Kunstwerk „Return“ von Reiner Seliger eingeweiht

Das Kunstwerk „Return“ von Reiner Seliger wird eingeweiht. Foto:Stadt Eschborn

Eschborn (ew). Trotz unsicherer Wetterverhältnisse haben zahlreiche Kunstinteressierte den Weg in die Oberwiesen angetreten, um an der Einweihung des Kunstwerkes „Return“ von Reiner Seliger teilzunehmen. Bürgermeister Adnan Shaikh konnte seine Begeisterung mit vielen Mitbürgern teilen. In mehrwöchiger Arbeit entstanden drei unterschiedlich hohe Säulen, die in den Himmel ragen. Nicht nur Steine des ehemaligen Bauhofs, sondern auch Abbruchmaterial aus anderen Eschborner Häusern flossen in das Kunstwerk mit ein. Der Bitte des Künstlers, Material zu sammeln, waren viele Bürger nachgekommen. Die Idee zu dem Kunstwerk entstand während eines Kunstgespräches im Rahmen der Sommerausstellung 2020 „Bricks and Stones“. Die Arbeiten dauerten rund sechs Wochen. Der Standort der neuen Skulpturen befindet sich auf einem Wiesenstück am verlängerten Dörnweg, Richtung Bach und Traktorspielplatz. Es sollen auch wieder Kunstgespräche stattfinden. Nähere Informationen hierüber werden noch veröffentlicht.

Stein für Stein entstanden drei unterschiedlich dimensionierte zylinderförmige, skulpturale Körper. Die drei unterschiedlich hohen Skulpturen verbleiben als fester Bestandteil der Skulpturenachse. Der Aspekt des „Bauens“ steht an erster Stelle: Seliger entwickelte die Gestalt der Skulpturengruppe erst im Bauprozess, er schichtete die Steine von Hand, ohne technische Hilfsmittel. Alles hing von dem recycelten Abbruchmaterial ab. Mit der Einbindung von Ziegel und Backsteinen wurde die Erinnerung an die Vergangenheit Eschborns bewahrt.

Der Blick in die Historie der Stadt offenbart eine lange Tradition der Ziegel-, besser Backsteinherstellung: Seit dem 19. Jahrhundert gab es verschiedene Ziegeleien, die größte und bedeutendste Ziegelei war die der Gebrüder Philipp und Balthasar Helfmann – später Hochtief –, die 1875 gegründet wurde und bis Ende des Jahres 1973 Ziegel produzierte. Das ehemalige Areal ist heute mit einem Gewerbegebiet – dem Gelände rund um den neuen Globus-Markt – überbaut. Zur Erinnerung an den Gründer und Erbauer der Ziegelei wurde die erschließende Straße „Philipp-Helfmann-Straße“ genannt.

Der 1943 in Löwenberg in Schlesien geborene Reiner Seliger studierte von 1964 bis 1969 Industrial Design an der Folkwang-Hochschule in Essen und lehrte als Dozent am National Institute of Design in Ahmedabad, Indien, später in London, Mailand, Florenz und Düsseldorf.



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