Königstein (as)– Am 15. März ist Kommunalwahl. In Königstein ist die Stadtverordnetenversammlung mit 37 Sitzen sowie die drei Ortsbeiräte und der Ausländerbeirat neu zu wählen, sechs Parteien und Wählergemeinschaften kämpfen um Stimmen und Sitze.
Die Königsteiner Woche hat allen Parteien sechs identische Fragen gestellt und versucht auf diese Weise, politische Ziele und Programme vergleichbar zu machen.
Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Aufgaben/Herausforderungen, vor denen Königstein in den kommenden Jahren steht?
CDU:
Königstein steht vor drei zentralen Aufgaben: eine stabile finanzielle Grundlage sichern, notwendige Investitionen mit Weitblick umsetzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Dafür muss unsere Stadt gut wirtschaften. Eine solide Haushaltsführung ist die Voraussetzung für alles Weitere. Wir handeln mit Maß und Augenmaß, prüfen Ausgaben sorgfältig, setzen klare Prioritäten und investieren gezielt dort, wo es langfristig Wirkung entfaltet. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir den Neubau der Kita, Investitionen in Feuerwehr und Infrastruktur sowie die Neugestaltung der Innenstadt ermöglicht. Gemeinsam mit unserer Bürgermeisterin wollen wir beschlossene Projekte verlässlich weiterführen.
AfD:
Die Konsolidierung des Haushalts wird die größte Herausforderung für die neuen Stadtverordneten in der nächsten Legislaturperiode werden. Königstein muss aus der Spirale der immer höheren Verschuldung und den damit zwangsläufig steigenden Grundsteuerabgaben heraus finden. Königstein hat jetzt schon die zweithöchsten Grundsteuern in Hessen und belastet damit alle Bürger der Stadt, Grundeigentümer wie auch Mieter. Die wesentlichen Kosten- und damit Schuldentreiber werden die noch im folgenden angesprochenen Themenstellungen sein. Wie wird wahre Sicherheit für die Bürger geschaffen? Nicht hinter Betonbarrikaden und ohne fast wöchentliche Meldungen über Wohnungseinbrüche.
SPD:
Zentrale Aufgaben sind die Erhaltung und Bewahrung der städtischen Infrastruktur (Hilfeleistungszentrum, Feuerwehrgerätehaus, Betriebshof), die Schaffung von weiterem bezahlbarem Wohnraum, die Gewährleistung der Kinderbetreuung, die Schaffung von Entlastungen für Königsteiner mit kleinen und mittleren Einkommen sowie die Einführung von wiederkehrenden Straßenbeiträgen, bei entsprechender Ausnahme von Anwohnern, die in den vergangenen Jahren bereits gezahlt haben. Dabei müssen die finanziellen Möglichkeiten der Stadt mit den Wünschen in Einklang gebracht werden, um weitere sozial ungerechte Grundsteuererhöhungen zu vermeiden.
Grüne:
Die Aufgaben für die nächsten Jahre sind umfassender Natur. Es stehen hohe Investitionen an, für die Prioritäten zu schaffen sind. Es ist auch zwischen verpflichtenden und freiwilligen Aufgaben zu unterscheiden. So sind die Erneuerung der Feuerwehr Mammolshain und ein modernes Hilfeleistungszentrum unumgänglich, aber es darf nicht wie bei dem neuen Kindergarten zu übertriebenen Kostensteigerungen kommen, die ein Gebäude weit über das notwendige Maß hinaus haben entstehen lassen. Jede Ausgabe ist auf mögliche Reduzierung der Kosten oder eine spätere Umsetzung zu prüfen. Das trifft auch auf das Bürgerhaus Falkenstein wie auf die Burgsanierung oder weitere Vorhaben zu.
FDP:
Die FDP wird alle Maßnahmen der Stadt unterstützen, die dazu beitragen, dass Königstein seine Pflichtaufgaben erfüllt und sich zugleich als lebenswerter Standort für Gesundheit und Schulen weiterentwickelt. Geplante Investitionen wird die FDP nur befürworten, sofern sie finanzierbar sind. Leitlinie bleibt dabei, die Grundsteuer stabil zu halten.
ALK:
Die größte Herausforderung der kommenden vier Jahre wird es sein, die geplante Neuverschuldung von über 60 Millionen Euro zu stoppen. Bei einer Gesamtverschuldung von rund 140 Millionen Euro – das sind über 8.000 Euro pro Kopf – würden jährlich etwa 2,7 Millionen Euro allein für Zinsen anfallen.
Das schnürt der Stadt die Luft ab. Die meisten geplanten Investitionen sind zu überdenken, dazu zählen insbesondere auch die neue Tiefgarage und das darüberliegende Bus-Terminal.
Durch einen Grundsteuerhebesatz von 1.290 Punkten liegt Königstein mit an der Spitze in ganz Hessen. Eine weitere Anhebung wird nicht mitgetragen.
Vieles steht auf der Königsteiner Agenda, nicht alles ist finanziell machbar: Welche Infrastrukturprojekte möchte Ihre Partei/Wählergemeinschaft in der kommenden Wahlperiode priorisieren?
CDU:
Unsere Prioritäten sind klar: Sicherheit gewährleisten, Familien und Vereine stärken und die Innenstadt verantwortungsvoll weiterentwickeln. Das heißt: in leistungsfähige Feuerwehrstrukturen investieren, Jugendarbeit fördern und ausreichend Betreuungsplätze sichern – etwa durch den Neubau der Kita am Hardtberg. Ebenso wichtig ist der Neubau des Bürgerhauses in Falkenstein für Schul- und Vereinssport sowie für das vielfältige Vereinsleben. Die Neugestaltung der Innenstadt setzen wir mit sorgfältiger Ausgabenprüfung um. Was nicht finanzierbar ist, benennen wir klar: eine Sanierung des Kurbads in der diskutierten Größenordnung. Deshalb treiben wir die Konzeptausschreibung voran. Unsere Burgen sichern wir nur gemeinsam mit Land und Bund.
AfD:
Neue große Infrastrukturprojekte wird es aus den o.g. Gründen kaum geben! Der Schwerpunkt auf der Agenda muss auf die Erhaltung der bestehenden Infrastruktur gelegt werden. Hier müssen alle anstehenden Vorhaben und neue Herausforderungen offen diskutiert und die heutige Priorisierung hinterfragt werden, ggf. auch immer wieder neu priorisiert werden, wenn sich neue Aufgaben ergeben und der Haushalt enge Grenzen setzt. Bei den bereits bekannten Projekten Zufahrt Kreisel und Burg sollte es bei dem Endlosprojekt Kreisel endlich zu einer Lösung kommen, und für die Burg muss ein den finanziellen Möglichkeiten gegebener Sanierungsplan für die nächsten Jahre erstellt werden.
SPD:
Unsere Priorisierung lautete stets „Pflicht vor Kür“. Wir wollen, dass zunächst Investitionen für die Pflichtaufgaben der Stadt, wie beispielsweise das HLZ und das Feuerwehrgerätehaus, finanziell ohne weitere Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger gesichert werden. Erst wenn hierzu ein klarer und realistischer Finanzierungsplan feststeht, sollte die Stadt sich auf die weiteren Investitionen fokussieren. Für uns steht hier zunächst die soziale Infrastruktur der Stadt im Vordergrund, also Mittel für den bezahlbaren Wohnungsbau und die im Raum stehende Übernahme der kirchlichen Kitas durch die Stadt. Sodann sollten die Burgen als Wahrzeichen der Stadt in den Fokus genommen werden.
Grüne:
B90/Grüne wollen zunächst einmal die begonnenen Projekte beenden, bevor neue angegangen werden. Bei den weiteren Maßnahmen ist zum einen eine Kostenreduzierung, mögliche Fördermittel und die Wirtschaftlichkeit der Vorhaben zu prüfen. Wir haben für das Bürgerhaus Falkenstein zum Beispiel die Bühne hinterfragt und um Verzicht gebeten. Die Mehrkosten würden bei veranschlagter 25-maliger Nutzung/Jahr für die Vereine untragbar. Alternativ müsste die/der Bürger*innen für diese Kosten aufkommen. Königstein verfügt bereits im HdB über eine Bühne, die vorrangig für Königsteiner Vereine zu nutzen wäre. Wir kritisieren, dass alle sparen wollen, aber keiner sagt, wo gespart werden kann.
FDP:
Begonnene Projekte wie der Kindergarten am Hardtberg, die Villa Borgnis und nun die Innenstadtgestaltung werden konsequent zu Ende geführt. Neue Vorhaben können erst geplant und gestartet werden, wenn die langfristige Finanzplanung der Stadt den nötigen Spielraum erkennen lässt. Im Fokus stehen dabei das Hilfeleistungszentrum und der Betriebshof am Forellenweg. Der Antrag der FDP, den Neubau des Bürgerhauses Falkenstein durch eine Sanierung zu ersetzen, wurde in der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.
ALK:
Pflichtaufgaben haben Vorrang. Die Sanierung des Hilfeleistungszentrums und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Mammolshain haben Priorität. Zudem wollen wir die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf städtischen Grundstücken über Erbbaurechtsbasis ermöglichen. Mit dem Verzicht auf den Bau der Tiefgarage und des zentralen Busbahnhofs in der Konrad-Adenauer-Anlage kann echte Klimaresilienz aufenthaltsfreundlich in der Innenstadt und im Kurpark auch mit weniger Geld umgesetzt werden. Die Läden und Betriebe der Gewerbetreibenden blieben so weiterhin für ihre Kundinnen und Kunden erreichbar. So schaffen wir Klimaresilienz in Innenstadt und Kurpark – mit deutlich weniger Geld und ohne das Gewerbe zu gefährden.
Wie stehen Sie zu den Planungen der Neuen Stadtmitte und wie wollen Sie das beschlossene Projekt politisch mitgestalten?
CDU:
Wir stehen klar hinter der Neuen Stadtmitte – dem Herzstück Königsteins. Das Projekt ist Ergebnis eines langen demokratischen Prozesses mit Bürgerbeteiligung und klaren Beschlüssen. Unser Ziel ist eine attraktive, barrierefreie und klimafeste Innenstadt mit mehr Grün, höherer Aufenthaltsqualität und geordneter Mobilität: Autos unter die Erde, Menschen an die Sonne. Wir wollen eine starke, vielfältige Mischung aus Handel und Gastronomie in der Stadtmitte erhalten und gezielt fördern. Die konsequente Umsetzung begleiten wir transparent, ehrlich und sachlich – im ständigen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.
AfD:
Die tatsächlich zu erwartenden Kosten für die aktuell beschlossene Umgestaltung der Stadtmitte werden den Haushalt der Stadt unverhältnismäßig belasten. Wie bei kommunalen Bauprojekten leider üblich, dürfte der bisherige Haushaltsansatz auch hier wahrscheinlich um bis zu 50 Prozent überzogen werden und die realen Kosten damit weit über der 20-Millionen-Grenze liegen. Die jetzige Planung der Stadt für den Umbau der Stadtmitte wird keinen Mangel ausgleichen und keinen Mehrwert für die Bürger darstellen. Die AfD ist für eine den finanziell gegebenen Möglichkeiten entsprechende Modernisierung und Verschönerung der Anlage. Eine Umgestaltung nach den bisherigen Plänen lehnt die AfD ab!
SPD:
Das Vorhaben einer Neugestaltung der Stadtmitte zur Schaffung von barrierefreien Bushaltestellen und mehr Aufenthaltsqualität hat die SPD anfänglich unterstützt und hätte sich gefreut, wenn eine Umgestaltung finanziell verantwortet hätte werden können. Doch angesichts der Kostenentwicklung nach Einplanung der Tiefgarage und der Ablehnung einer echten Priorisierung der weiteren Investitionsvorhaben durch die Mehrheit im Stadtparlament war es aufgrund der angespannten Haushaltslage geboten gewesen, finanziell Maß zu halten, um weitere Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger zu verhindern. Daher hat die SPD das aktuelle Projekt zur Umgestaltung der Stadtmitte abgelehnt.
Grüne:
Die neue Stadtmitte ist seit Jahren ein Ziel, welches von uns mit vorangetrieben wurde. Bereits 2016 stellten wir die Forderung nach einer barrierefreien Bushaltestelle und einer Verlängerung der Fußgängerzone. Die damals von uns eingereichten Ideen finden sich nun in der Planung, nach Beteiligung der Bürger und des Gewerbes, wieder. An vielen Stellen konnten wir weitere Verbesserungsvorschläge einbringen, welche nun Teil des Projektes geworden sind. Wir stehen dem Ziel, eine grüne, klimaangepasste, nahezu autofreie Innenstadt zu bekommen, positiv gegenüber. Besonders die zukunftsweisende Bepflanzung mit dem Klimawandel angepassten 200 Bäumen erhält unsere Zustimmung.
FDP:
Mit dem Thema Stadtmitte hat sich die Fraktion mehrfach intensiv befasst und schließlich mit großer Mehrheit beschlossen, diesem Projekt zuzustimmen. Vor der Abstimmung hat die Fraktion darauf hingewirkt, das Projektvolumen um rund zwei Millionen Euro zu kürzen (Wegfall des Pavillons, Kostenanpassung bei der Überdachung im Bereich der Bushaltestelle). Sicherlich gibt es in Einzelfragen unterschiedliche Ansichten, doch aufgrund der umfassenden Öffentlichkeitsbeteiligung, deren Ergebnisse zu den heutigen Planungen geführt haben, der sorgfältigen Arbeit verschiedener Fachplaner und der hohen staatlichen Zuschüsse kam die Fraktion zu dem befürwortenden Beschluss.
ALK:
Die Planung der Neuen Stadtmitte ist aus Sicht der ALK nicht zu Ende gedacht. Die Wasserspende des Kurbades steht auf tönernen Füßen; der geplante Busbahnhof ist laut Verkehrsverbund zu klein. Eine Tiefgarage ist nicht erforderlich. Das Geld zur Umsetzung – nach aktueller Planung rund 12 Mio. Euro selbst bei voller Förderung – hat die Stadt nicht. In den vergangenen Jahren sind nahezu alle größeren Bauprojekte der Stadt deutlich teurer geworden und haben erheblich länger gedauert als vorgesehen. Mit einem Umsteuern erreichen wir eine wirklich klimaresiliente Gestaltung: durch Pflege, Erhalt alter Bäume und gezielte Neupflanzungen. So entsteht eine zukunftsorientierte Innenstadt mit echter Aufenthaltsqualität.
Wie ist Ihre Position zum weiteren Umgang mit dem Kurbad?
CDU:
Das Kurbad ist für uns ein Ort für alle Generationen – für Kinder, die schwimmen lernen, für Schulen und Vereine, für Familien und Erholungssuchende. Es gehört zur Identität unseres Heilklimatischen Kurorts. Für die CDU ist jedoch klar: Eine rein energetische Sanierung in der diskutierten Größenordnung von rund 59 Millionen Euro ist für den städtischen Haushalt nicht tragbar. Deshalb denken wir das gesamte Areal neu. Hierfür haben wir eine Konzeptausschreibung auf den Weg gebracht, um qualifizierte Entwicklungspartner einzubinden und eine bezahlbare, dauerhaft tragfähige Lösung zu entwickeln. Unser Ziel bleibt: das Kurbad möglichst erhalten – mit einem wirtschaftlich zukunftsfähigen Konzept.
AfD:
Die AfD steht dazu, Königstein braucht ein Kurbad! Wie es, in welcher Form auch immer, zukünftig für die Besucher zur Verfügung steht, ist zurzeit völlig offen. Bei dem von der Kur GmbH vorgelegten Konzept ist zu hinterfragen, ob es auch kostengünstigere Maßnahmen gibt. Für die von der Stadt geplante Konzeptausschreibung dürfte es mit den bekannten Vorgaben kaum seriöse Interessenten geben. Die AfD ist daher für eine nochmalige Überarbeitung des Kur-GmbH-Konzepts mit der Maßgabe, die Kosten erheblich zu senken, und wenn dies zu keinem Ergebnis führt, eine offene Ausschreibung zu wählen, in der alle wirtschaftlich sinnvollen Optionen zulässig sind.
SPD:
Als SPD sind wir grundsätzlich Befürworter einer Erhaltung und Sanierung des Kurbads. Königstein muss seinem Namen als Kurstadt gerecht werden. Allerdings haben wir dabei die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt im Blick, die aufgrund der im Raum stehenden Sanierungssumme besonders relevant ist. Eine Sanierung um jeden Preis ist für uns nicht verantwortbar. Die im Rahmen des nun beschlossenen Konzeptvergabeverfahrens eingereichten Vorschläge sollten abgewartet werden und sodann entsprechend evaluiert werden. Hierdurch hoffen wir, dass ein finanziell verantwortbares Konzept gefunden wird, mit dem das Kurbad für Königstein und seine Kurgäste nachhaltig gesichert wird.
Grüne:
Das Kurbad ist ein zentraler Ort für unsere Kurstadt. Daher sollte es, wenn immer möglich, erhalten bleiben. Wir unterstützen die Suche nach einem Investor, sehen aber auch andere Möglichkeiten. In unserer Nachbarstadt wurde das Casals Forum auf der Basis von Spenden aus der Bevölkerung ermöglicht. Auch bei der jetzigen Planung sind Kosteneinsparungen (Energie) und höhere Einnahmen zu erwarten. Eine weitere Vermietung von Gewerberäumen für Friseur, Physiotherapie etc. kann die Kosten für den Steuerzahler senken. Es muss genau gerechnet werden, aber jede Chance für den Erhalt sollte ergriffen werden.
FDP:
Zur Sanierung des Kurbades haben wir die Stadt dabei unterstützt, zwei Alternativen zu prüfen: eine Renovierung in Eigenregie oder die Beteiligung eines Investors. Die städtischen Untersuchungen mit verschiedenen Fachplanern haben bereits erhebliche Mittel verschlungen, und selbst unter Einbeziehung möglicher Fördergelder erscheint die Eigenregie derzeit kaum realisierbar. Weitere Planungskosten dürfen nicht entstehen – daher bleibt nur der Weg über einen Investor. Das Konzeptverfahren soll bald starten, und die FDP erwartet, geeignete Investoren zu finden.
ALK:
Rein rechnerisch kann sich die Stadt die Sanierung und geplante Erweiterung des Kurbades nicht leisten. Das ist mittlerweile auch Konsens. Mit einer sogenannten Konzeptausschreibung soll ein Investor gefunden werden, der das Gebiet um das Kurbad bebauen darf, er soll aber auch das Bad für 60 Millionen Euro sanieren und anschließend betreiben. Die ALK hält dieses Szenario eher für unrealistisch und ist keineswegs davon überzeugt. Das Ergebnis der Ausschreibung gilt es allerdings erst einmal abzuwarten.
Sind Sie Befürworter des (durch den FNP 2030) möglichen neuen Baugebiets "Kohlweg III" in Schneidhain? Oder was ist Ihr Alternativvorschlag zur Schaffung von Wohnraum und neuen Gewerbeflächen?
CDU:
Nein, zudem gibt es ein Baugebiet „Kohlweg III“ nicht. Die Stadtverordnetenversammlung hat mit den Stimmen der CDU mehrheitlich eine Ausweisung als Wohnbaufläche im Süden Schneidhains abgelehnt – und die CDU hatte eine solche Fläche bereits beim letzten Regionalen Flächennutzungsplan abgelehnt. Wohnraum schaffen wir durch maßvolle Innenentwicklung, das Quartier Weidenblick mit rund 70 Wohneinheiten sowie durch eine behutsame Weiterentwicklung geeigneter Flächen. Gleichzeitig entwickeln wir die städtische Immobilienstrategie weiter, sichern wichtige Grundstücke für Bildung, soziale Infrastruktur und bezahlbaren Wohnraum und prüfen nicht benötigte Flächen.
AfD:
Abgesehen davon, dass es keine konkreten Pläne für das sogenannte Baugebiet gibt, wer möchte noch in eine Stadt ziehen, die kurz vor dem Ruin steht und am Donnerstag, den 26.02.2026, Fakten geschaffen hat, die diesen Weg sichtbar vorzeichnet! Dies gilt sicher auch für Gewerbetreibende, die exorbitante Gewerbesteuern befürchten müssen, wie sie für die Bürger bei der Grundsteuer schon Realität sind und noch nicht das Ende sein werden. Die AfD hofft, dass die neuen Mehrheitsverhältnisse in der Stadtverordnetenversammlung zu einer für die vernunftbegabten Bürger möglichen Entscheidungsfindung führen. Dann sind auch Wohnraum und neue Gewerbeflächen für Königstein möglich.
SPD:
Auch wenn eine politische Mitbewerberin etwas anderes behauptet, so wurde doch im Rahmen der Stellungnahme der Stadt eine Baufläche am Kohlweg abgelehnt. Auch aus unserer Sicht war die dort vorgesehene Fläche zu groß gewesen, weshalb wir einen entsprechenden Änderungsantrag zurückgezogen haben. Alternative Flächen für Gewerbe und Wohnraum sind aus unserer Sicht einerseits die Grundstücke im Forellenweg, das Wohnheims am Ende der Pingler-Straße sowie möglicherweise die städtische Liegenschaft im Steinweg. Zudem müssen städtische Wohnungen in städtischer Hand bleiben, das Heuckeroth-Projekt weiter unterstützt und Belegungsrechte bei privaten Neubauprojekten forciert werden.
Grüne:
Die Antwort wurde im Bauausschuss und der Stadtverordnetenversammlung bereits eindeutig und eigentlich unmissverständlich gegeben. Weder der Magistrat noch eine der Fraktionen hat eine solche Bebauung befürwortet. Diese Diskussion ist ausschließlich dem Wahlkampf geschuldet. In Schneidhain haben wir noch ein Gebiet, das für Wohnungsbau und Gewerbe genutzt werden kann, in einem neuen Bebauungsplan mitbeschlossen. Dieser verdichtet den bisherigen Bestand. Allerdings ist neuer Raum in Königstein sowohl für Gewerbe als auch für Wohnen Mangelware. Es geht deswegen in erster Hinsicht darum, die vorhandenen Flächen möglichst sinnvoll zu nutzen.
FDP:
Wie bereits in unserer Pressemitteilung vom 23.02.2026 erläutert, sehen wir aufgrund des gemeinsam mitgetragenen Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung derzeit keine Möglichkeit, ein weiteres Wohngebiet – das sogenannte Neubaugebiet „Kohlweg III“ – im Flächennutzungsplan zu unterstützen. Neue Wohn- oder Gewerbegebiete zu entwickeln, bleibt eine große Herausforderung. Etwas zusätzlicher Wohnraum kann durch behutsame Verdichtung entstehen, stößt aber oft auf Widerstände. Für Gewerbe stehen nur noch wenige, begrenzte Flächen zur Verfügung. Diese müssen bestmöglich entwickelt werden.
ALK:
Die Umwidmung Regionaler Grünzug (Vorderer und Hinterer Grüner Weg) in Wohnbebauung, Planung (Kohlweg III) wie von der Verwaltung angestrebt, lehnen wir ab. Die Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen stellt aus unserer Sicht lediglich eine Vorstufe dar. Wir werden die weiteren Schritte im neuen Flächennutzungsplan kritisch begleiten. Gewerbeflächen sind in Königstein knapp. Umso unverständlicher war die Umwidmung der Gewerbefläche auf dem Donath-Gelände in ein reines Wohngebiet. Dieser Beschluss wurde gegen die Stimmen der ALK gefasst. In Bebauungspläne wollen wir, wo immer es möglich ist, einen Anteil günstigen Wohnraums und einen Gewerbeanteil aufnehmen.
Mit welchem Ergebnis (Stimmen in Prozent) wären Sie bei der Kommunalwahl in Königstein zufrieden?
CDU:
Wir wünschen uns eine hohe Wahlbeteiligung – als Zeichen der Wertschätzung für die ehrenamtliche Kommunalpolitik und unsere Demokratie vor Ort. Wir sind zuversichtlich, mit unserer vielseitigen Liste mit bereits politisch aktiven und neuen, motivierten Persönlichkeiten aus unseren Reihen das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen. Unser Ziel ist es, stärkste Kraft zu werden und mit einer stabilen Mehrheit Verantwortung zu übernehmen, damit wir gemeinsam mit unserer Bürgermeisterin und im guten Miteinander mit politischen Partnern, die ebenfalls an einer positiven Entwicklung interessiert sind, Königstein verlässlich voranbringen können.
AfD:
Wenn uns die Bürger der Stadt Königstein mit einem Prozentsatz ins Stadtparlament wählen, mit dem wir von „weiter so“ bei zukünftigen Beschlüssen in der Stadtverordnetenversammlung zu einem „bessere Ergebnisse für unsere Mitbürger“ mit unseren Stimmen beitragen können, wäre die AfD zufrieden.
SPD:
Unser Ziel ist die Erreichung der 9-Prozent-Marke. Zufrieden wären wir aber auch schon bei Zugewinn von mindestens einem weiteren Sitz in der Stadtverordnetenversammlung, um die Interessen der Königsteiner effektiv vertreten zu dürfen.
Grüne:
B90/Grüne würden sich über 15 Prozent freuen, haben wir doch in den letzten Jahren eine gute Arbeit für Königstein geleistet. Natürlich erfordert die politische Arbeit in Königstein für eine Partei mit 10 Prozent der Stimmen Kompromisse. Als kleine Partei kann man leider nicht erwarten, die gesamte Politik zu bestimmen. Mit Klimamanager, SUMP (gesamtheitliche Verkehrsplanung), Klimaanpassung der Stadtmitte und bei vielen weiteren Projekten konnten wir eine deutlich sichtbare grüne Handschrift hinterlassen. Auch beim Umgang mit den Finanzen setzten wir auf Kostenkontrolle und Einsparungen.
FDP:
Die FDP bewirbt sich erneut um ein starkes Mandat in den städtischen Gremien und ist zuversichtlich, wie schon beim letzten Mal ein überzeugendes Ergebnis mit rund sechs Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung zu erzielen.
ALK:
Als stärkste Fraktion im Stadtparlament streben wir einen Zugewinn an. Das Ziel ist, die Marke von 40 Prozent zu erreichen.
