Neues Leben auf altem Grund: Evangelische Stiftung schafft sozialen Wohnraum

Diese Wohnungsanlage entsteht bis 2027 an der Bischof-Kaller-Straße.Quelle: Stadt

Ein Zeichen gelebter Nächstenliebe: Inmitten Königsteins entsteht ein neues Zuhause für Menschen mit geringem Einkommen – dank des Engagements der evangelischen Lilo Heuckeroth Stiftung, der Unterstützung durch die Stadt und einer beispielhaften ökumenischen Zusammenarbeit.

Wo mittlerweile das leerstehende alte Gebäude an der Bischof-Kaller-Straße abgerissen wird, entsteht in den kommenden Monaten moderner, bezahlbarer Wohnraum. Die evangelische Lilo Heuckeroth Stiftung hat das zentral gelegene Grundstück – bislang im Besitz der katholischen Kirchengemeinde St. Margaretha in Frankfurt – zu fairen Konditionen erworben, um dort ein richtungsweisendes Sozialprojekt umzusetzen.

Geplant ist der Bau eines modernen Wohnhauses mit 20 Wohneinheiten, die Menschen mit begrenztem Einkommen langfristig ein Zuhause bieten sollen. Das Projekt steht unter dem Zeichen der sozialen Verantwortung – und auch der praktischen Ökumene: Der Verkauf des Grundstücks erfolgte in enger und freundschaftlicher Abstimmung zwischen den Konfessionen. „Uns eint das Anliegen, dort zu helfen, wo Hilfe dringend gebraucht wird“, betont ein Vertreter der katholischen Kirchengemeinde St. Margaretha.

Der Entwurf stammt aus der Feder des renommierten Architekten Martin Gnabs, der bereits mehrere Projekte in der Region umgesetzt hat. Das neue Wohngebäude wird sich harmonisch in die bestehende Bebauung einfügen, höchste energetische Standards erfüllen und ausreichend Stellplätze bieten. Auch an eine Begrünung des Grundstücks wurde gedacht – selbst wenn hierfür einige Bäume gefällt werden müssen, werden diese nach Fertigstellung des Baus durch eine ökologische Neubegrünung ersetzt.

Damit die maximal mögliche Anzahl von Mietwohnungen errichtet werden kann, wird das Grundstück umfassend bebaut. Der bisherige Baumbestand kann nicht erhalten werden, da die Bäume entweder im oder zu nah am zukünftigen Baukörper stehen.

Zudem müssen auf dem städtischen Nachbargrundstück drei Bäume gefällt werden, die zu nah an der Baugrube stehen. Sie sind eigentlich nach der Königsteiner Baumschutzsatzung geschützt. Die rechtliche Lage ist aber klar: Das Baugesetzbuch des Bundes besitzt Vorrang vor der städtischen Baumschutzsatzung und die Fällungen sind dadurch rechtlich abgesichert.

Die Lilo Heuckeroth Stiftung wird nach Ende des Bauvorhabens selbstverständlich Nachpflanzungen auf ihrem und dem städtischen Grundstück durchführen. Insgesamt werden zehn einheimische Laubbäume gepflanzt, der größte Teil auf dem Grundstück der Stiftung.

Besonders im Fokus steht bei dem gesamten Projekt das Engagement der evangelischen Stiftung, die das Projekt federführend vorantreibt. Sie übernimmt nicht nur die Planung und Koordination, sondern auch einen erheblichen Teil der Finanzierung. Mit Unterstützung öffentlicher Förderkredite und unter Beteiligung der Stadtverwaltung wird so ein architektonisch wie sozial vorbildliches Gebäude entstehen. „Ein derartiges Projekt verwirklichen zu können, ist ein großes Glück. Wir verdanken es der Stifterin Lilo Heuckeroth, die als Mitglied und Kirchenvorsteherin der Ev. Immanuel-Gemeinde über viele Jahrzehnte eng verbunden gewesen ist“, erläutert der Stiftungsvorsitzende Pfarrer Dr. Bernhard Neuschäfer.

Das Projekt genießt breite politische Unterstützung. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung  haben parteiübergreifend ihre Zustimmung gegeben und zeigen sich erfreut über die nachhaltige Nutzung. „Hier wird etwas geschaffen, das weit über den Tag hinaus Bedeutung hat“, sagt Bürgermeisterin Beatrice Schenk Motzko, „bezahlbarer Wohnraum in zentraler Lage ist eines der drängendsten sozialen Themen unserer Zeit“.

Die Stiftung selbst bleibt dabei bescheiden – und doch verdient sie besondere Anerkennung. Sie schafft nicht nur Wohnraum, sondern sendet ein klares Signal: dass christliche Werte wie Mitmenschlichkeit, Solidarität und praktische Hilfe auch heute noch konkret gelebt werden. Für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet dieses Projekt mehr als nur ein Dach über dem Kopf – es bedeutet Teilhabe und Hoffnung auf ein besseres Leben.

Mit dem Baubeginn wird im Frühjahr dieses Jahres gerechnet. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.



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