Kann der Bücherei-Bau ganz entfallen?

Eschborn (MS). Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob auf einen Neubau für die Stadtbücherei am Rathausplatz verzichtet werden und die Bibliothek nicht auch im neuen Rathaus untergebracht werden kann. Das haben die Stadtverordneten einstimmig auf einen Antrag der Fraktion „Die Linke“ hin beschlossen.

Wie berichtet, hatte die Obere Wasserbehörde die bisherigen Planungen praktisch unmöglich gemacht, in dem sie einer Überbauung des Westerbachs in diesem Bereich nicht zustimmen will. Was genau damit gemeint ist, ist aber auch zwei Monate nach einem Telefongespräch mit der Behörde in Darmstadt noch nicht klar, weil es nach wie vor nichts Schriftliches gibt.

Dennoch suchen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung bereits nach Möglichkeiten für den Fall, dass die Bücherei tatsächlich nicht so wie angedacht gebaut werden kann. „Die Linke“ hat in diesem Zusammenhang die Idee ins Spiel gebracht, ganz auf den Neubau zu verzichten und die neue Bücherei stattdessen in das Rathaus zu integrieren. Platz müsste dort aus sicht der „Linken“ auf Grund der „sehr großzügigen Dimensionen“ der bisherigen Planung noch sein.

Mit dieser Idee stieß die Oppositionsfraktion auch auf die Zustimmung der anderen Fraktionen. Einstimmig beschlossen sie in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, dass die Verwaltung die Option einmal prüfen soll. Insbesondere soll dabei festgestellt werden, ob eine Integration der Bücherei möglich ist, ohne das Rathausgebäude zu vergrößern und ohne die Kosten zu erhöhen. Außerdem sollen mögliche Rechtsrisiken abgewogen werden. Denn die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs können normalerweise nicht auf die Schnelle geändert werden, ohne dass Schadenersatzforderungen drohen. Liegen die Ergebnisse der Prüfung vor, wollen die Stadtverordneten entscheiden, ob ein Verzicht auf ein eigenes Bücherei-Gebäude sinnvoll ist.

Auch wenn die anderen Fraktionen den Antrag der „Linken“ ergänzt und teilweise auch abgeschwächt haben, freut sich die Fraktion darüber, dass die anderen Parteien zumindest über den Vorschlag nachdenken. „Aus dem Fiasko bei der Planung entsteht so die Chance auf eine deutlich bessere, wirtschaftlichere und zugleich ökologische Lösung. Wir werden weiter darauf drängen, dass diese Chance auch tatsächlich genutzt wird“, schreibt Fraktionsvorsitzender Fritz-Walter Hornung in einer Stellungnahme zu dem Thema.



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