CDU Königstein: Neue Stadtmitte ist Ergebnis eines langen demokratischen Prozesses

Königstein (kw) – Mit dem Beginn der Baumfällungen wird die Neugestaltung der Innenstadt erstmals im Stadtbild sichtbar. Die CDU Königstein nimmt die aktuellen Diskussionen zum Anlass, die Hintergründe des Projekts einzuordnen und für eine sachliche Debatte zu werben.

Die Neue Stadtmitte ist kein kurzfristiger Beschluss, sondern Ergebnis eines jahrzehntelangen politischen Prozesses. Bereits 1997 wurde in Veröffentlichungen der CDU die Idee formuliert, oberirdische Parkflächen in eine Tiefgarage zu verlegen, um Platz für Grün und Aufenthaltsqualität zu schaffen („Platz im Park statt Parkplatz“). 2021 wurde im Rahmen der damaligen Kooperation ein gemeinsames Konzept von CDU und ALK erarbeitet. Daniel Georgi, Mitglied der damaligen Gruppe, erklärt: „Das ausgearbeitete Konzept wurde von der CDU getragen. Von Seiten der ALK gab es weder eine Zustimmung noch den Wunsch nach Nachverhandlungen. Mit der Annahme des FDP-Antrags zum vorzeitigen Abbruch des Verkehrsversuchs wurde dann – ohne Rücksprache – einem zentralen Bestandteil des Konzepts widersprochen – damit war die Grundlage der Zusammenarbeit faktisch entzogen..“

Im Anschluss folgte 2023 eine umfassende Bürgerbeteiligung. Auf dieser Grundlage fasste die Stadtverordnetenversammlung im Juni 2025 den demokratischen Beschluss zur Umsetzung. Georgi ergänzt: „Es überrascht, dass diejenigen, die heute eine Bürgerbefragung fordern, weder ein Vertreterbegehren (die AfD nennt es fälschlicherweise „Ratsbegehren“) beantragt noch eine Unterschriftensammlung für einen Bürgerentscheid initiiert haben.“

Aus Sicht der CDU besteht seit Jahren klarer Handlungsbedarf. Große versiegelte Flächen, geringe Aufenthaltsqualität, eingeschränkte Barrierefreiheit sowie Anforderungen an Klimaresilienz und Starkregenvorsorge machten eine grundlegende Neuordnung erforderlich.

Kern der Planung ist eine neue Flächenaufteilung: Die Georg-Pingler-Straße und die vordere Hauptstraße sollen als zusammenhängende Fußgängerzone gestaltet werden. Die bisherigen Parkplätze 1 und 2 werden entsiegelt und in einen grünen Aufenthalts- und Spielbereich für alle Generationen umgewandelt. Dass solche Veränderungen langfristig wirken, zeigt die Geschichte der Fußgängerzone selbst – auch sie war einst eine Durchfahrtsstraße und heute würde wohl niemand ernsthaft vorschlagen, sie wieder für den Durchgangsverkehr zu öffnen.

Ziel ist eine Innenstadt, die für die kommenden Jahrzehnte tragfähig bleibt und den veränderten Anforderungen von Klima, Mobilität und Stadtleben gerecht wird.

Neue Flächenordnung für die kommenden Jahrzehnte

Mit der geplanten Tiefgarage wird der ruhende Verkehr neu organisiert. Aus Sicht der CDU können 85 Parkplätze nicht ersatzlos entfallen, wenn die Innenstadt weiterhin für Kundinnen und Kunden erreichbar bleiben soll. Deshalb werden sie unterirdisch gebündelt. Die vorhandene Tiefgarage in der Stadtgalerie entzieht sich dem städtischen Einfluss und wird aufgrund der beengten Zufahrt nur eingeschränkt genutzt. Eine neue, offen gestaltete Tiefgarage schafft dagegen verlässliche Rahmenbedingungen für Handel und Besucher.

So entsteht oberirdisch Raum für das eigentliche Ziel der Neugestaltung: mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grünflächen und eine zukunftsfähige Ordnung der Stadtmitte – ohne die wirtschaftliche Grundlage von Einzelhandel und Gastronomie zu gefährden. Sämtliche neu gestalteten Flächen – mit Ausnahme der Tiefgarage und der darüber liegenden Haltestellenbereiche – werden versickerungsfähig ausgeführt. Regenwasser kann künftig vor Ort in den Boden einsickern oder in Zisternen gespeichert werden. Heute fließt es größtenteils über versiegelten Asphalt direkt in die Kanalisation. Dies betrifft ausdrücklich auch die bisherigen Straßenbereiche, die entsiegelt und klimatisch aufgewertet werden.

Die Parkplätze 1 und 2 werden in grüne Aufenthalts- und Spielflächen für alle Generationen umgewandelt. Es werden doppelt so viele Bäume gepflanzt, wie im Zuge der Baumaßnahme weichen müssen – klimaresistente Arten, die den Anforderungen künftiger Hitzeperioden standhalten. Die anfallende Erde verbleibt im Innenstadtbereich und wird wiederverwendet. Ein Abtransport in Tausenden LKW-Fahrten, wie teilweise behauptet, ist nicht vorgesehen. Auch die Neuordnung der Bushaltestellen dient einer langfristig tragfähigen Lösung. Eine barrierefreie Anordnung aller bisherigen acht Haltestellen in der Georg-Pingler-Straße ist aufgrund der bestehenden Einfahrten und Platzverhältnisse nachweislich nicht umsetzbar. Die geplante Verlagerung schafft hier klare, sichere und zukunftsfähige Strukturen.

Die CDU betont, dass mit der Neugestaltung zugleich die wirtschaftliche Stärke der Innenstadt gesichert werden soll. Eine vielfältige Mischung aus Handel, Dienstleistung und Gastronomie sei Voraussetzung für eine lebendige Stadtmitte. Mehr Aufenthaltsqualität bedeute höhere Frequenz – und sichere damit Arbeitsplätze sowie die Zukunftsfähigkeit der Innenstadt.

„Kritik an einem solchen Projekt ist legitim“, erklärt Annette Hogh, Vorsitzende der CDU Königstein und Spitzenkandidatin der Partei. „Was jedoch nicht weiterhilft, sind persönliche Angriffe, Drohungen oder verzerrte Darstellungen. Die Debatte muss auf Grundlage von Fakten geführt werden. Wir stehen für ehrliche Politik – das heißt, Entscheidungen nachvollziehbar zu erklären und auch unbequeme Schritte offen zu benennen.“

Gerade in angespannten Zeiten brauche es auf kommunaler Ebene Maß, Verantwortung und Verlässlichkeit. Zur Ehrlichkeit gehöre auch, dass Baumfällungen sich an naturschutzrechtlichen Fristen orientieren und nicht an Wahlterminen. „Wer Verantwortung übernimmt, darf Entscheidungen nicht verstecken, sondern muss sie begründen und begleiten“, so Hogh. Die CDU stehe daher zur Neugestaltung und habe sich auch vor Ort ein Bild vom Beginn der Arbeiten gemacht.

Die CDU kündigt an, die Umsetzung weiterhin transparent zu begleiten und Fragen zu Bauablauf, Kosten und Auswirkungen offen zu beantworten. Die Neugestaltung der Innenstadt werde als Investition in die langfristige Zukunftsfähigkeit Königsteins verstanden.



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