Königstein (he) – Jedes Jahr am 8. März gedenkt das Alten- und Pflegeheim Sankt Raphael des Ordensgründers Johannes von Gott. Dieser lebte vom 8. März 1495 bis zum 8. März 1550. Im 16. Jahrhundert gründete er den Orden der Barmherzigen Brüder, der Träger ist des Seniorenheims in Königstein und vieler weiterer weltweit.
Dieses Jahr wurde die Feier auf Montag, 9. März, verschoben, da am Wochenende viele Bewohner mit ihren Angehörigen unterwegs sind.
Die Ehrung des Heiligen Johannes von Gott am Montagmorgen begann mit einem Gottesdienst, gehalten von Pfarrer Norbert Wels, ebenfalls Bewohner der Einrichtung. Eindrücklich schilderte er, wie Johannes von Gott sich der Armen und Schwachen annahm, indem er Spenden sammelte und ein Krankenhaus in Granada gründete. Im Oktober 1690 wurde der „Patron der Kranken“ von Papst Alexander VIII. heilig gesprochen.
Draußen standen währenddessen schon Orangensaft und Sekt bereit und die Tische waren kunstvoll mit blumigen Servietten, Besteck-Taschen und Weingläsern eingedeckt. Nachdem alle Senioren samt Angehörigen ihre Plätze eingenommen hatten, richtete Detlev Oberhell, der die Einrichtung bereits seit einem Jahrzehnt leitet, ein paar Worte an alle Anwesenden.
In der Zeit, in der Johannes von Gott lebte, war die Medizin noch nicht so fortgeschritten wie heute, und gerade deshalb sei der Ordensgründer ein starkes Vorbild für Nächstenliebe und die Achtung der Würde jedes Menschen. Dieser Gedenktag sei „eine schöne Gelegenheit, zusammenzusitzen und zu schwätzen“, so Oberhell.
Eine der Ordensschwestern berichtete, dass sie vor dem Ehrentag für Johannes von Gott in der „Novene“ neun Tage lang kein Fleisch und Fisch essen. Daher umfasste das Festessen des Gedenktages neben einer Rinderbrühe mit Maultaschen auch wahlweise Wildgulasch mit Walnuss-Knöpfle oder gebratenes Zanderfilet mit Rosenkohl-Mango-Pfanne. Zum Nachtisch servierten die Mitarbeiter des Pflegeheims eine Bayrische Creme mit Granatapfelsoße. Christa Kölling, Bewohnerin des Heims seit etwa zwei Jahren, lobte die gute Zusammenarbeit des Pflegepersonals und dass alle sich immer große Mühe geben würden, den Bewohnern ein gutes Erlebnis zu verschaffen. Das Schönste an diesem Fest sei für sie die Gedenkfeier und das Engagement von Johannes von Gott zu würdigen. In einer Gesellschaft sei es wichtig, sich auch um die Schwächeren zu kümmern.
Jennifer Weber, Leiterin der sozialen Betreuung, bekräftigte, es sei schön, den Begründer zu ehren und gemeinsam dieses Fest zu feiern. „Außerdem ist es auch ein guter Anlass für die Bewohner, sich ein wenig hübsch zu machen“, so Weber.
Am Nachmittag gab es dann noch Kaffee und verschiedene Sorten Kuchen, den die Senioren mit ihren Angehörigen entweder drinnen oder in der frühlingshaften Sonne auf der Terrasse genießen konnten.
Neben den Familien der Bewohner war auch der gemeinnützige Verein „Bürger helfen Bürgern“ anwesend. Der Verein veranstaltet einmal im Monat ein Seniorencafé im Haus Raphael und unterstützte die Einrichtung in der Vergangenheit bereits mit Geldspenden zur Verbesserung der technischen Ausstattung.

