Königstein (kw) – Das Kurbad ist ein Dauerbrenner in der Königsteiner Politik, wie Nadja Majchrzak, die langjährige Fraktionsvorsitzende der ALK, bei der Begrüßung der rund 30 interessierten Bürgerinnen und Bürger in das Thema des wALK & tALK’s der Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein einführte. Die Geschichte begann schon 1936 mit dem Wunsch, ein Kurbad zu errichten, wie Günther Ostermann, Spitzenkandidat der ALK bei der Kommunalwahl am 15. März und Bauexperte, ausführte.
Im Stil des Brutalismus nach den Plänen der Architekten Geier + Geier erbaut, erfolgte 1977 die Eröffnung des Kurbades in seiner heutigen Form. Die Architektur und das Farbkonzept des Künstlers Otto Herbert Hajek machen das Kurbad zu einem Gesamtkunstwerk, das 2013 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Von Beginn an litt das Kurbad unter finanziellen Problemen. Die städtischen Kosten haben sich, wie der ALK-Finanzexperte Berthold Malter vorrechnete, bis heute auf einen Gesamtbetrag von ca. 50 Millionen Euro addiert.
Das Kurbad ist in die Jahre gekommen. Seit langem wird über eine Sanierung gesprochen, die trotz mehrerer Grundsatzbeschlüsse des Stadtparlaments nicht in Sicht ist. Versuche, Investoren zu finden, scheiterten. 2017 kaufte die Stadt das Nachbargrundstück mit weitreichenden Bebauungsmöglichkeiten. So sollte der Erhalt des Bades finanziert werden. Die Kur GmbH plante daraufhin eine Sanierung und Erweiterung des Bades mit namhaften Planungsbüros unter Einbeziehung des Denkmalamtes.
Die Hoffnung, das Kurbad in Eigenregie sanieren zu können, schwand jedoch, als die Kosten in Höhe von ca. 60 Millionen Euro bekannt wurden, so Ostermann. Zudem könne nur mit einer maximalen Förderquote aus diversen Fördertöpfen der EU, des Bundes und Landes von 33 Prozent gerechnet werden.
Nun soll über eine Konzeptausschreibung, die die Übernahme des Bades selbst sowie die Vermarktung der rechts und links liegenden Areale mit ca. 43.000 Quadratmetern als Wohnbauflächen vorsieht, die Sanierung und der weitere Betrieb des Kurbades durch einen Investor sichergestellt werden. Ein Unterfangen, das finanziell für einen Investor bei zu erwartenden Gesamtkosten von etwa 2.000 Euro pro Quadratmeter uninteressant sei, wie Malter ausführte.
