Wenn die Zeit ihre eigenen Wege geht: Christian Schmidt liest eigene Werke

Dr. Christian Schmidt ist Arzt, Autor und Lyriker aus Bad Homburg. In seinen Erzählungen verbindet er Erfahrungen aus vier Jahrzehnten ärztlicher Tätigkeit mit Fantasie, Erinnerungen und surrealen Momenten. Am 25. Oktober liest er aus eigenen Werken.

Foto: privat

Bad Homburg (hw) – Was tut ein 80-jähriger Arzt, wenn die Welt schneller zu werden scheint als der eigene Herzschlag? Er nimmt sich die Freiheit, die Zeit anders zu betrachten – und erschafft in seinen Geschichten eine eigene Wirklichkeit. Der Bad Homburger Arzt und Autor Dr. Christian Schmidt lädt am Sonntag, 25. Oktober, zu einer Lesematinée ins Art House Zehntscheune, Bornstraße 18, in Ober-Erlenbach ein. Beginn ist um 15 Uhr, Einlass ab 14.30 Uhr.

Schmidt, der auf eine rund 40-jährige Tätigkeit als Arzt zurückblickt, hat bereits sechs Bücher veröffentlicht, darunter auch einen Lyrikband. In seinen Erzählungen verbindet er seine Erfahrungen als Arzt mit seinem Blick auf das Leben und die Menschen. Dabei geht es um die großen und kleinen Fragen des Älterwerdens, um Erinnerungen, Träume, Begegnungen – und nicht zuletzt um die Suche nach Glück.

Im Mittelpunkt seiner Geschichten steht Jan Braaderup, Schmidts literarisches Alter Ego. Er ist ein Wanderer durch die Zeit, ein Aussteiger und bisweilen auch ein Umherirrender. Vor allem aber ist er ein Mensch, der sich nicht damit abfinden möchte, dass die Dinge einfach ihren vorgegebenen Lauf nehmen. Er sucht nach Wärme und Liebe, nach besonderen Momenten und nach einer Möglichkeit, die Zeit für einen Augenblick anzuhalten.

Dabei bewegt sich Schmidt bewusst zwischen Realität und Fantasie. Das Fantastische dient ihm nicht als Selbstzweck, sondern als eine Art Gewürz, das dem Alltäglichen eine neue Geschmacksrichtung gibt. Mal taucht es in Form eines absurden Gedankens auf, mal als Traum oder innere Stimme. Manchmal sind es Erinnerungen, bei denen nicht eindeutig feststeht, ob sie tatsächlich erlebt oder nur geträumt wurden. So entsteht eine Erzählwelt, in der das Wunderbare mitten in der Wirklichkeit zu finden ist.

Gerade diese Verbindung macht den besonderen Reiz seiner Texte aus. Schmidt geht es nicht darum, die Realität zu verleugnen oder sich in eine Traumwelt zu flüchten. Vielmehr versucht er, in ihr jene verborgenen Qualitäten zu entdecken, die im Alltag leicht übersehen werden. Seine Geschichten sind der Versuch, das Glück des Augenblicks festzuhalten und die Zeit ein wenig langsamer verrinnen zu lassen. Der surrealistische Blick auf die Welt wird dabei zu einer Form der Freiheit. Schmidt beschreibt einen Menschen, der nicht mehr um jeden Preis mithalten will und sich deshalb erlaubt, seine eigene Zeit und seine eigene Wirklichkeit zu erfinden. Es ist ein literarischer Weg, dem Älterwerden nicht mit Resignation, sondern mit Fantasie, Neugier und Lebenslust zu begegnen.

Bei der Lesung im Art House Zehntscheune gibt Christian Schmidt Einblicke in diese besondere literarische Welt und liest aus eigenen Werken. Besucher dürfen sich auf Geschichten freuen, die zum Nachdenken anregen, überraschen und vielleicht auch dazu einladen, den eigenen Blick auf Zeit und Wirklichkeit für einen Moment zu verändern.

Der Eintritt beträgt 10 Euro. Parkmöglichkeiten gibt es in der Josef-Baumann-Straße 15, etwa zwei Gehminuten vom Veranstaltungsort entfernt.



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