Carls Stiftung fördert psychologische Beratung für Angehörige von Krebspatienten am Markus Krankenhaus

Königstein/Frankfurt (kw) – Die Diagnose Krebs ist nicht nur für Betroffene ein Schock. Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf das gesamte persönliche Umfeld, insbesondere auf Familie und enge Bezugspersonen. Ihnen eine psychoonkologische Betreuung und Beratung anzubieten, ist das Ziel eines neuen, deutschlandweit einzigartigen Projekts am Agaplesion Markus Krankenhaus.

Ermöglicht wird es durch eine Spende von 500.000 Euro der gemeinnützigen Carls Stiftung aus Königstein. „Der Bedarf an psychoonkologischer Unterstützung für Angehörige von Krebspatientinnen und -patienten ist groß, wird bislang jedoch nicht von den Krankenkassen finanziert. Dabei erleben Familienmitglieder häufig ähnliche Sorgen und Ängste und stoßen nicht selten an ihre Belastungsgrenzen. Dank der Förderung der Carls Stiftung kann hier eine wichtige Versorgungslücke geschlossen und Angehörigen die professionelle Hilfe angeboten werden, die sie in dieser schwierigen Lebenssituation benötigen. Davon profitieren nicht nur die Familien selbst, sondern auch die betroffenen Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Dr. med. Axel Dignaß, Chefarzt der Medizinischen Klinik I.

Die Psychoonkologie am Agaplesion Markus Krankenhaus ist bereits seit über 20 Jahren fester Bestandteil des ergänzenden Therapieangebots für Krebspatienten. Dank der Spende der Carls Stiftung konnte nun das Leistungsspektrum um die Begleitung von Angehörigen erweitert werden.

Die Carls Stiftung fördert bereits seit mehreren Jahren Projekte aus dem Bereich der Psychoonkologie, um Patienten und deren Familien zu unterstützen. Ergänzend zur praktischen Arbeit in den Kliniken richtete sie im Jahr 2020 an der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) eine Stiftungsprofessur ein. Diese vermittelt das für die Krebstherapie wichtige Beratungswissen direkt an die Studierenden aus dem Bereich Pflege und Gesundheit. Durch diese Initiative wurde das Thema Psychoonkologie erstmals Bestandteil des Studienlehrplans. Darüber hinaus wird die Akademisierung in diesen Berufsfeldern vorangetrieben und die Absolventen werden optimal auf die Herausforderungen im komplexen Gesundheitssystem vorbereitet.

„Durch unsere langjährige Förderung zahlreicher Projekte im Gesundheitswesen haben wir immer wieder erlebt, wie wichtig es ist, nicht nur die Patientinnen und Patienten selbst in den Blick zu nehmen, sondern auch die Menschen, die ihnen nahestehen, in den Betreuungs- und Beratungsprozess einzubeziehen. Aus dieser Erfahrung heraus begleiten wir dieses neue Projekt am Markus Krankenhaus mit großer Überzeugung und Freude“, erklärt Ulrike Soeffing geborene Carls, Vorstandsvorsitzende der Carls Stiftung.

„Wir freuen uns sehr, dass jetzt die personellen Ressourcen vorhanden sind, um sehr viel umfassender als bisher auch der Partnerin oder dem Partner, den Eltern, den Kindern und anderen wichtigen Bezugspersonen in dieser mental belastenden Situation zur Seite zu stehen. In Gesprächen können Gefühle und Gedanken offen angesprochen werden.“

Fünfjährige Laufzeit

Ein häufiges Thema für Angehörige ist die Frage, wie sie gut helfen und gleichzeitig auch gut für sich selbst sorgen können“, sagt Claudia Gutmann, Leitung der Psychoonkologie. Das Angebot findet im Rahmen eines Projekts mit fünfjähriger Laufzeit statt und schließt eine Versorgungslücke, da die Kostenträger die psychologische Mitbetreuung von Angehörigen bislang nicht finanzieren. Mit dem Projekt soll nicht nur unmittelbar eine bessere Versorgung der betroffenen Familien erreicht werden. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen zugleich dazu beitragen, die Bedeutung einer professionellen psychoonkologischen Angehörigenbetreuung sichtbar zu machen und Perspektiven für eine langfristige Finanzierung zu entwickeln.

Das Agaplesion Markus Krankenhaus hat einen breiten onkologischen Schwerpunkt. Unter dem Dach des Agaplesion Onkologischen Zentrums Frankfurt vereint es zertifizierte Organkrebszentren für Brustkrebs, gynäkologische Tumorerkrankungen, Lungenkrebs, viszeralonkologische sowie uroonkologische Erkrankungen. Um ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen, wird im Rahmen der onkologischen Therapie neben der evidenzbasierten Medizin auf höchstem wissenschaftlichem Niveau auch großer Wert auf ergänzende Angebote wie Psychoonkologie, Ernährungsberatung oder Bewegungstherapie

gelegt.

Weitere Informationen über das Agaplesion Markus Krankenhaus im Internet unter: www.markus-krankenhaus.de und über die Carls Stiftung unter: www.carlsstiftung.de.

Prof. Dr. med. Axel Dignaß, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Markus Krankenhaus und Ulrike Soeffing, Vorstandsvorsitzende der Carls Stiftung, schließen gemeinsam eine Versorgungslücke. Foto: privat



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