Königstein (rb) – Am Dienstag vergangener Woche waren interessierte Bürger zu einer Informationsveranstaltung bezüglich des geplanten Umbaus der Konrad-Adenauer-Anlage und des Kurparks ins Haus der Begegnung eingeladen. Die beteiligten Architekten, Fachplanungsteams, Grünplaner und Mitarbeiter der Stadtverwaltung standen an zahlreichen Ständen für den direkten Austausch zur Verfügung und beantworteten Fragen der Bürger.
Ein neues Stadtbild
Unter dem Motto „Zukunftsfähigkeit und Klimaresilienz“ soll die Umgestaltung die Innenstadt neu beleben. Neben dem Umbau der Konrad-Adenauer Anlage beinhaltet das Projekt auch eine Neugestaltung des Kurparks sowie eine neue barrierefreie Bushaltestelle und den Bau einer Tiefgarage mit 72 Parkplätzen und ausbaubaren Ladefunktionen für E-Autos. Ein Parkleitsystem und kurze Wege zwischen Busbahnhof, Tiefgarage und Fußgängerzone sollen die Erreichbarkeit der Innenstadt deutlich verbessern und lokales Gewerbe stärken. Darüber hinaus soll durch ein eigens gestaltetes Wassersystem Regen- und Brauchwasser aus dem Kurbad bis in den Kurpark umgeleitet werden, um gemeinsam mit neuen Zisternen die nachhaltige Bewässerung der Parkanlagen zu gewährleisten. So soll ein Stadtbild entstehen, das ästhetische Qualität mit ökologischer Verantwortung verbindet, ohne das Gewerbetreibende auf der Strecke bleiben.
Ein ambitionierter Zeitplan
Die Idee für das Projekt entstand bereits 2018 im Magistrat. Seitdem hat sich einiges getan. 2022 wurde ein neues Verkehrskonzept entwickelt und 2023 fand eine umfassende Bürgerbeteiligung zum Thema statt. Somit sei „Schritt für Schritt ein Konzept entstanden, das nicht von oben herab vorgegeben wurde, sondern gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt erarbeitet worden ist“, so Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko in ihrer Eröffnungsrede. „Heute stehen wir an dem Punkt, an dem die Planungen unserer Fachbüros vorliegen und sich aktuell in der baufachlichen Prüfung befinden. Wir warten noch auf das abschließende Ergebnis, sind aber voller Zuversicht, dass wir bald das grüne Licht aus dem Bund erhalten werden.“
Dennoch beende der Beschluss nicht den Dialog. Er markiere vielmehr den Beginn der konkreten Ausgestaltung, und genau darüber wolle man beim Informationsabend ins Gespräch kommen, so die Bürgermeisterin. Die Baumaßnahmen sollen noch in diesem Jahr beginnen und Ende 2027 abgeschlossen werden. „Unser Zeitplan ist ambitioniert, aber ohne Mut zur Zukunft geht es nicht weiter“, so Schenk-Motzko.
Das Projekt ist auch eine Zusammenarbeit verschiedener Firmen aus ganz Deutschland. Während Viaverde aus Kronberg für die Planung des Kurparks verantwortlich ist, wird die Konrad-Adenauer-Anlage von Kienleplan aus Leinfelden-Echterdingen übernommen. IMB-Plan aus Hanau übernimmt die Verkehrsplanung, die Herzig Architekten aus Darmstadt die Tiefgarage, und für das Brauchwassermanagement sind die Planungsgruppe Darmstadt, die K1 Landschaftsarchitekten (Berlin) und Gräf Architekten aus Kaiserslautern verantwortlich.
Fragen, Wünsche und Hoffnungen
Die Bürger stellten unterschiedlichste Fragen an die Vertreter der beteiligten Firmen und die Verantwortlichen der Stadt. Von potenziellen Felssprengungen (die nicht geplant sind), über mögliche Auswirkungen der Baustelle auf umliegende Gebäude bis hin zur Nutzung des Rewe-Parkhauses während der Bauphase, waren auch die Themen dabei, die bisher nie offiziell angesprochen wurden. Die meisten Fragen wurden jedoch zur zukünftigen Verkehrsplanung gestellt. Hier versuchte Kai Prokasky vom Team Stadtplanung die Bedenken zu zerstreuen. Bis zur Fertigstellung des neuen Busbahnhofs und der Tiefgarage stünden die bisherige Bushaltestelle und die Parkplätze weiter zur Verfügung.
Projekt polarisiert – HGK dafür
Am Stand des Teams Stadtmarketing konnten die Bürger auch ihre eigenen Ideen einbringen. Neben mehr Sitzmöglichkeiten und Cafés innerhalb der Parkanlagen wurde hier auch der Wunsch nach einer günstigeren Nutzung des Rewe-Parkhauses während der Bauarbeiten geäußert. Auf die Frage, ob bislang eher die Skepsis oder der Optimismus gegenüber dem Projekt überwiege, antwortete Chiara Geppert vom Team Stadtmarketing, dass die Meinungen weit auseinander gingen. Während die eine Hälfte der Bürgerschaft das Projekt voll und ganz befürworte, sei die andere Hälfte diesem gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Dazwischen gebe es so gut wie keine Stimmen, so Geppert.
Udo Weihe vom HGK (Handwerk und Gewerbe in Königstein) befürwortete das Projekt und seinen straffen Zeitplan, durch den man das „Licht am Ende des Tunnels“ sehe. Natürlich könne man nur hoffen, aber die Erwartung der Gewerbetreibenden sei positiv. Aufgrund des zweiteiligen Bauplans und der dauerhaften Verfügbarkeit von Parkplätzen während der Bauphase sei man im günstigsten Fall nur ein Jahr lang betroffen. Durch den Umbau erhoffe man sich zudem einen Impuls für die Innenstadt, der möglicherweise auch neue Geschäfte anlocken werde, so Weihe.
Weitere Informationen zur neuen Stadtmitte sind auf der Webseite der Stadt zu finden.
Ein Zankapfel: Der neue Zentrale Omnibus Bahnhof auf der Fläche des heutigen Rosengärtchens. Links die Adelheidstraße, rechts die Klosterstraße (Stadt-Galerie). Die Tiefgarage darunter ist aus der Vogelperspektive unsichtbar. Visualisierung Stadt/Herzig Architekten

