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Verein „Social Business Women e.V.“ unterstützt und begleitet Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg

Geschäftsführerinnen des Vereins „Social Business Women e.V.“ Elke Matthes (v. li.) und Gabriele Möhlke. Foto: Scholl

Königstein (gs) – „Weibliche Potenziale stärken und berufliche Perspektiven gestalten“ – so lautet der Leitsatz des Vereins Social Business Women e.V., der seine Hauptgeschäftsstelle im letzten Jahr in der Limburger Straße in Königstein eröffnet hat.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen beim Wiedereinstig in den Beruf oder bei der Existenzgründung zu unterstützen und zu begleiten. Das Besondere an den Zielen des Vereins ist es, diese Unterstützung genau den Frauen anzubieten, die es ohne den Verein besonders schwer hätten, beruflich wieder Fuß zu fassen. Die betreffenden Frauen befinden sich oft in prekären Lebenssituationen und brauchen fachkundige Unterstützung, um den Wiedereinstig zu bewältigen. Social Business Women e.V. (SBW) unterstützt Frauen, die auf Grund ihrer persönlichen Lebensumstände Schwierigkeiten haben, eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Grund hierfür kann Erwerbslosigkeit, ein Leben am Existenzminimum, ein Migrationshintergrund oder auch das Leben als alleinerziehende Mutter sein.

Vertreten wird der Verein in Königstein durch die sehr engagierten Geschäftsführerinnen Elke Matthes und Gabriele Möhlke (Vorstandsvorsitzende). Das Förderkonzept, das Gabriele Möhlke als Gründungsmitglied des Vereins mit entwickelt hat, ist so innovativ wie interessant. „Wir möchten den Frauen, die sich an uns wenden, eine Förderung und Begleitung aus einer Hand anbieten“, beschreibt Möhlke das Vereinskonzept. Der Leitsatz „We won‘t let you fail“ steht am Beginn einer jeden Beratung. Doch was ist nun so innovativ an dem Konzept des Vereins?

Am Beginn der Zusammenarbeit stehen immer ein individuelles Gespräch und eine Beratung rund um das Thema „Beruf“. Hier sollen die Frauen Wünsche äußern, Erfahrungen und Kompetenzen werden erfasst und die Stärken der Bewerberinnen herausgearbeitet. Es geht um die Frage „Was kann ich und was möchte ich“. „Oft haben die Frauen, die zu uns kommen eine gute Ausbildung und bereits umfangreiche Kompetenzen in ihrer früheren Tätigkeit erworben. Durch Jobverlust oder auch eine längere Familienpause sind sie sich ihrer Stärken nicht mehr bewusst. Sie zweifeln an ihrem Können und darunter leidet das Selbstbewusstsein“, weiß Elke Matthes aus ihrer täglichen Arbeit mit den Bewerberinnen zu berichten. „Wir möchten ihre Stärken stärken und ihre Schwächen schwächen“, so Matthes. Gemeinsam mit den Frauen werden individuelle Wege gesucht, wie ein Wiedereinstieg in das Berufsleben aussehen könnte.

Das Programm der SBW holt die Frauen in ihrer schwierigen Lebenssituation ab und zeigt ihnen berufliche Perspektiven auf. Dies kann sowohl eine angestrebte Festanstellung oder auch eine Existenzgründung sein. SBW begleitet beide Wege und setzt die Begleitung auch fort, wenn sich die Frauen anders entscheiden und statt einer Festanstellung die Existenzgründung ins Auge fassen. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, circa 750 Frauen pro Jahr in ihre Förderung aufzunehmen.

Die betreffenden Frauen nehmen zunächst an einem Training des Vereins teil, in dem sie alles über die Förderwege und -möglichkeiten des Vereins erfahren. Im anschließenden persönlichen Einzelgespräch werden die Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen der Frauen erfasst und es werden Entwicklungsmöglichkeiten erarbeitet und aufgezeigt. Nach diesem Gespräch trifft jede Frau individuell die Entscheidung, ob sie den angestrebten Wiedereinstieg in Form einer Festanstellung in Angriff nehmen möchte oder ob das Thema „Existenzgründung“ im Fokus steht. Bei der Entscheidung zur Festanstellung übergibt der Verein die Frau an ihre hauptamtlichen Betreuerinnen in einem der fünf Standorte des Vereins, um dort die Koordination der Arbeitsmarktberatung, Berufsorientierungskurse bei ausgewählten öffentlichen Trägern oder auch die Teilnahme an Workshops zu übernehmen.

Auf diesem Weg betreut der Verein die Frauen übergreifend, koordiniert sinnvolle Maßnahmen und begleitet die Frau durch die gesamte berufliche Qualifizierung bis zur Wiederanstellung. Hierzu hat SBW an ihren fünf Standorten Kooperationspartner, die vom Verein finanziell und organisatorisch (z.B. durch Referenten) unterstützt werden.

Entscheiden sich die Frauen für den Weg der Existenzgründung, so unterstützt der Verein sie durch Existenzgründungsberatung, Vorbereitungskurse (z.B. Steuern, Marketing, Rechnungslegung) oder entsprechende Workshops zur Existenzgründung. Erfahrene Beraterinnen und Trainerinnen unterstützen die Frauen engagiert und bedarfsorientiert bei der Verbesserung ihrer Chancen.

Im Zusammenhang mit der Existenzgründung besteht für den Verein die Möglichkeit, den Frauen mit einem Darlehn in Höhe von maximal 10.000 Euro den Einstieg in die Selbständigkeit zu ermöglichen. „Da sich die von uns betreuten Frauen oft in Lebenssituationen befinden, die eine Kreditaufnahme bei einer Bank unmöglich machen, freuen wir uns besonders, dass wir die Frauen auch finanziell unterstützen können“, beschreibt Gabriele Möhlke das finanzielle Engagement des Vereins.

Die Darlehnsgelder stehen in einem Fond zur Verfügung, der sich aus Geldern der Kooperationspartner des Vereins (Accenture-Stiftung, KFW Stiftung, Stiftung Flughafen Frankfurt/Main, Sparkassen Finanzgruppe ) sowie Spendengeldern zusammensetzt. Die Gewährung eines Darlehns ist natürlich auch hier bestimmten Anforderungen unterworfen, z.B. der Präsentation eines tragfähigen Businessplans. Sicherheiten, wie Kreditinstitute sie fordern, werden aber nicht nachgefragt.

Die Idee der Gründungsförderung durch „Mikrokredite“ geht auf den Friedensnobelpreisträger des Jahres 2006 – Prof. Muhammad Yunus zurück, der diese Förderungsidee ursprünglich für Frauen in Indien konzipierte und damit großen Erfolg hatte. Prof. Yunus unterstützt das Engagement des Social Business Women e.V. persönlich und ist auch ein gern gesehener Gast in den Räumlichkeiten des Verein.

Der Verein kann auf viele erfolgreiche Unternehmensgründungen ihrer Bewerberinnen zurückblicken. Für das Erreichen der angestrebten 750 Förderungen im Jahr ist allerdings noch ein wenig Luft. Dies führt Gabriele Möhlke darauf zurück, dass der Verein sehr umsichtig wirtschaftet und nur einen geringen Teil seines Budgets für Marketing aufwendet.

„Wir möchten auch auf diesem Weg interessierte Frauen ermuntern, mit uns Kontakt aufzunehmen. Durch ihre Expertise und ihr Engagement können unsere erfahrenen Trainerinnen fast allen Frauen bei der Verbesserung ihrer Einstiegschancen helfen.“

Auch interessierte Unternehmen, die den sozialen Erfolg des Vereins unterstützen möchten, sind gerne aufgefordert, mit dem Verein Kontakt aufzunehmen. Eine Unterstützung ist außer in finanzieller Form auch durch den Einsatz von Manpower (z.B. Fachreferenten) möglich.

Wer gerne Kontakt zu dem Verein „Social Business Women e.V.“ aufnehmen möchte, wendet sich bitte an Elke Matthes, Telefon 06174/9680868 oder an kontakt[at]social-business-women[dot]com.

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