Ehrenurkunde der Stadt Königstein für Dr. Martin Kasper

Angenehmer Auftakt zur Magistratssitzung am Montag: Dr. Michael Hesse, Beatrice Schenk-Motzko und Jörg Pöschl zeichneten Dr. Martin Kasper mit der Ehrenurkunde der Stadt aus, für dessen Ehefrau Dr. Brigitta Cladders, Mitgründerin von childaid network, gab es Blumen.

Königstein (as) – Das Goldene Buch der Stadt Königstein hat seit Montag einen neuen Eintrag. Dr. Martin Kasper, Vorsitzender der Hilfsorganisation childaid network, ist von Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko, Erstem Stadtrat Jörg Pöschl und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Michael Hesse die Ehrenurkunde der Stadt verliehen worden; anwesend war der komplette Magistrat, der gemeinsam mit dem Ältestenrat der Stadtverordnetenversammlung den Beschluss dazu gefasst hatte. Es handelte sich um eine nachgeholte Ehrung, denn bei der ursprünglichen Feierstunde zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung im Februar war Kasper wieder für sein „Kinderhilfsnetzwerk“ auf Reisen, als Dr. Eckhart Wernicke mit der Ehrenplakette sowie Manfred Colloseus und Wolfgang Riedel ebenfalls mit der Ehrenurkunde ausgezeichnet wurden – wie jetzt Kasper für besondere Verdienste für das Gemeinwesen.

Im Falle von Dr. Martin Kasper stellte Bürgermeisterin Schenk-Motzko in ihrer Laudatio das „außergewöhnliche und lebenslange Engagement für benachteiligte Kinder und Jugendliche heraus“. Der Geehrte habe „aus Überzeugung, dass Bildung ein Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben in Würde ist“, in den ärmsten Regionen Südasiens wie Nordostindien und Nepal Projekte Netzwerke für Bildungs- und Berufsbildungsprojekte geschaffen. Mehr als eine halbe Million junger Menschen wurde dadurch direkt gefördert. Er habe die Möglichkeiten, die ihm seine berufliche Karriere mit Lehraufträgen an der Technischen Universität Karlsruhe und an den US-Universitäten Berkeley und Stanford ermöglicht habe, genutzt, um sich seit 2007 ganz der Förderung benachteiligter Kinder zu widmen, würdigte Schenk-Motzko – und dabei immer mit dem Ansatz, als Katalysator Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, also die Bildungsstrukturen nachhaltig zu ändern.

Zudem lobte die Bürgermeisterin Kaspers Engagement, mit dem Königsteiner Salon, in den er regelmäßig hochkarätige Gäste einlädt (das nächste Mal Michael Busch, Thalia, zum Thema Lesegerechtigkeit am 23. April), ein Diskussionsforum in der Stadt geschaffen zu haben. Das alles zeige, „wie viel ein einzelner Mensch bewirken kann“, so Schenk-Motzko.

Eine Auszeichnung für das Team

Letzteres wollte Kasper nicht unkommentiert stehen lassen. Er fühle sich „sehr geehrt, fast beschämt, da das, was wir begonnen haben, noch nicht beendet ist“. Vor allem sei die Leistung nicht allein seine, sondern die eines Teams von 50 Menschen, die größtenteils ehrenamtlich arbeiteten, und eines Kreises von rund 250 festen Unterstützern und Förderern in der näheren Region. „Ohne dass sich andere anstecken und motivieren lassen, ist eine solche Bewegung nicht möglich“, sagte Kasper. Auch die Nachhaltigkeit des Engagements und der Transfer des Wissens zum Thema Bildungsgerechtigkeit auf die hiesige Jugend ist Martin Kasper wichtig. Er verwies auf den Erfolg des Spendenlaufs zum Feldberg Anfang September mit mehr als 2.000 teilnehmenden Jugendlichen, unter anderem des Taunusgymnasiums Königstein. „Wir alle leben miteinander, und wir wollen auch hier Spuren hinterlassen“, so der Chef von childaid. Vier Millionen Euro investierte die Organisation allein im vergangenen Jahr in Projekte.

Die Auszeichnung sei in jedem Fall ein Ansporn, weiterzumachen, schloss Dr. Martin Kasper. Und wie! Durch den neuen lokalen Partner Mantra4Change könne die Reichweite in Nordostindien verzehnfacht werden – von 200.000 auf zwei Millionen junge Menschen. „Ich fühle mich jung und dynamisch. Es macht viel Spaß.“

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