„Wir sind eine Schule, auf der man sich wohlfühlt“

Königstein (el) – Ein rundes Jubiläum und ein Gymnasium, das 100 Jahre alt wird und trotz oder gerade wegen der damit einhergehenden Traditionen die Zukunft der Bildung und ihrer Perspektiven im Visier hat. Was macht das Taunusgymnasium als weiterführende Schule, die von 1.200 Schülern besucht wird, aus? Welche Schwerpunkte gibt es? Wie stellt sich der künftige Bildungsauftrag dar? Über all diese Aspekte hat die Königsteiner Woche mit Studiendirektor Wolfgang Veltjens gesprochen.

Königsteiner Woche:
Welche Schwerpunkte gibt es am Taunusgymnasium?

Wolfgang Veltjens
: Zum einen sind das die Sprachen. Hier wäre der bilinguale Zweig zu nennen. Sach- und Fachunterricht wird auf Englisch angeboten. Außerdem haben die Schüler die Möglichkeit, ein englisches Sprachzertifikat, das so genannte „Cambridge-Zertifikat“ zu erwerben. Zum anderen sind Kunst und Musik ebenfalls tragende Säulen des Bildungsangebotes. Hier wären die diesbezüglichen Ensembles der Schule, die Bigband oder aber die Bläser und Streicher zu erwähnen. Auch das mathematisch-naturwissenschaftliche Aufgabenfeld, das MINT, nimmt breiten Raum ein.

Königsteiner Woche:
Welche Kriterien sollte man bei der Auswahl eines Schwerpunktes anwenden?

Wolfgang Veltjens
: Die Gesellschaft ist so plural. Da liegt es auf der Hand, dass die Schwerpunkte je nach Neigung ausgewählt werden.

Königsteiner Woche:
Was zeichnet das Taunusgymnasium noch aus, was verleiht ihm das besondere Profil?

Wolfgang Veltjens
: Wichtig ist der respektvolle Umgang miteinander sowie das umfassende Beratungs- und Betreuungsangebot. Es ist beruhigend für die Eltern zu wissen – und gerade für jene, die berufstätig sind, dass ihre Kinder hier bis 15 Uhr betreut werden können.

Königsteiner Woche:
G8 oder G9, was ist der aktuelle Stand?

Wolfgang Veltjens
: Beide Systeme werden am TGK ab der 7. Klasse angeboten. Es ist ein hessischer Schulversuch, an dem wir teilnehmen und dieser kommt in diesem Jahr erstmals bei einer 7. Klasse zum Tragen. Wir haben mit beiden Systemen gute Erfahrungen gemacht. Wir versuchen den Eltern auch eine Empfehlung zu geben, welches der beiden Modelle aus unserer Sicht für ihre Kinder am besten geeignet wäre. Natürlich ist das nur eine Komponente bei einer solchen Entscheidung, über die sich keine pauschale Aussage treffen lässt. Würde man es allgemein ausdrücken, könnte man sagen, dass, wenn ein Schüler nicht so leistungsstark ist und viele Pausen benötigt, dieser dann eher ein Kandidat für G9 wäre. Natürlich muss man auch nach der häuslichen Situation schauen. Viele Faktoren geben bei einer solchen Entscheidung den Ausschlag.

Königsteiner Woche:
Wie steht es um die Neubesetzung des Schuldirektor-Postens, der ja bekanntlich seit einiger Zeit vakant ist?

Wolfgang Veltjens
: Nachdem die bisherige Schuldirektorin, Frau Stengl-Jörns, in den Ruhestand getreten ist, wurde die Stelle neu ausgeschrieben. Die einzige Bewerberin ist jedoch krank geworden und hat dann ihre Bewerbung zurückgezogen, sodass die Stelle wieder neu ausgeschrieben werden musste. Zurzeit gibt es drei Bewerber und wir warten eigentlich täglich darauf, dass wir eine Mitteilung bekommen, wie es weitergeht. Die Hoffnung ist, dass wir bis zum 1. Februar einen neuen Schulleiter oder eine neue Schulleiterin bekommen.

Königsteiner Woche:
Was bedeutet das für eine Schule wie das TGK, ohne Leitung dazustehen?

Wolfgang Veltjens
: Das ist nicht ganz richtig. Es gibt zwar keinen Schuldirektor, dafür aber sehr wohl eine Leitung, die aus mehreren Kollegen besteht. Momentan sind wir zu viert und Herr Romahn ist vom Schulamt als Studienleiter eingesetzt worden. Natürlich bedeutet es Mehrarbeit, wenn es seit zwei Jahren keine eigentliche Leitung gibt. Aber trotzdem haben wir viele programmatische Dinge auf den Weg gebracht. Ohnehin haben wir gerade eine Phase gehabt, in der einige angefangene Projekte weitergeführt wurden. Vieles funktioniert gut.

Königsteiner Woche:
Ihr Büro gibt den Blick frei auf einen Teil des neu gestalteten Schulhofs, der am morgigen Freitag eingeweiht wird. Gibt es weitere aktuelle Pläne für räumliche oder bauliche Veränderungen am Gebäude des TGK?

Wolfgang Veltjens
: Das Gebäude stammt aus den 70er-Jahren. Hier wird eigentlich ständig renoviert und saniert sowie neue Bodenbeläge aufgebracht. Die Turnhalle nutzen wir gemeinsam mit der Friedrich-Stoltze-Schule.

Königsteiner Woche:
Welche Herausforderungen warten in Zukunft auf das Taunusgymnasium?

Wolfgang Veltjens
: Es wird sich die Frage danach stellen, wie man am besten auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagiert, ohne das schulische Niveau aus dem Blick zu verlieren. Zurzeit haben wir zahlreiche Schüler, gerade aus dem asiatischen Raum, die den DaZ-Unterricht an unserer Schule besuchen. Das bedeutet aber auch, dass Räume zur Verfügung gestellt werden müssen, wo diese Kurse gegeben werden können.

Königsteiner Woche:
Beliebtheit ist ein großes Thema unter den Schülern – wie steht es denn um die Beliebtheits-Skala des TGK?

Wolfgang Veltjens
: Wir sind sehr gesucht und haben ein großes Einzugsgebiet. Ein Viertel unserer Schüler kommt sogar aus dem Main-Taunus-Kreis, aus Kelkheim oder Neuenhain. Aber auch für die Glashüttener, Schmittener und Schloßborner sind wir erste Wahl. Wir haben ein klares Profil mit Schwerpunkten, guten Unterricht und gute Betreuung. Wir sind eine Schule, auf der man sich wohlfühlt.

Königsteiner Woche:
Wie wird das Schuljubiläum gefeiert?

Wolfgang Veltjens
: Am morgigen Freitag wird es ab 15 Uhr ein großes Schulfest geben mit Musik, Spielen, Gegrilltem und Kuchen. Unter anderem hat sich der Abi-Jahrgang von 1966 für das Schulfest angekündigt, bei dem jedermann willkommen ist. Zum Schulfest wird auch die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen zum Preis von 15 Euro erhältlich sein.

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