinrichtungen beteiligen können – ein Konzept, das in Berlin und Brandenburg bereits seit 2015 erfolgreich umgesetzt wird. „Schule muss von denjenigen gestaltet werden, die auch ihren Alltag dort verbringen“, fasst Fiona Byrne zusammen.

Zur Podiumsdiskussion, die der Kreisschülerrat am Mittwoch, 25. Februar, ausrichtete, wurde die Partei Volt nicht eingeladen – eine „enttäuschende“ Entscheidung, laut dem Spitzenduo Raum und Byrne. Vom Kreisschülerrat sei die Entscheidung getroffen worden, lediglich die bisher im Kreistag vertretenen Parteien einzuladen. Verständnis hierfür zeigt Volt wenig; besonders, da es bei den Kommunalwahlen im Gegensatz zu Bundes- und Landtagswahlen keine Prozenthürde gibt und mit circa 0,7 Prozent für jede Partei der Einzug in den Kreistag greifbar sei. Auf Basis des Bundestagswahlergebnisses 2025 hätte Volt einen Sitz im Kreistag geholt. Mit dem Ergebnis der Europawahl 2024, bei der es ebenfalls keine Prozenthürde gab, kratzte Volt bereits am dritten Parlamentssitz im Hochtaunus.

Erklärtes Ziel der „Europapartei“ ist sogar der Fraktionsstatus mit vier Abgeordneten und fünf Prozent der Stimmen. Volt hätte sich daher eine faire Podiumsdiskussion mit allen elf Parteien und Wählergruppen gewünscht, die für den Kreistag kandidieren. Organisatorisch sei dies zwar eine größere Herausforderung, aber definitiv machbar und vor allem: „deutlich demokratischer“, so die Partei. Auch mit Blick auf die politischen Forderungen des Kreisschülerrats lasse die Entscheidung zu wünschen übrig: „Der Kreisschülerrat beschwert sich schon lange, dass er von der Kreispolitik nicht ausreichend angehört wird – und das zurecht. Dann aber ausgerechnet den Parteien keine Bühne zu bieten, die genau das besser machen wollen, ergibt für mich nur wenig Sinn“, erklärt Tobias Raum abschließend.



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