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Grüne setzen auf nachhaltige Mobilität in Königstein

Rolf Kerger, ehrenamtlicher Stadtrat.

Foto: privat

Königstein – Was genau verbirgt sich hinter der Forderung nach nachhaltiger Mobilität? Fahrgastfreundlich, zuverlässig, zielgruppenorientiert und umweltverträglich, dabei bezahlbar − so muss es sein, das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) der Zukunft. Unterschiedliche Anforderungen stellen sich dabei im ländlichen Raum oder den urbanen Ballungszentren des Rhein-Main-Gebietes, zu denen auch Königstein gehört. Die Steigerung der Einwohnerzahl auf über 17.500 und der wachsende Anteil der Senioren (60+) auf über 30 Prozent in den nächsten Jahren stellen hohe Anforderungen an die lokale Verkehrspolitik.

Die Kombination verschiedener Verkehrsträger ist ein zentraler Teil der Lösung. Inhaltlich waren sich darin die vier Referenten Dr. Jutta Deffner (Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt), Karin Müller (MDL und verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion die Grünen), Frank Denfeld (Geschäftsführer Verkehrsverband Hochtaunus, VHT) und Rolf Kerger (Stadtrat Grüne Königstein) einig. In der mit über 60 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung am 3. März im Haus der Begegnung wurde schnell deutlich, dass der Umstieg von PKW auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Fahrrad oder Bus und Bahn gelingen muss, da ein Ausbau der Straßen, wenn überhaupt möglich, nur weiteren Verkehr hervorruft.

An Lösungen wird an vielen Stellen gearbeitet. So verpflichtet sich die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität der hessischen Kommunen zusätzlich zur Stärkung der Nahmobilität zu Fuß oder mit dem Rad und zur Förderung der Barrierefreiheit des ÖPNV, insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Welchen Herausforderungen muss sich nun Königstein auf dem Weg zu mehr nachhaltiger Mobilität stellen? So ist die Einrichtung von Park & Ride-Parkplätzen sowie Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und in der Nähe des zentralen Busbahnhofs erforderlich, um die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel zu verbessern. Zur Förderung des Fahrradverkehrs müssen die vorhandenen Verbindungswege zwischen den Ortsteilen bezüglich ihrer Eignung und eventuellen Aufrüstung als Radwege überprüft und – wenn erforderlich – ausgebaut werden.

Zahlreiche Bushaltestellen zeigen sich bislang noch in einem für die Kurstadt traurigen Zustand. Barrierefreiheit scheint Zufall. Die barrierefreie Umrüstung der Haltestellen und Fahrzeuge ist bis 2022 deutschlandweit verpflichtend und wird mit hohen Zuschüssen vom Land gefördert, so dass der Anteil für die Stadt Königstein in einem sehr überschaubaren Rahmen bleibt. Hier sollte ein weiterer Aufschub vermieden werden, um betroffenen Personen den Zugang zum ÖPNV zu erleichtern. Zur Barrierefreiheit gehört auch die Verbesserung der Lesbarkeit der Fahrpläne. Ist es tagsüber schon schwierig, die verschiedenen Fahrplan-Layouts zu lesen, ist es bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter schlichtweg unmöglich. .

Doch trotz aller Unzulänglichkeiten, ist doch Königstein auf dem Weg. Die Busse, die Königstein anfahren, sind seit dem Fahrplanwechsel im Dezember nun mit neuester schadstoffarmer Abgas-Technologie ausgestattet, ein Muss für einen Luftkurort, der auch von seinen Kurgästen lebt. Für die Ausstattung der zentralen Bushaltestellen mit Echtzeit-Fahrgastinformationssystemen sind die Planungsleistungen in Kooperation mit dem Verkehrsverbund RMV unter Federführung von Stadtrat Kerger ausgeschrieben worden. Zwei Elektroautos als Dienstfahrzeuge der Verwaltung und zum Carsharing für angemeldete Benutzer außerhalb der Bürozeiten wurden beschafft. Wegweiser für Fahrradfahrer, gefördert vom Land Hessen, wurden im Stadtgebiet und den Ortsteilen installiert.

Während der Veranstaltung der Grünen im HdB wurde deutlich, dass es den fachkundigen Teilnehmern überaus wichtig war, ihre eigenen Beobachtungen, Erfahrungen und Lösungsvorschläge mitzuteilen. Die Grünen möchten diese wichtigen und konstruktiven Beiträge für den Entwicklungsprozess zu einer nachhaltigen Mobilität gerne nutzen. Unter der E-Mail-Adresse: mobilitaet[at]gruene-koenigstein[dot]de bieten sie die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge und Kommentare zum Thema Mobilität/Verkehr an die Grünen zu senden. Diese werden sich dann der Themen annehmen und die Vorschläge ggf. als Anregungen zu politischen Initiativen einbringen. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite www.gruene-koenigstein.de/mobilitaet veröffentlicht.

Auch preislich fördert man die Akzeptanz des ÖPNV. So hat der RMV gerade dem von den Grünen im Hessischen Landtag eingebrachten hessenweiten Schülerticket für 365 € pro Jahr zugestimmt, eine wichtige Hürde auf dem Weg zu seiner Einführung zum Schuljahresbeginn 2017/18 am 1.8.2017. Doch auch innerhalb Königsteins können Senioren(65+) mit der Jahresflatrate des RMV den ÖPNV für nur einem Euro pro Tag beliebig oft nutzen. Die Grünen planen, das Thema Mobilität im Dialog mit den Bürgern in einer weiteren Veranstaltung zu intensivieren.

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