Kelkheim
(ju) – Das Wetter meinte es nicht so gut am vergangenen Samstag, aber davon ließen sich die Kelkheimer nicht schrecken. Trotz allem kamen sie in ihre Stadt, um auf dem Markt frische Waren zu erstehen und um die ein oder andere Angelegenheit zu erledigen. Begrüßt und beschenkt wurden sie dabei im Rahmen der Aktion „Heimat shoppen“ von Mitgliedern der VKS mit Tüten, in denen Kelkheimer Gewerbetreibende die ein oder andere nette Kleinigkeit versteckt hatten. Rainer Brestel, Vorsitzender der VKS, zeigte sich ganz angetan von der Aktion und den Kelkheimern. „Wir haben rund 200 Tüten an den Mann und die Frau gebracht. Die Leute haben sich darüber gefreut und viele bestätigten, dass sie ihre Einkäufe gern und oft in der Stadt tätigen.“ Doch es gab noch mehr Überraschungen. Unter den Passanten und Einkäufern fanden sich viele Königsteiner und Liederbacher, die gerade den samstäglichen Markt mit seinem vielseitigen Angebot sehr zu schätzen wissen. Doch diese Aktion findet nicht nur statt, um Geschenke zu machen, die VKS möchte natürlich auch ein Stimmungsbild unter den Einwohnern der Stadt ausmachen, mit den Menschen ins Gespräch kommen und Wünsche und Erwartungen abfragen. „Es gab einige Wünsche, so wurde häufig auf ein fehlendes Fotostudio hingewiesen und Klamottenläden, die hier definitiv fehlen“, so Brestel. Ganz oben auf der Wunschliste der Kelkheimer? Eine Gastronomie mit Außenterrasse am Wasser, das Plätschern des Liederbaches an lauen Sommertagen, dazu leckeres Essen – das könnten sich die Kelkheimer gut vorstellen. Träumen kann so schön sein.
Schwierige Lage
Die derzeitige Situation ist jedoch eine andere und bereitet der VKS einiges Kopfzerbrechen. „Die Laune unter den Gewerbetreibenden ist verhalten, die Angst vor den hohen Kosten nicht mehr wegzudrücken“, verrät Brestel. Es sei auch schwer, neues Gewerbe zu gewinnen, wenn Mieten und Kosten steigen. Und so muss man auch im Ort mit Geschäftsschließungen leben. Die XXL piggy bank macht demnächst ihre Pforten dicht, ein weiteres Geschäft wird gegen Ende des Jahres folgen. Noch nicht abzusehen ist, wie es um die Weihnachtszeit wird, ob es überhaupt eine Weihnachtsbeleuchtung geben wird, wie die Geschäfte mit steigenden Energiekosten umgehen können und müssen. „Doch wir wollen jetzt mal nicht alles schlecht sehen, heute war es ein toller Tag, mit vielen netten Gesprächen und einem Stück Optimismus“, fasst Brestel zusammen.
Neue Betrugsmasche
Dem VKS-Stand gegenüber klären die Sicherheitsberater für Senioren (SFS) die Bürgerinnen und Bürger über die allerneuesten Tricks der Betrüger auf. Neben Schockanrufen, WhatsApp-Abzocke und Handwerkerbetrug gibt es derzeit etwas ganz Neues. Günther Bredefeld weiß wovon er redet, hatte er doch gerade eine dieser dubiosen E-Mails in seinem eigenen Postfach. Kriminelle versuchen Profit aus der bevorstehenden Auszahlung der Energiepauschale zu schlagen. In E-Mails von angeblichen Banken behaupten sie, dass zur Auszahlung der Pauschale die persönlichen Daten der Empfängerinnen und Empfänger abgeglichen werden müssten. Diese gefälschten Mails sind häufig an Rechtschreibfehlern und vor allen Dingen an geläufigen Adressen, wie gmail, t-online etc. erkennbar. Als SMS oder WhatsApp kommen gefälschte Nachrichten des „Bundesministeriums der Finanzen“. Wer per E-Mail, SMS oder WhatsApp aufgefordert wird, Daten zur Auszahlung der Energiepauschale anzugeben, sollte keinesfalls auf Links in diesen Nachrichten klicken oder auf die Nachricht antworten. Entsprechende E-Mails sollten in den Spamordner verschoben werden. Im Falle von betrügerischen SMS ist es ratsam, die Absendernummer zu blockieren. „Und ganz wichtig, sprechen Sie mit den älteren Mitmenschen, um die Aufklärung voranzutreiben“, appellieren die Sicherheitsberater.
Cyberkriminalität
Für die Mitglieder, aber auch für Nichtmitglieder veranstaltet die VKS am Donnerstag, 6. Oktober, einen interessanten Vortragsabend im Gimbacher Hof. Auf der Agenda steht das Thema „Cyberkriminalität“, das nicht nur große Konzerne oder Unternehmen betrifft, sondern inzwischen auch immer mehr Mittelständler in ihrer Existenz bedroht.

