„Neue Stadtmitte jetzt!“

Königstein (kw) – Zur Neuen Stadtmitte Königstein werden seit Monaten intensiv die Meinungen ausgetauscht. Und der Eindruck täuscht wohl nicht, wenn man konstatiert, dass die Positionen der Befürworter und Kritiker aber mehr polarisieren, je näher die Kommunalwahl und der geplante Baubeginn rücken.

Karl-Josef Schneiders, ehrenamtlicher City Manager der Stadt Königstein, hat eine dezidierte Meinung, die die Königsteiner Woche wiedergibt.

„Die Transformation der Innenstädte geht auch an Königstein nicht vorbei, die Veränderungen sind bereits lange spürbar und eine aktive Gegensteuerung ist lange überfällig.

Vor diesem Hintergrund kommt der Neugestaltung der Innenstadt – „Neue Stadtmitte“ – eine zentrale Bedeutung zu. Der bislang stark vom motorisierten Verkehr dominierte Raum wird zu einer zusammenhängenden, urbanen Mitte mit deutlich höherer Aufenthaltsqualität umgestaltet. Grünflächen werden aufgewertet und Aspekte der Nachhaltigkeit konsequent integriert.

Unseren heilklimatischen Kurort prägende Themen wie Wasser, Parkanlagen und Erholungsräume werden bewusst aufgegriffen und stärken den spezifischen Charakter Königsteins. Parkplätze werden weitgehend unter die Erde verlagert bei gleichzeitigem Erhalt leistungsfähiger Busverbindungen. Über die Funktion als attraktiver Erlebnis- und Aufenthaltsort hinaus wird das Konzept wirtschaftliche Impulse für den historischen Stadtkern und die Innenstadt insgesamt entfalten.

Die Neue Stadtmitte, ausgestattet mit einem sehr hohen Förderanteil, ist genau die Chance, die Königstein jetzt braucht, um der bereits deutlich spürbaren Negativentwicklung entgegenzuwirken. Das Konzept ist das Ergebnis eines vorbildlichen demokratischen Beteiligungsprozesses. Alle Bürger und Bürgerinnen und alle beteiligten Gruppierungen in Königstein hatten ausreichend Gelegenheit, sich in den Gestaltungsprozess einzubringen. Das bedeutet auch, dass Kompromisse erforderlich waren.

Mit Realisierung der Neuen Stadtmitte als Ankerprojekt bietet ein Gesamtkonzept Innenstadt weiteres Potenzial durch die funktional und gestalterisch stärker miteinander zu verknüpfenden innerstädtischen Bereiche – etwa die Frankfurter Straße sowie die Achse Kirch-, Kloster- und Limburger Straße. Damit ließe sich zusammen mit der Weiterentwicklung eines Mobilitätskonzepts einer weiteren Entzerrung von Handel und Dienstleistung zulasten der Innenstadt gezielt entgegenwirken.

Zu lange und über viele Jahre wurde diskutiert, an vielen Stellen gibt es Provisorien, nichts ist passiert. Das ist zwar mittlerweile nicht ungewöhnlich in unserer Gesellschaft, es ist jedoch unverständlich, das verabschiedete Konzept oder Teile davon nun vor dem Hintergrund von Kommunalwahlen, teils mit wenig nachvollziehbaren Argumenten und Szenarien, wieder in Frage zu stellen und eine zeitnahe Umsetzung zu gefährden.“

Besondere Chance gemeinsam nutzen

Auch aus Sicht des City Managers konnten nicht alle Wünsche berücksichtigt werden –umso wichtiger ist es jetzt, diese besondere Chance gemeinsam und entschlossen zu nutzen: für eine lebendige neue Stadtmitte.



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