Positive Resonanz des ersten Besuchs einer Delegation aus dem Vereinten Königreich

Königstein
(kw) – Eine Delegation aus Faringdon besuchte erstmals die Partnerstadt Königstein. Faringdon, eine idyllische Kleinstadt mit 8.000 Einwohnern, 30 Kilometer südwestlich von Oxford gelegen, ergänzt Königsteins Partnerschaften mit dem europäischen Ausland. Eine Verbindung gibt es jedoch schon länger: Faringdon ist seit über 30 Jahren auch Partnerstadt von Le Mêle, der französischen Partnerstadt von Falkenstein. Mit dieser Verbindung wird ein Freundesgeflecht erweitert, das Deutschland, Frankreich und Großbritannien weiter verbindet.

Eintrag ins Goldene Buch

Die Gäste aus Faringdon landeten mit dem Flugzeug am Frankfurter Flughafen und wurden direkt zur Enthüllung des neuen Richtungspfeils am Partnerschaftsbaum ins Königsteiner Rathaus gefahren. Den Wegweiser am Brunnen schmückt nun ein weiterer Pfeil: Faringdon 878 km. Der Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt Königstein durfte nicht fehlen. Nach der Bürgermeisterin Kiera Bentley und Bethia Thomas, die politisch einer Kreisabgeordneten gleichsteht, signierte die gesamte Delegation sehr zur Freude von Bürgermeister Leonhard Helm. Leider fehlte krankheitsbedingt der Vorsitzende des neuen Königsteiner Vereins, Christoph Scharr. Im Anschluss an die Quartierverteilung wurden die Gäste mit ihren Gastfamilien dann abends zum gemütlichen Beisammensein ins warme Zelt im Garten der Stellvertretenden Vorsitzenden Gabriela Terhorst geladen. Sie selber sowie Mitglieder des Vorstandes wie Patricia Peveling und Graham Burtoft sowie Beiratsmitglieder, aber auch andere Königsteiner Familien, hatten sich gerne zur Beherbergung bereiterklärt, so dass alle knapp 20 Personen privat untergebracht werden konnten.

Thüringer Bratwürste

Original aus Thüringen besorgte Grillwürste, Wein aus Rheinhessen sowie ein durch den Verein zusammengestelltes üppiges Salat- und Dessertbuffet, gekrönt durch einen großen Frankfurter Kranz, lösten die Zungen und brachen auch bei kalten Temperaturen dank der wärmenden Zeltheizung schnell das Eis. Vorstand und Beirat hatten ein großes Programm zusammengestellt. Es begann mit einem Rundgang durch die Königsteiner Innenstadt mit Stadtführung des Ersten Stadtrats Jörg Pöschl und Christian Bandy von der Kur- und Stadtinformation. Direkt im Anschluss durfte ein weiteres Highlight nicht fehlen: die Besichtigung des Feldbergs. Nach einer anspruchsvollen Drei-Türme-Wanderung (Burg Königstein, Burg Falkenstein und Hartbergturm) mit Picknick auf der Falkensteiner Burg, liebevoll zusammengestellt durch die ehemalige Falkensteiner Ortsvorsteherin Lilo Majer-Leonhard, wurde abends dann zum großen „Ritteressen“ auf der Königsteiner Burg geladen. „Unsere Burgruine ist ein ganz besonderer Ort. Es ist nicht nur ein Gebäude, das von Geschichte geprägt ist, sondern ein Stück Königsteiner Identität“, so Jörg Pöschl, der zugleich auch Zweiter Stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins ist. Dieses Gefühl galt es selbstverständlich auch mit den Gästen zu teilen. Auf rustikalen Brettchen wurde die Delegation von der Freien Ritterschaft zu Königstein im Beisein des Königsteiner Burgfräuleins verköstigt, und die fast schon zum Greifen nahe mittelalterliche Atmosphäre löste bei Einheimischen und Gästen größte Begeisterung aus.

Ausflug nach Frankfurt

Anderntags ging es dann nach Frankfurt. Von der Mainmetropole kennen viele Besucherinnen und Besucher nur den Flughafen. So war es an den deutschen Gastgebern, neben der imposanten Skyline auch die andere, charmante Seite Frankfurts zu präsentieren: Die Alte Oper, die neue Altstadt, den Römerberg, die vielen Parks und Grünanlagen, das Museumsufer und viele weitere Sehenswürdigkeiten durften in dem Programm ebenso nicht fehlen wie ein Mittagessen in einer typisch Frankfurter „Ebbelwoi-Kneipe“. Auf der Rückfahrt nach Königstein wurde die Vorfreude auf das abendliche Event immer größer: Das Königsteiner Oktoberfest. Dafür hatten sich die Vereinsmitglieder etwas Besonderes einfallen lassen. Für die Engländerinnen und Engländer stellten sie jeweils passende Trachten, Dirndl und Lederhosen zur Verfügung. Mit viel Spaß und Eifer kleideten sich die Gäste in einem Raum um, der freundlicherweise vom Rathaus als „Kleiderkammer“ zur Verfügung gestellt wurde. Faringdons Bürgermeisterin Kiera Bentley hatte die Ehre, im mit 400 Personen vollbesetzten Festzelt auf dem Kapuzinerplatz den Fassanstich zu machen und damit das Fest offiziell zu eröffnen. Gekleidet in Tracht schaffte die Bürgermeisterin den Anstich in zwei Schlägen – dann floss das Bier und ein langer gemeinsamer Abend begann, der den Insulanern nun auch noch die bajuwarische Lebensart ein klein wenig näherbrachte.

Abstecher nach Rüdesheim

Trotz der kurzen Nacht waren dann am Sonntagmorgen alle pünktlich zur Stelle, um das letzte Highlight des Besuchsprogramms zu absolvieren, bevor es am späten Abend wieder im Flieger nach London und zurück nach Faringdon ging: Rüdesheim, die Drosselgasse, die Seilbahnfahrt zum Niederwalddenkmal sowie ein „Eintauchen“ ins Mittelrheintal mit seinen unzähligen Burgen und Schlössern auf steilen Höhen boten noch einmal einen wunderbaren Abschluss dieser anstrengenden, aber auch lange in positiver Erinnerung zurückbleibenden Tage.

„Städtepartnerschaften können nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen zueinander kommen und dabei ein reges Miteinander und so Vertrauen und Freundschaften entstehen“, so die Stellvertretende Vorsitzende Gabriela Terhorst. „Das Ziel unserer neuen Städtepartnerschaft ist die Vertiefung der Beziehung zum Vereinten Königreich, die durch den Brexit doch etwas leidet.“ Nach diesem ersten Treffen in Königstein gilt es nun, einen Gegenbesuch in Faringdon zu organisieren. Für die Zukunft sind regelmäßige Besuche, Jugendaustauschprogramme, Kultur- und Sportveranstaltungen geplant. Der neugegründete Verein freut sich über viele neue Mitglieder. Er ist über vorstand@ koenigstein-faringdon.eu erreichbar, eine Website des noch jungen Vereins ist im Entstehen.

Die Gäste aus der Partnerstadt Faringdon waren zum ersten Mal in der Kurstadt.
Foto: Privat

Faringdon ist im Goldenen Buch Königstein „angekommen“.
Foto: Kuschel

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