Leserbrief: Christian Hack zum Atzelbergturm

Zum Leitartikel Ihrer Zeitung vom 5. Dezember 2019 hier meine Anmerkungen:

Prämisse für einen neuen Turm aus Stahl sollte sein: „form follows function“ – das scheint mir bei dem vorgestellten Entwurf geradezu auf den Kopf gestellt zu sein.

Der Turm-Besucher soll in einem Zug die gesamte Höhe zur Plattform „erklimmen“, ohne Zwischen-Stopp.

Das gleicht einer sportlichen Gipfelerstürmung in der „direttissima“ und nicht einer langsamen Bergbesteigung mit Möglichkeiten einer Verschnaufpause.

Die verschiedene Breite der Treppenstufen (Tortenstück) begünstigt den Außengehenden: wer weicht einem Entgegenkommenden aus? Berg vor Tal oder umgekehrt?

Und für Nicht-Trainierte ist nach der 7-maligen Umrundung der Turmachse ein Drehschwindel vorprogrammiert. Und einmal den „worst case“ durchdacht: Bergung eines Verletzten?

Also, der neue Turm sollte im Prinzip dem alten Holzturm gleichen: mit geraden Treppenläufen mit Absatz, zwei Zwischendecks und mit einer großen Aussichts-Plattform.

Jede tüchtige Stahlbau-Firma könnte eine filigrane Konstruktion planen und berechnen. Der Computer analysiert das bestmögliche Format der Tragwerks-Konstruktion und das Ergebnis wäre leichter und eleganter als die ehemalige aus Holz.

Ich hoffe, meine Bedenken und Anregungen sind nachvollziehbar und werden als konstruktive Kritik aufgefasst. Christian Hack, Bildhauer am Zauberberg.



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