Königstein (iba) – „Ich kann nur gut malen, wenn ich gut drauf bin!“ Das sollte ein Leichtes sein, Marie-Luise Rieger ist wohl das, was man im Volksmund als rheinische Frohnatur bezeichnet. Die Künstlerin lebt und arbeitet zwar in Karben, kommt aber ursprünglich aus Leverkusen. Von da aus ging es an die Leinwand – und quer durch Europa. „Ich habe schon immer gerne gemalt, wollte dann eigentlich nach Düsseldorf, landete dann aber bei der RWTH Aachen. Da habe ich erst einmal Architektur und Kunstgeschichte studiert.“
Das Elternhaus sei vorerst nicht begeistert gewesen, „etwas Anständiges“ zu lernen sei eigentlich wichtiger gewesen als die Selbstverwirklichung der Tochter. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt, die gelernte Diplom-Ingenieurin hat im Grunde ihr Hobby zum Beruf gemacht und ihr Fernweh geheilt, indem sie in die Ferne schweifte: Mehrere Jahre verbrachte sie in Griechenland, war am Goethe-Institut in Thessaloniki und hatte ihre Werkstatt in Porto Carras, wo sie längere Zeit lebte und arbeitete.
„Ich möchte mit meinen Bildern die Menschen erfreuen, dafür male ich. Und im Idealfall können sie sich selbst in dem wiederfinden, was ich da auf die Leinwand bringe.“ Was sie auf die Leinwand bringt, ist manchmal golden und manchmal schwarz, mal flach und mal erhaben: Ihr Schmetterling erhebt sich vom Bild, wenn Rieger Malen und Gestalten kombiniert, verschiedene Schichten Metall hat sie für die Schmetterlingsflügel verwendet. Oft konzentriert sie sich auf eine Handvoll Farben, wilde Farbexplosionen wie die von Callen Schaub sind offenbar nicht ihr Metier, weniger ist bei Marie-Luise Rieger mehr.
Und bei der Frage, wie denn das Elternhaus mittlerweile zu ihrem Beruf stehen würde, muss Frau Rieger schmunzeln: „Es hat ja letztendlich doch ganz gut geklappt, oder nicht? Hier habe ich schon drei Bilder verkauft, bevor die Ausstellung überhaupt offiziell losging!“
Seit dem 17. Oktober kann man ihre Werke – die, die noch da sind – in der Naspa in Königstein (Frankfurter Str. 7) betrachten, im Foyer hängen einige ihrer Werke aus und bringen Farbe und Fantasie in die sonst eher nüchterne und sachliche Finanzwelt.



