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Der romantische Weihnachtsmarkt in Schloßborn

Lichterglanz in Schloßborn zum Weihnachtsmarkt. Foto: Streit

Schloßborn (st) – Einen herrlichen und passenden Rahmen bildete wieder die rustikale Pfarrscheune und die alte Dorfmauer hinter der katholischen Kirche St. Philippus und Jakobus für den diesjährigen Weihnachtsmarkt im Glashüttener Ortsteil Schloßborn. Von den drei Gemeindeteilen ist Schloßborn der erste, der für seine Bürger am Samstag vor dem 1. Advent seine Pforten öffnete. Idyllisch gelegen im Hinterhof der katholischen Kirche präsentierten sich am vergangenen Samstag liebevoll dekorierte weihnachtliche Stände mit allerlei, was das Herz so kurz vor Weihnachten begehrt. Aber auch für Leib und Seele war wieder bestens gesorgt.

„Wenn mittags um 15 Uhr der Weihnachtsmarkt öffnet, versuchen wir, für die Besucher und auch für uns Mitwirkende die Zeit anzuhalten,“ erklärte Joachim Frankenbach, 1. Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Schloßborn e.V.. Gemeinsam mit der katholischen Kirche zeichnet sich der Heimatverein für den Weihnachtsmarkt verantwortlich. Frankenbach weiter: „Wir alle haben ein Jahr mit vielen Ängsten hinter uns. Viele Dinge aus Politik und dem öffentlichen Leben haben uns bewegt, da wollen wir hier, wenn auch nur für ein paar Stunden, einen Ort der Freude und Harmonie schaffen,“ berichtet der 1. Vorsitzende und man sieht ihm an, dass seine Worte aus tiefstem Herzen kommen.

Und dass diese Idee aufgeht, sieht man an den zahlreichen Besuchern des Weihnachtsmarktes. Von Jung bis Alt ist auf dem Weihnachtsmarkt wirklich jeder vertreten. Man möchte meinen, ganz Schloßborn hat sich auf den Weg in den alten Ortskern gemacht, um ein Teil dieser Veranstaltung zu sein. „Viele kommen hierher, um in der triebigen Vorweihnachtszeit ein bisschen Zeit mit Freunden und Bekannten zu verbringen“, erzählt Frankenbach und ist stolz darauf, dass sich wieder so viele Schloßborner in diesen Weihnachtsmarkt eingebracht haben. Einige Stände wurden von Vereinen betreut, wie z.B. vom Förderkreis Glashütten-Caromb. Hier duftete es nach leckerem Rotwein-Punsch und Lauch-Speck-Kuchen. Alles selbstverständlich hausgemacht. Nebendran hatten sich die Messdiener mit frischen Waffeln niedergelassen. Hier warteten Paul, Simeon und Johannes auf Kundschaft, um diese mit köstlichen Waffeln zu verwöhnen. In diesem Jahr teilten sich die Messdiener den Verkaufsstand mit dem katholischen Kindergarten Schloßborn. Die Kindergartenleiterin Marie-Luise Hofmann hatte mit einer Kollegin den Dienst übernommen und bot allerlei Selbstgebasteltes und selbst gebackene Plätzchen an. „Die Plätzchen haben wir gemeinsam mit den Kindern gebacken“, erzählt die Kindergartenleiterin stolz. Direkt daneben fand man eine weitere Weihnachtshütte, die deutlich machte, wie eng verbunden die Vereine und die Bürger in Schloßborn sind. Angeboten wurden hier frische Schmalzbrote und heißer Apfelwein. Auf Nachfrage, zu welchem Verein diese Hütte denn wohl gehören würde, kam ein Kopfschütteln. „Ich bin hier für keinen Verein tätig. Vielmehr melde ich mich jedes Jahr für den Verkauf und werde dann individuell eingesetzt. Aber ich habe Adventskränze gebunden und Socken gestrickt, die werden da vorne in der Hütte an der Ecke verkauft“, berichtet die Schloßbornerin Frau Hildeberger-Müller. Viele Schloßborner brachten sich in diesem Jahr wieder ehrenamtlich in den romantischen Weihnachtsmarkt ein, sei es beim Aufbau, beim Verkauf oder auch beim späteren Abbau. Hand in Hand – ein typisches Merkmal für diese kleine Taunusgemeinde. Und die eingebrachte Freude zeichnet diesen wunderschönen Weihnachtsmarkt aus. Jedes Jahr kommen mehr Besucher und so gab es am vergangenen Wochenende nach Einbruch der Dunkelheit schon kaum ein Durchkommen auf dem Platz hinter der Kirche.

Selbstverständlich hatten sich die Veranstalter wieder allerhand einfallen lassen, um die Besucher gut zu unterhalten. So ist es schon Tradition, dass die Schloßborner Bläsergruppe weihnachtliche Lieder zum Besten gibt. Aber auch die Schloßborner Kirchturmspatzen verstanden es, die Weihnachtsmarktbesucher mit ihren weihnachtlichen Liedern stimmungsvoll zu unterhalten. Und zur allgemeinen Untermalung des weihnachtlichen Treibens auf dem Platz vor der alten Scheune erfreute das „Little Broadway Ensemble“ aus Mainz die Besucher mit allerlei bekannten deutschen und auch amerikanischen weihnachtlichen Melodien.

Und da die Schloßborner wirklich an alles gedacht haben bei diesem romantischen Weihnachtsmarkt, ist natürlich auch für den Notfall gesorgt: Ein Mitglied des DRK Hochtaunuskreis ist anwesend, um sich eventuellen medizinische Notfällen sofort zu anzunehmen. Und weil die Schloßborner alles in eigener Hand haben, ist es nicht weiter verwunderlich, dass eben dieses Mitglied des DRK auch ein Schloßborner ist: der Gas-/Wasserinstallateur Günther Klomann engagiert sich in seiner spärlichen Freizeit bei den Ersthelfern und übernahm wie selbstverständlich an diesem Tag den Dienst.

Und da so ein Besuch auf dem romantischen Weihnachtsmarkt natürlich auch Appetit macht, hatten die Veranstalter dafür gesorgt, dass wirklich an jeder Ecke etwas Leckeres zum Verzehren zu finden war. Ob knusprige Kartoffelpuffer, frische Pommes Frites oder asiatische Frühlingsrollen und frisch gegrillte Bratwurst bis hin zu feinen Crepes, herzhaften Schmalzbroten und köstlichem Spießbraten – alles was das kulinarische Herz begehrte, konnte der Besucher auf dem Weihnachtsmarkt finden. Und wer verpasst hatte, frisches Brot beim Bäcker zu besorgen, dem wurde auch geholfen, denn der konnte sogar frisches Hessenpark-Brot mit nach Hause nehmen. Und für die Leckermäuler standen selbstverständlich selbstgebackene Plätzchen und hausgemachter Stollen für den adventssonntäglichen Kaffeetisch zum Erwerb zur Verfügung.

Übrigens – der Gewinn von diesem Weihnachtsmarkt wird wie jedes Jahr wieder guten Zwecken zugeführt. In diesem Jahr geht ein Teil des Erlöses an krebskranke Kinder in Frankfurt, ein weiterer Teil geht an die Behindertenwerkstätten in Oberursel und ein Teil geht in die Vereinsarbeit der veranstaltenden Vereine.

Ein kleines Taunusdorf war an diesem Wochenende auf den Beinen. Die einen halfen, die anderen kamen als Besucher. Egal wer sich wie bei diesem wundervollen Weihnachtsmarkt mit einbrachte, es zeigte, dass die Schloßborner es verstehen, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.

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