Hornau-West
Zu Hornau-West gab es bereits einige Leserbriefe, dennoch lohnt gerade auch in Bezug auf die kommende Kommunalwahl noch einmal ein Blick zurück auf die bisherige Strategie und Vorgehensweise der politischen Amtsträger in dieser Angelegenheit. Ursprünglicher Ausgangspunkt war bekanntermaßen der festgestellte Bedarf unserer Feuerwehren für eine neue gemeinsame Wache, die seitens der Mehrheitsparteien sodann flugs mitten in das Flurstück zwischen Fischbach und Hornau verortet wurde. Natürlich braucht es eine Straße, um dorthin zu kommen. Und wenn man die Straße baut, kann man ja gleich noch entsprechende Wohnbebauung entlang der neuen Trasse mit vorsehen. Zusätzliche Wohnhäuser, zusätzlicher Verkehr, dann also gleich in die Vollen gehen und die zuvor totgesagte Gagernspange einschließlich Bahnunterführung neu aufleben lassen. Die Art und Weise, wie hier unsere Wehren als trojanisches Pferd und quasi „Dosenöffner“ für ein hochfragwürdiges und komplett überdimensioniertes Bauprojekt seitens der Koalitionäre in unserem Parlament missbraucht wurden, ist einfach nur als hochgradig unredlich zu bezeichnen. Dumm dann noch, dass die Fischbacher Feuerwehr so gar nicht in den neuen gemeinsamen Standort umziehen möchte und man jetzt noch ein zusätzliches Glaubwürdigkeitsproblem hat, da zuvor vollmundig verkündet wurde, nichts ohne die Zustimmung unserer Floriansjünger entscheiden zu wollen.
Aufgrund des bisherigen Umgangs der Mehrheitsparteien unseres Stadtparlaments mit dem Projekt Hornau-West ist es nicht wirklich verwunderlich, dass sich breiter Widerstand regt. Eine immer wieder gern betonte Bürgerbeteiligung an für unsere Stadt wichtigen Projekten sieht sicherlich anders aus, und Anfeindungen gegenüber der jetzt aktiv gewordenen Bürgerinitiative als vermeintliche Blockierer und Fortschrittsverhinderer sind absolut fehl am Platz. Bevor bei Hornau-West unwiderrufliche Weichenstellungen mit weitreichenden Konsequenzen für unsere Stadt vorgenommen werden, haben die Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf die Beantwortung folgender Fragen:
Antworten auf die vorgenannten Fragen erfolgen hoffentlich zeitnah, damit diese in die Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger einfließen können und dann entsprechend auf deren Stimmzettel bei der bevorstehenden Kommunalwahl am 15. März abgebildet werden können. Ebenfalls ist zu hoffen, dass es zu einem erfolgreichen Antrag für ein Bürgerbegehren als Instrument der direkten demokratischen Teilhabe auf kommunaler Ebene kommt. Mit dem sich dann ggfls. anschließenden Bürgerentscheid haben alle Kelkheimer die Möglichkeit zu entscheiden, ob man Hornau-West in der jetzigen Form möchte oder nicht.
Jürgen Schnöbel,
Kelkheim