Museum Heimatstube Ober-Erlenbach feiert Geschichte und Gemeinschaft

Beste Stimmung im historischen Ambiente: Das Sommerfest des Museums Ober-Erlenbach lockte zahlreiche Besucher in den Schulhof der Alten Schule. Foto: privat

Bad Homburg (hw) – Bestes Wetter, beste Stimmung und eine historische Umgebung: Das Museum Heimatstube Ober-Erlenbach feierte das 31-jährige Bestehen im Rahmen eines rundum gelungenen Sommerfestes. Dieses „unrunde Jubiläum“ war zustande gekommen, da die 25-Jahr-Feier im Jahr 2020 Corona und die 30-Jahr-Feier im Jahr 2025 einem Wasserschaden im Museum zum Opfer gefallen waren. Rund 50 Gäste aller Generationen waren der Einladung gefolgt und verwandelten den geschichtsträchtigen Schulhof vor der „Alten Schule“ aus dem Jahr 1902 mit der langen Kaffeetafel in einen lebendigen Ort der Begegnung.

Das gut organisierte Fest spiegelte den generationenübergreifenden Charakter des Vereins wider: Während der jüngste Gast gerade einmal ein Jahr alt war, blickte die älteste Besucherin stolz auf 91 Lebensjahre zurück. Dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne ging, war nicht zuletzt den zahlreichen Helferinnen und Helfern zu verdanken, die tatkräftig im Einsatz waren.

In seiner Ansprache nahm der Vorsitzende Torsten Martin die Anwesenden mit auf eine kurze, spannende Zeitreise durch die über drei Jahrzehnte währende Vereinsgeschichte seit der Gründung am 7.6.1995 in der damaligen Gaststätte Alt-Hessen in Ober-Erlenbach Er verwies unter anderem auf 22 Sonderausstellungen, die Entwicklung zum Museum aufgrund der drei Dauerausstellungen im ersten Obergeschoss des Gebäudes, auf zehn herausgegebene Bücher zur Ortsgeschichte und unzählige veröffentlichte ortsgeschichtliche Texte. Dabei richtete er den Blick nicht nur rückwärts, sondern hob auch aktuelle Entwicklungen hervor – insbesondere den neu gegründeten „Forschungskreis Ortsgeschichte“, der die historische Arbeit im Dorf auf breitere Beine stellen soll und in dem zwölf Personen aktiv mitarbeiten.

Inmitten der Feierlichkeiten fand Martin auch nachdenkliche Worte zur Bedeutung der Erinnerungskultur. Die fundamentale Frage „Woher kommen wir?“ sei für die Identität jeder und jedes Einzelnen von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig betonte er, dass der Gegenwart heute allzu schnell Vorrang eingeräumt und damit die Geschichte vergessen werde. Die Beschäftigung mit der Geschichte sei kein Selbstzweck, sondern diene stets dazu, das Hier und Jetzt besser zu verstehen und zu gestalten.

Für den passenden guten Ton sorgte der bekannte Ober-Erlenbacher Musiker Robert Winderling, der das Sommerfest abwechslungsreich an der Gitarre und der Trompete begleitete und die ohnehin gute Stimmung im Schulhof untermauerte.

Gegen 18 Uhr ging ein harmonischer Festtag zu Ende. Was blieb, waren rundum zufriedene Gesichter bei den Organisatoren und Gästen sowie die Gewissheit, dass die Ober-Erlenbacher Geschichte auch im 31. Jahr des Vereins lebendiger ist denn je.



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