Mehr Umsatz schon zum Frühstück

Eschborn (MS). Nein, für „Nachteulen“ ist eine Mitgliedschaft im „Business Network International“ (BNI) nur bedingt geeignet. Wer den Jahresbeitrag von rund 1.500 Euro bezahlt, muss jeden Donnerstag pünktlich um 6.30 Uhr an den wöchentlichen Treffen teilnehmen. Ausgeschlafene Unternehmerinnen und Unternehmer können bei dem Netzwerk allerdings auf Aufträge und Umsätze hoffen. Am vergangenen Donnerstag wurde in Eschborn das Chapter „Taunusblick“ offiziell gegründet – natürlich morgens um halb sieben.

Und es war ein großer Erfolg. Denn schon zur Gründung hat der neue BNI-“Ortsverein“ 35 Mitglieder und ist damit schon größer als die Nachbarn aus Bad Homburg. Entsprechend begeistert war Exekutivdirektor Frederik Malsy bei der Veranstaltung im Mercure-Hotel im Helfmann-Park. „Ich merke, hier entsteht etwas Großes“, freute er sich. Denn neben den 35 Mitgliedern, die sich seit einem ersten Informations-Treffen im vergangenen Sommer bereits verbindlich bei BNI angemeldet hatten, waren noch einmal fast genauso viele Gäste zur Auftaktveranstaltung gekommen, um das Netzwerk und seine besonderen Regeln und Möglichkeiten kennenzulernen. Auch Jürgen Anin, der erste Direktor des Chapter „Taunusblicks“ war von der Resonanz angetan: „Toll, dass so viele gekommen sind.“

Bei BNI geht es vor allem um Empfehlungen. Allein in Deutschland gibt es 11.700 Mitglieder, die sich in 420 Chaptern zusammengeschlossen haben. Das Prinzip ist einfach: Wer einen Zulieferer oder Lieferanten sucht, fragt einfach seine BNI-Mitstreiter. Und die machen sich in ihrem jeweils eigenen Netzwerk auf die Suche. Ganz gleich, ob Kücheneinbau, Mietwagen oder Sicherheitsdienst. Die meisten Anfragen sind innerhalb kürzester Zeit beantwortet und die BNI-Mitglieder bekommen Aufträge, die sie ohne das Netzwerk nicht bekommen hätten.

„Empfehlungen zahlen sich aus“

Frederik Malsy belegte das in seinem Kurzvortrag mit eindrucksvollen Zahlen. So würden sich alle BNI-Mitglieder bundesweit jährlich rund 800 Millionen Euro an Umsatz vermittelt. Selbst im gerade erst gegründeten Chapter „Taunusblick“ hätten die Mitglieder schon vor dem offiziellen Start Empfehlungen mit einem Auftragswert von rund 250.000 Euro ausgesprochen. „Empfehlungsmarketing ist einfach viel effizienter als Kalt-Aquise“, erklärte Frederik Malsy das Phänomen.

Neben der BNI-App, mit der Anfragen und Empfehlungen im Alltag bearbeitet werden, sind die wöchentlichen Treffen der Kern des Netzwerks. Die Mitglieder treffen sich um 6.30 Uhr und tauschen sich bei einem Frühstück aus. Danach gibt es jedes Mal einen kurzen Vortrag und eine Runde, in der jeder berichtet, was er in der Woche zuvor für das Netzwerk getan hat. Um spätestens 8.30 Uhr gehen alle dann wieder auseinander.

Geeignet ist BNI vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. Zum neuen Chapter „Taunusblick“ gehören zum Beispiel der Malerbetrieb Horlacher und die Firma „Global Office“ aus Eschborn, der Garten- und Landschaftsbauer „Mein Taunus Gärtner“ oder die Schreinerei Muth aus Rödelheim. Initiiert wurde die Gründung der Eschborner BNI-Sektion von Sumair Gadit, der gleich neben dem Rathaus in der Ludwig-Erhard-Straße mit seiner Firma „Gratis Wechseln“ ansässig ist. Unter der Telefonnummer 0178-6623333 oder der E-Mail info[at]gratiswechseln[dot]de gibt er auch weitere Informationen für interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer aus Eschborn und Umgebung.

An den frühen Termin gewöhnt man sich laut Frederik Malsy irgendwann. Auch ihm sei es vor zwölf Jahren schwer gefallen, um 6.30 Uhr zu den wöchentlichen Meetings zu kommen. „Doch dann habe ich gemerkt, dass es die Leute, die um diese Uhrzeit kommen, auch tatsächlich ernst meinen mit dem Netzwerken.“

Energieberater Jürgen Anin ist der erste Direktor des Chapters.Foto: Contentus

Rund 70 Mitglieder und Besucher kamen am vergangenen Donnerstag zur Gründung des BNI-Chapters „Taunusblick“ ins Mercure-Hotel im Helfmann-Park.Foto: Schlosser

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