Kelkheim (kez/ju) – Unter dem Motto „Mit Herz und Haltung. Für Kelkheim. Für alle.“ hat die SPD Kelkheim ihr Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2026 und die Kandidierendenliste verabschiedet. Angeführt wird sie von der amtierenden Stadtverordnetenvorsteherin Julia Ostrowicki. Parteichef Michael Hellenschmidt betont: „Sie war und ist eine hervorragende Stadtverordnetenvorsteherin, die mit Empathie und wertschätzendem Stil überzeugt.“
Auch die bisherigen Fraktionsmitglieder Elsbeth Stegemann, Kalle Debus, Lisa Henties sowie Magistratsmitglied Dr. Thomas Zellhofer treten erneut an. Hellenschmidt spricht von „einem starken Zeichen für Verlässlichkeit und Kontinuität“. Ergänzt wird die Liste durch bekannte Persönlichkeiten wie Kay Möller, Jamal Mobarraa sowie die früheren Mandatsträger Eckart Hohmann und Prof. Horst Schmidt-Böcking. Insgesamt umfasst die Liste 27 Personen.
Spitzenkandidatin Ostrowicki hebt den sozialen Anspruch der SPD hervor: „Unserer Stadt tut Zusammenhalt gut. Kelkheim ist vielfältig und lebt vom Engagement seiner Menschen.“ Im 10-Punkte-Programm fordert die SPD mehr bezahlbaren Wohnraum, bessere Angebote für ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, starke soziale Teilhabe, Unterstützung für Handel und Gewerbe sowie ein attraktives Kultur-, Sport- und Vereinsleben. Dazu kommen Verbesserungen im Nahverkehr, klimafreundliche Lösungen und attraktive Stadtteilzentren. „Kelkheim soll mehr sein als eine Pendlerstadt – eine Stadt, in der alle gut leben können“, so Ostrowicki.
Hellenschmidt beschreibt die SPD als Kraft „für Ausgleich, Vernunft und lösungsorientiertes Handeln“, die in der Zusammenarbeit mit der CDU gezeigt habe, „dass sie soziale Impulse setzt und Maß und Mitte wahrt“.
In der laufenden Wahlperiode hat die SPD nach eigenen Angaben zentrale Projekte vorangebracht: Hornau-West, der Neubau der Feuerwehren, die Gagernspange, die Planungen für einen Supermarkt mit Wohnraum in Münster sowie die konsequente Ausrichtung auf bezahlbaren Wohnraum. Im Bereich gesellschaftliche Teilhabe wurden das Kinder-Teilhabe-Paket (über 300 Kinder jährlich) und der neue Kinder-Ferienpass eingeführt. Auch im Tierschutz wurden verbindliche Regelungen umgesetzt.
In der Mobilitätspolitik ist der geplante On-Demand-Bus „Colibri“ ein Meilenstein, dessen Start Mitte 2026 vorgesehen ist. „Der Bus wird besonders älteren Menschen neue Mobilität ermöglichen“, so Hellenschmidt. Sein Fazit: „Wir gestalten. Wir übernehmen Verantwortung. Und wir gehen die nächsten Jahre mit Mut, Kompetenz und sozialer Orientierung – eben mit Herz und Haltung – an.“
10-Punkte-Programm
Mit dem folgenden 10-Punkte-Programm für Kelkheim (in Kurzform) tritt die Partei zur Kommunalwahl am 15. März 2026 an:
1. Wohnraum schaffen – bezahlbar und sinnvoll genutzt
Kelkheim benötigt mehr bezahlbare Wohnungen. Vorgesehen sind eine transparente Übersicht über Baulücken, die Nutzung des neuen „Bauturbos“, eine Satzung gegen Leerstand sowie ein städtischer Fonds zur Unterstützung von Wohninitiativen. Die Projekte „Vor dem Schlämmer“, „Hornau-West“ und der Wohnraum am Ortsausgang Münster sollen zügig umgesetzt werden.
2. Gutes Leben im Alter – barrierefrei und unterstützt
Der Bedarf an seniorengerechtem, barrierefreiem und betreutem Wohnen steigt. Geplant sind der Ausbau der Seniorenberatung, digitale Unterstützungsangebote, stärkere Nachbarschaftsnetzwerke und mehr generationenübergreifende Begegnungsorte. Auch das Projekt „Im Großen Haingraben“ wird vorangetrieben.
3. Kinder und Jugendliche stärken – verlässlich und fair
Mehr bezahlbare Kita-Plätze, eine qualitativ gute Schulbetreuung, starke Jugendarbeit und der Erhalt des Ferienpasses stehen im Mittelpunkt. Zusätzlich sollen Räume für junge Menschen entstehen und Beteiligungsformate ausgebaut werden.
4. Gemeinschaft fördern – engagiert und vielfältig
Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement bleiben zentrale Stützen der Stadt. Unterstützt werden aktive Vereine, soziale Infrastruktur, Inklusion und ein respektvolles Miteinander. Vielfalt gilt als Bereicherung – Diskriminierung und Rassismus wird entgegengetreten.
5. Feuerwehr und Infrastruktur modernisieren
Ein neuer Stützpunkt in Hornau-West soll die Feuerwehr stärken. Öffentliche Einrichtungen wie Bibliothek, Freibad, Sportstätten, Museum und kulturelle Angebote bleiben wichtige Orte des Zusammenlebens. Auch der Neubau von Sportstätten wird unterstützt.
6. Bürgerbeteiligung stärken – transparent und direkt
Beteiligung und Transparenz sollen weiter ausgebaut werden – durch digitale Services, Informationen vor Ort und klare öffentliche Einblicke in Projekte. Mängelmelder und Bauvorhabenliste waren erste Schritte.
7. Stadt und Ortsteile beleben – wirtschaftlich und sicher
Handel, Gewerbe, Gastronomie und kreative Geschäftsideen sollen gezielt gefördert werden. Moderne digitale Infrastruktur, ein überzeugendes Sicherheitskonzept und attraktive Zentren in allen Stadtteilen tragen dazu bei.
8. Mobilität verbessern – sicher und flexibel
Geplant sind sichere Schulwege, durchgängige Radwege, ein verlässlicher ÖPNV, die Umgestaltung des Bahnhofs Mitte, zusätzliche Park & Ride-Flächen, direkte Busverbindungen ins Umland und die dauerhafte Einrichtung des „Colibri“-Stadtbusses.
9. Natur schützen – klimafreundlich und zukunftssicher
Waldschutz, Aufforstung, der Erhalt von Grünflächen und Streuobstwiesen sowie Renaturierungen sind zentrale Maßnahmen – auch für besseren Hochwasserschutz. Die Trinkwasserversorgung soll durch modernisierte Brunnen gesichert werden.
10. Energie- und Wärmeversorgung sichern – klimaneutral und bezahlbar
Die kommunale Wärmeplanung soll eine klimaneutrale und verlässliche Versorgung gewährleisten. Nachhaltige Lösungen wie klimafreundliches Heizen und Photovoltaik werden unterstützt, ebenso private Initiativen wie Balkonkraftwerke und Zisternen.
