Jörg Pöschl erneut Falkensteiner Apfelwein-König

Unverkennbar ein feierlicher Akt mit persiflierender Note: Falkensteins Maikönigin Victoria I. und Ortsvorsteher Walter Schäfer rahmen den alten und neuen Falkensteiner Apfelweinkönig Jörg Pöschl ein.Foto: privat

Falkenstein (kw) – Steht der König vor der Abdankung? Diese Frage hörte man zuletzt des Öfteren mal durch Falkenstein hallen. Zur Aufklärung sei den Ortsunkundigen gesagt, dass die Keltergemeinschaft „Rue de la Fussehl“ Falkenstein zur traditionellen Krönung des Falkensteiner Apfelwein-König 2026 aufgerufen hatte und man sich fragte, ob Jörg Pöschl als Gewinner 2024 und 2025 vor dem Titel-Hattrick stand oder ob die Kelterer im Bergdorf einen neuen König ausrufen konnten. Um es kurz zu machen: Pöschl konnte tatsächlich das gehaltene „Triple“ hinlegen.

Von den anonymen Proben, die die Mitglieder der Keltergemeinschaft aus ihren Kellern abgeben konnten, wurde Pöschls „Stöffche“ auch dieses Jahr mit der höchsten Punktzahl von 89 versehen. Bei den abgegebenen Bewertungen der 20-köpfigen Jury war es letztlich ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem zweitplatzierten Thomas Fischer, der den seit 1996 ausgetragenen Wettbewerb 2019 gewinnen konnte. Fischer erreichte letztlich 83 Punkte, sah aber lange Zeit bei der Auszählung wie der mögliche Sieger aus. Tags zuvor hatte sich Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko eigens „auf den Berg“ begeben, um eigenhändig und quasi als „notarielle Oberaufsicht“ die 18 Probeflaschen zu anonymisieren und zu versiegeln. Nur sie wusste, welche Namen sich hinter den einzelnen Nummern verbargen. Die anwesenden 20 Juroren, sozusagen das kleine „who-is-who“ der Stadtteilprominenz, hatten es am heißesten Tag des Jahres mit rekordbestätigten 41° Celsius im Schatten dann nicht leicht, kühlen Kopf um den erfrischenden Schoppen zu bewahren: Farbe, Geruch, Geschmack und Klarheit wurden bewertet und in die Bewertungsbögen eingetragen. Nach 90 Minuten wurden die einzelnen Bewertungen im Beisein aller vorgelesen, in die Gesamtliste auf dem bereitstehenden Flipchart eingetragen und mit lautem „Hallo“ und manchen dazugehörigen Sprüchen das Geheimnis gelüftet, welcher Name sich hinter welcher Nummer verbarg.

Dass die Falkensteiner Kelterer manch ernste Prämierung andernorts eher bewusst persiflieren, verdeutlicht bereits das wahrlich königliche Ornat in Form eines Hermelinmantels, einer Krone, eine Schärpe und eines royalen Apfelzepters, welches der neue Monarch zumindest für einige Minuten für das Erinnerungsfoto tragen muss. Danach verschwinden die Insignien der Herrschaft wieder unter dem erleichterten Seufzen des Titelträgers für ein Jahr in einer Kiste, der Wanderpokal verbleibt aber zumindest bis zur nächsten Prämierung in der Obhut des „Kini“.

„Wir nehmen das Ganze alles andere als bierernst, auch wenn dieser Ausdruck bei Apfelweintrinkern nicht ganz passt“, so Jörg Pöschl lachend. „Es ist immer ein geselliger und lustiger Grillabend mit Freunden und Bekannten, bei dem wir in der trotzdem sehr gewissenhaft vorgenommenen Bewertung weder nach Oechslegraden, Alkoholgehalt noch nach Sonstigem schauen. Das einzige Motto lautet: Er schmeckt oder er schmeckt nicht!“

Seit 30 Jahren gibt es bereits diesen kleinen „Apfelwein-Contest“ in Falkenstein, der auf dem Anwesen des vierfachen Gewinners Rudi Danzer auf dem „Hainberg“ seinen Ursprung fand. Die ersten sechs Plätze belegten diesmal hinter Pöschl und Fischer dann Matthias Förster, Gastkelterer Holger Hunkel (Königstein), Eric Hess und Rudi Danzer.



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