Königstein (efx) – Der Startschuss fällt pünktlich um 12 Uhr, wie man es von Profisportlern erwartet. Jan Felix Knobel, der Zehnkämpfer des Königsteiner Leichtathletik Vereins (KLV), betritt die Sportanlage Altkönigblick und trifft seine Förderer. Neben dem Leichtathletik Verein, zu dessen Zielen auch die Förderung von Ausnahmesportlern gehört, ist sich Knobel erneut der finanziellen Unterstützung durch die Taunus Sparkasse sicher. Die Vita von Jan Felix Knobel ist nicht nur in sportlicher Hinsicht herausragend, auch sein Engagement, ein zweites Standbein für die Zukunft aufzubauen, zeichnet ihn aus. So war der Deutsche Meister und U20-Weltmeister nicht nur bei den Olympischen Spielen in London dabei und siegte im vergangenen Jahr beim deutsch-amerikanischen Nationenvergleich „Thorpe Cup“.
Auch seine Bachelor-Arbeit im Fach Architektur hat er mit sehr guter Leistung abgeschlossen. Markus Franz, Mitglied des Vorstands der Taunus Sparkasse, weiß, „übertragen sich sportliche Erfolge auf das Arbeitsleben“, bilden sie die Motivationsgrundlage für viele Lebensbereiche und dies möchte die Taunus Sparkasse unterstützen. „Seit Ende 2015 sind wir offizieller Partner und Trainingsstätte des Olympiastützpunkt Hessen“, berichtet der erste Vorsitzende des KLV, Dr. Tobias Siebeneicher. Ein solches Gütesiegel begünstigt die Möglichkeit, Fördergelder bestmöglich in die Sportler zu investieren. Jan Felix, dessen persönliche Bestleistung mit 8.396 Punkten weit besser ist als die für Zehnkämpfer magische Grenze von 8.000 Punkten, konnte aus verletzungstechnischen Gründen in diesem Jahr leider nicht in Rio dabei sein.
Diese unglücklichen Umstände hindern ihn jedoch nicht daran, weiterhin an seinem Traum zu arbeiten und die sportliche Karriere voranzutreiben. Dies weiß auch die Taunus Sparkasse zu schätzen und man ist von der Einstellung des Sportlers beeindruckt: „In dieser Saison hat er viel Pech gehabt. Mancher hätte da das Handtuch geworfen.“ Doch der Zehnkämpfer sieht die Niederlage als Motivation und möchte auch diese Hürde schnell hinter sich lassen. Ein Blick über die Sportanlage Altkönigblick verrät, wofür die finanzielle Unterstützung der Taunus Sparkasse genutzt wurde: Eine neue Matte für die Hochsprunganlage samt passendem Aufbewahrungscontainer, der die Matte vor künftigen Wetterkapriolen schützt. Diese Matte verbessert die Trainingsbedingungen Knobels, bietet aber auch einen weiteren Baustein in der professionellen Ausrichtung des Vereins, der bereits durch die Symbiose aus Sportpark, Physiotherapie und großzügiger Sportanlage punktet. Dr. Katja Weinig-Kohlenbach vom KLV ist dankbar, „dass die Taunus Sparkasse in der Region sehr aktiv ist.“ Denn Sportler sind auf ihrem Weg nach oben auf solche Hilfen dringend angewiesen. Davon kann Jan Felix Knobel ein Lied singen. Er verdient mit dem Sport zurzeit noch wenig. Die Förderung deckt zwar den Aufwand, das Trainingsmaterial und die Fahrtkosten, aber in den meisten Fällen ist der Verdienst für eine spätere Vorsorge zu gering. „Zum Zehnkampf gehört auch der Stabhochsprung. Mein Satz Stäbe, die ich benötige, liegt bei 16 Stück. Dabei kostet ein Stab circa 600 bis 800 Euro“, erklärt Knobel. Aus diesem Grund ist er Förderern wie der Taunus Sparkasse außerordentlich dankbar.
Ganz besonders aber freut er sich über seine langjährigsten Sponsoren. Knobels Eltern haben sein Talent bereits früh entdeckt und unterstützt. „Sonst ginge das alles gar nicht! Ich müsste mein Auto finanzieren, ein Studium wäre nicht möglich.“ Und dies wäre mehr als schade, denn dass Knobel nicht nur sportlich allerlei drauf hat, zeigt er mit seinem Architektur-Studium an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden, die als Partnerschule des Sports eine duale Bildung ermöglicht. Die Hochschule bietet Mentoren, die für den Sportler ein optimales Zeitmanagement zwischen Trainings- und Lernphasen erarbeiten. Knobel ist als Friedrichsdorfer Bub am 16. Januar 1989 geboren und bereits in der Grundschule mit dem Leistungssport in Berührung gekommen. Spielte er lange Zeit auch sehr erfolgreich Tennis, merkte er doch, dass ihm die Leichtathletik noch mehr im Blut liegt. Fasziniert von den älteren Leichtathleten, die er in den Neunzigern mit großer Begeisterung bei Wettkämpfen anfeuerte, wollte auch er zu den „Großen“ dazugehören. Aus diesem Grund hängte er die Tennisschuhe mit 17 an den Nagel und fand im Leichtathletik-Kader seine sportliche Erfüllung. Er trainiert jeden Tag und kommt ohne groß zu überlegen auf neun Einheiten pro Woche, was einer ungefähren Trainingszeit von 30 Stunden die Woche entspricht. Hinzu kommen die intensive physiotherapeutische Betreuung, die Spitzensportler in Bestform bringt, und viele andere Dinge, die für den Sport oder um ihn herum organisiert werden müssen. „Wir sind stolz auf Jan Felix!“, berichtet Judith Wagemans, die die sportliche Leitung des Leichtathletik Vereins innehat. Darüber hinaus ist „Jan fast immer in der Region geblieben, was ihn besonders interessant für den Taunus macht.“ Dies kann Markus Franz von der Taunus Sparkasse nur bestätigen. „Profisportler wie Jan Felix sind Aushängeschilder unserer Region und benötigen unsere Unterstützung.“ Franz weiß, wovon er spricht. Er selbst war früher Leichtathlet und kann so den enormen Druck, dem Knobel ausgesetzt ist, gut nachvollziehen.
Er ist fasziniert von Menschen, die bereit sind, im Wettkampf alles zu geben, ihr Leben zu ändern und dem Sport zu widmen. Zehnkämpfer müssen ihre Überlegenheit in vielen Disziplinen unter Beweis stellen. Nicht nur das Laufen muss perfektioniert sein. Auch zum Beispiel im Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwurf oder Stabhochsprung sammelt der Zehnkämpfer wertvolle Punkte. Dr. Tobias Siebeneicher weiß, dass Profisportler wie Jan Felix Knobel „für den Verein ein Vorbild sind.“ Diese Vorbildfunktion unterstreicht der Zehnkämpfer auch durch seine Überzeugung. Nach seiner verpassten Olympia-Qualifikation handelt er nach dem Motto: „Jetzt erst recht!“ Allerdings findet er es schade, dass Randsportarten oftmals nicht die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen. Leichtathletik kommt oft zu kurz und tritt vor anderen Sportarten wie zum Beispiel Mannschaftssportarten (Fußball) in den Hintergrund.
„Der Verband präsentiert sich zu wenig. Man muss auf sich aufmerksam machen, damit man wahrgenommen wird“, erklärt er. Die Unterstützung des Königsteiner Vereins ist ihm jedoch sicher. Denn die Königsteiner haben längst erkannt, dass ein Verein Öffentlichkeit benötigt, um so Kontakte und Gelder zu sammeln. Dies kann die Taunus Sparkasse nur bestätigen. Vorstandmitglied Markus Franz weiß: „Der Leichtathletik Verein Königstein ist einer der Leuchttürme des Hochtaunuskreises.“ Dem enormen Druck, der auf den Schultern eines Spitzensportlers lastet, sieht Knobel alles in allem aber gelassen entgegen. Mit dem Bachelor in der Tasche und dem Hochsprung-Stab in der Hand, hat er die nächste Europa- und Weltmeisterschaft fest im Blick, die Unterstützung seiner Heimatregion ist dem sympathischen Friedberger allemal sicher!
