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Schneidhains letzter Bürgermeister ist 90: Willy-Brandt-Medaille für „Schorsch“ Gregori

Schneidhain (red) – Der vergangene Donnerstag war ein besonders langer Tag für ein besonderes Geburtstagskind in Schneidhain. Zu lange für die KöWo, um alles zu erfassen, aber zum Glück haben sich Ortsbeirat und Parteifreunde gerne bereit erklärt, hier einzuspringen und sich die Berichterstattung geteilt... Sein Herz schlägt unverändert in und für Schneidhain. „Hier bin ich – vielleicht sogar als letzter waschechter Schneidhainer – im Haus meiner Eltern geboren, meine drei Schwestern schon nicht mehr, die im Krankenhaus und jetzt habe ich sogar einen Urenkel unter unserem Dach“, schmunzelte Georg Gregori. Damals, vor genau 90 Jahren, am 1.3.1928 wusste er noch nicht, dass er sein Leben lang eng mit dem damals selbstständigen Dörfchen verbunden bleiben wird. Er wusste nicht, dass er als Schneidhains letzter Bürgermeister einen Vertrag für Schneidhain aushandeln wird; einen Vertrag, den seine Vorfahren schon Anfang des 20. Jahrhunderts anstrebten, den Anschluss an Königstein. Diesen, so Beate Großmann-Hofmann, verhandelten 1908, also 20 Jahre vor Gregoris Geburt, u.a. Bürgermeister Lorenz Malter und der 1. Schöffe Philipp Gregori auf Schneidhainer Seite mit dem Königsteiner Bürgermeister Anton Jacobs. Eine Einigung kam damals nicht zustande.

„Herrn Gregori haben wir Schneidhainer den wirklich guten Grenzänderungsvertrag von 1972 zu verdanken!“, lobte Uwe Lampe, stellvertretender Ortsvorsteher, der – wie so viele andere – zum Gratulieren vorbeigeschaut hatte. „Aber nicht nur als Ortsvertreter schätzen wir ihn“, ergänzte Ortsvorsteherin Nicole Höltermann, „Ich freue mich immer, wenn ich Herrn Gregori bei seiner täglichen Runde mit Herrn Malter sehe – immer fröhlich mit einem scharfsinnigen Spruch auf den Lippen.“ „Ein vier Generationenhaus, das ist beachtlich!“, würdigte Dr. Christian Lauer, der stellvertretend für den Schneidhainer Ortsausschuss der katholischen Kirchengemeinde ein Fläschchen vorbeibrachte, „Während meiner Zeit als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates waren es stets gute und konstruktive Gespräche mit Herrn Gregori, der sich zeitgleich im evangelischen Kirchenvorstand engagierte.“ Ja, es gab viele, die an diesem Ehrentag auf vielfältige Art gratulierten und ihre Achtung zum Ausdruck brachten. Jedoch besonders leuchteten Gregoris Augen, als zwei Nachbarjungen klingelten. „Das ist ja schön! Dankeschön und grüßt herzlich!“, freute er sich bei der Verabschiedung und zu Höltermann gewandt: „Sehen sie, es gibt keinen schöneren Ort als Schneidhain!“ Darin waren sich auch die „Neumitglieder der alteingesessenen Großfamilie Gregori“ einig und machten sich zum Aufbruch in die Dorfschänke in Schneidhain bereit, um dort gemeinsam mit ihrem Schorsch weiter zu feiern.

Hier hat die SPD Georg „Schorsch“ Gregori anlässlich seines 90. Geburtstages schließlich mit der Willy-Brandt-Medaille geehrt. Dr. Ilja-Kristin Seewald, Ortsvereinsvorsitzende der SPD Königstein, und Ingrid Reimer, stellvertretende Vorsitzende der AG 60 plus Hochtaunus, übergaben dem Jubilar die Medaille. Die Willy-Brandt-Medaille, benannt nach dem ehemaligen Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger, ist die höchste Auszeichnung, die die Partei an ihre Mitglieder vergibt. Die SPD ehrt damit Mitglieder, die sich um die Sozialdemokratie in besonderer Weise verdient gemacht haben. Im Hochtaunus wurde sie bisher nur wenige Male vergeben. „Schorsch Gregori hat sich als Bürgermeister und erster Stadtrat in besonderer Weise für die Bürgerinnen und Bürger in Königstein und Schneidhain eingesetzt. Seine pragmatische politische Arbeit nah bei den Menschen und für die Menschen wurde von vielen geschätzt, seine Tatkraft bewundert“, sagte Dr. Ilja-Kristin Seewald bei der Übergabe der Medaille. „Dieser Politikstil fehlt heute, wir sehen in Schorsch Gregori ein großes Vorbild für uns.“

„Es gibt keinen schöneren Ort als Schneidhain“, diese Einschätzung von Georg Gregori belegten die Einwohner eindrucksvoll und gratulierten ihrem letzten Bürgermeister vor der Eingemeindung gleich einen ganzen Tag lang zum 90. Geburtstag. Links kommen die Nachbarjungs zu ihm nach Hause, rechts überreichen Dr. Ilja-Kristin Seewald und Ingrid Reimer (von links nach rechts) die Willy-Brandt-Medaille in der Dorfschänke, wo der Tag endete.
Fotos: Privat

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