Falkenstein (as) – Als letzter der Königsteiner Ortsbeiräte hat in der vergangenen Woche auch jener von Falkenstein seine konstituierende Sitzung abgehalten. Im Mittelpunkt standen die Wahlen, die allerdings im Vergleich zu Schneidhain und Mammolshain vergleichsweise unspektakulär verliefen, da zumindest an der Spitze des Ortsbeirats von Beginn an keine Änderungen ins Haus standen. Als einziger Kandidat für das Amt des Ortsvorstehers wurde der bisherige Amtsinhaber Walter Schäfer (CDU) vorgeschlagen – und einstimmig bei einer Enthaltung wiedergewählt.
Zwei Kandidaten gab es dagegen für die Wahl des stellvertretenden Ortsvorstehers. Vorgeschlagen wurden Franz Josef Nick (FDP) und Robert Glässer (ALK). In der geheimen Wahl stimmten sechs Ortsbeiräte für Nick, der damit in das Amt gewählt wurde. Drei Stimmen – und damit eine mehr, als die ALK hat – entfielen auf Glässer.
Nachdem die Verwaltung seit Beginn der neuen Legislaturperiode wieder die Schriftführung in allen Ortsbeiräten übernommen hat, wurde Katya Hengen als Schriftführerin nominiert. Für die Position des Stellvertreters, der aus den Reihen des Ortsbeirats zu stellen ist, erklärte sich Peter Hoffmann (CDU) bereit. Beide Kandidaten wurden in offener Wahl einstimmig gewählt. In der vergangenen Wahlperiode war nach dem Rückzug der Verwaltung aus dem Amt noch Dr. Bärbel von Römer-Seel als Schriftführerin tätig gewesen.
Erbbau statt Verkauf
Einziger weiterer offizieller Tagesordnungspunkt war der Stand des Verkaufs des bebauten städtischen Grundstücks in der Hohemarkstraße 31. Nachdem die Stadt seit dem Jahr 2024 kein entsprechendes Kaufgebot von einer knappen Million Euro erhalten hat, lag jetzt die Beschlussvorlage vor, das Grundstück nun im Erbbaurecht zu vergeben. Gekauft werden muss dann nur noch das Haus, für das 361.500 Euro plus Nebenkosten angesetzt worden sind. Auch wenn die erwartete außerplanmäßige Einnahme der Stadt, sofern sie denn überhaupt zustande kommt, deutlich geringer ausfallen und damit auch auf den Ergebnishaushalt 2026 durchschlagen wird, wurde die Vorlage mit sieben Ja- bei zwei Nein-Stimmen angenommen.
Walter Schäfer berichtete von weiteren Themen, die behandelt wurden. Seit dem vergangenen Spätsommer ist durch Lockerung im Gemäuer der Turm der Burgruine Falkenstein bereits gesperrt. Jetzt hat die Verwaltung mitgeteilt, dass aktiv an einer Instandsetzung gearbeitet werden soll. Schätzungen zu Dauer und Kosten konnten aber noch nicht gegeben werden, sodass der Turm, im Gegensatz zur restliche Anlage, bis auf Weiteres nicht begehbar ist. Beseitigt werden sollen aber schon in Kürze die Schlaglöcher in der Straße „Mayers Gärten“.
Was passiert mit Christkönig?
Ein weiteres Thema, das am Abend nicht besprochen wurde, das Schäfer als Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats aber umtreibt und sicher auch bald den Ortsbeirat beschäftigen dürfte, ist die Umnutzung der nicht mehr genutzten Pfarrkirche Christkönig. „Mich beschäftigt das Thema seit langer Zeit“, sagt Schäfer, nachdem das Bistum in seiner Immobilienstrategie 2024 bekannt gegeben hatte, die Kirche nicht mehr zu benötigen und insofern auch das marode Dach nicht zu reparieren. Noch ist die Kirche nicht profanisiert, eine Abfrage nach Interessenten ist noch nicht erfolgt, so Schäfer, zumal es sich um ein Sonderbebauungsgebiet handelt, in dem auch der Kirchturm aus Denkmalschutzgründen erhalten werden muss. Schäfer träumt von einem „Kultur- und Musikzentrum“, er preist die gute Akustik an. Doch es werde Investoren oder einen großen Mäzen brauchen, der das Gebäude für den Ortsteil erhalten möchte, darüber ist sich der Ortsvorsteher im Klaren.
In Anbetracht des vor dem Neubau stehenden Bürgerhauses (hierzu sind Informationen im Ortsbeirat am 11. Juni zu erwarten) dürfte die Entwicklung des Kirchengebäudes nicht einfacher werden. Zwei Veranstaltungssäle in Falkenstein sind wahrlich schwer vorstellbar.