Zwei Ehrenbriefe des Landes Hessen gehen an Falkensteiner Aktivposten

Bei der Verleihung des Landesehrenbriefe an Eva-Maria Dorn und Peter Majer-Leonhard (Mitte) waren (v.l.) Stadtverordnetenvorsteher Michael-Klaus Otto, 1. Stadtrat Jörg Pöschl, Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko und Falkensteins Ortsvorsteher Walter Schäfer zugegen. Foto: Schramm

Falkenstein (as) – Der Heimatverein Falkenstein gehört ohne Frage zu den Aktivposten der Königsteiner Vereinsszene. Wenn es darum geht, Königsteins höchstgelegenen Stadtteil als Heimat für alle Falkensteinerinnen und Falkensteiner attraktiv zu halten und dessen Geschichte zu bewahren, dann haben sich in den vergangenen gut 35 Jahren zwei Menschen besondere Verdienste erworben: der frühere Vorsitzende des Heimatvereins Peter Majer-Leonhard und dessen Nachfolgerin Eva Maria-Dorn. Gemeinsam haben sie in den verschiedenen Funktionen 61 Jahre im Vorstand des Heimatvereins gewirkt und tun dies im Falle von „Evi“ Dorn noch immer. Peter Majer-Leonhard war zudem für die Freiwillige Feuerwehr des Stadtteils und in der Falkensteiner Fastnacht über Jahrzehnte hinweg eine feste Größe.

Für den Ministerpräsidenten des Land Hessen Boris Rhein war das Grund genug, das Duo auf Vorschlag des 1. Stadtrats und Ur-Falkensteiners Jörg Pöschl mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen zu würdigen. Die von Rhein und Landrat Ulrich Krebs unterzeichneten Urkunden wurde am Montag von Königsteins Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko in Anwesenheit von Familienmitgliedern der Geehrten, Mitstreitern im Verein, Stadtverordnetenvorsteher Michael-Klaus Otto und einigen Mitgliedern des Magistrats der Stadt Königstein im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Rathaus übergeben.

Schenk-Motzko stellte in ihrer Laudatio das „Herzblut und die Leidenschaft“ heraus, mit dem Majer-Leonhard und Dorn sich für die Gemeinschaft in Falkenstein engagiert haben. Sie dankte ihnen für ihre „Tatkraft, Zuverlässigkeit, Geduld und Ideen“, mit denen sie der Gemeinschaft „ein Gefühl von Heimat“ geschenkt hätten.

Peter Majer-Leonhard

Die Karriere des Versicherungskaufmanns Peter Majer-Leonhard, der 1956 im Alter von 15 Jahren mit seinen Eltern – sein Vater war der berühmte Schuldirektor Ernst Majer-Leonhard – von Königstein nach Falkenstein gezogen war, begann im Fußballtor der TSG Falkenstein. Von 1956 bis 1970 flog er als hellblonder Torwart durch die Strafräume der Fußballplätze der Region, oft angefeuert von einer damals noch unbekannten jungen Frau aus dem Badischen, die später seine Frau, Mutter von zwei gemeinsamen Kindern und Ortsvorsteherin von Falkenstein werden sollte: Lilo Majer-Leonhard. Im Ehrenamt war M-L, bei dieser kurzen Formel weiß jeder Falkensteiner, wer gemeint ist, zunächst von 1979 Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Falkenstein, anschließend noch zwei Jahre 2. Vorsitzender, danach jahrelang Mitglied des Fördervereins. Von 1987 bis 1993 „schmiss“ er mit Karl-Erich Giese als Co-Sitzungspräsidenen die Falkensteiner Fastnacht, ging auch in verschiedenen Rollen in die „Bütt“, unter anderem mit Sohn Jan als Bäckermeister und Lehrling, während Ehefrau Lilo als Chansonniere mit dem Lied „Falkensteiner Männer sind wunderbar“ verzauberte. Sein Nachfolger wurde Jörg Pöschl. Parallel hatte er im Heimatverein angefangen, von 1990 bis 2013 war er dessen Vorsitzer, danach fünf Jahre Zweiter Vorsitzender und dann noch drei Jahre bis 2021 Beisitzer. Da er so viel bewegen konnte für den Stadtteil und sich insbesondere beim damals zweitägigen Feuerwehrfest für die Integration von Neubürgern verdient machte, habe ML sich auch nie für ein politisches Amt beworben, so Schenk-Motzko.

Evi Dorn

Der Wechsel an der Spitze des Heimatvereins erfolgte im Jahr 2013. Und auch hier lag das Gute nah. Die Wahl fiel auf Eva-Maria Dorn, die nicht ganz zufällig die Schwester von Majer-Leonhards Partner Karl-Erich Giese ist. Beide sind in einem vom Ehrenamt geprägten Haus groß geworden. Die gebürtige Falkensteinerin, die inzwischen in Neuenhain lebt, hatte sich bereits seit 17 Jahren im Verein „hochgearbeitet“, war seit 2008 Vize und ist mittlerweile seit 30 Jahren Vorstandsmitglied.

Als Lehrerin an der Grundschule erschloss sie dem Heimatverein ganz neue Mitglieder aus der Elternschaft. Schulunterricht und die Identifikation mit dem Stadtteil gingen bei ihr immer Hand in Hand, sie ist Initiatorin von so beeindruckenden Initiativen wie „Sauberes Falkenstein“ und der Spendenaktion für die Weihnachtsbeleuchtung in Gestalt der strahlenden Kometen. „Sehr charmant, aber auch mit einem gewissen Nachdruck“, bringe die 73-Jährige die Anliegen gegenüber der Stadtverwaltung zu Gehör, sodass Pöschl auch mal aufs Bremspedal treten müsse, berichtete die Bürgermeisterin in ihrer Laudatio.

Was für beide Geehrten gleichermaßen gilt: „Sie beiden zeigen, dass Heimat mehr ist als der bloße Begriff. Heimat sind vor allem die Menschen, die sich umeinander kümmern und gemeinsam etwas bewegen, sodass ein Gefühl von Geborgenheit, Vertrautheit und Identität entsteht“, so die Bürgermeisterin treffend. Sie wünsche sich, dass das Beispiel der beiden Geehrten auch andere, insbesondere Jüngere dazu ermutige, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. In dieser Hinsicht befindet sich der Heimatverein Falkenstein – und da waren sich alle Anwesenden einig – auf einem guten Weg.

Ein Wunsch zur Burg

Er wäre kein echter Falkensteiner und Kämpfer für das Baudenkmal Falkensteiner Burg, hätte M-L seine Dankesworte nicht auch dafür genutzt, einen Wunsch loszuwerden, der gerne an den Landrat überbracht werden dürfe. Der Denkmalschutz habe sich im Naturschutzgebiet Falkensteiner Hain bisher nicht gegen das Umweltministerium durchsetzen und den Wegschnitt der Bäume in unmittelbarer Nähe der Burgmauern ermöglichen können. „Der Naturschutz darf nicht die 800 Jahre alte Geschichte der Burg dominieren – sie braucht Luft“, so der Appell.

Evi Dorn erlaubte sich noch, ein kleines Gedicht über das Ehrenamt von Wilhelm Busch zu rezitieren: „Willst du froh und glücklich leben, lass dir kein Ehrenamt geben …“. Wer so viel bewegt hat und dabei alle Seiten des Ehrenamtes kennengelernt hat, dem ist auch eine kleine Persiflage erlaubt. Jeder, der ehrenamtlich tätig ist – und das war ein Großteil der Anwesenden an diesem Tag – kennt den Funken Wahrheit hinter diesen Zeilen. Und macht trotzdem weiter – für die Gemeinschaft, für Königstein, für den Stadtteil.



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