Der Hardtbergturm soll unser Leucht-Turm werden

Hans-Dieter Hartwich positioniert schon einmal das Modell des neuen Hardtbergturmes zwischen den Mammolshainer Bäumen mit Blick auf die Mainebene. Was sich vom Balkon des Dorfgemeinschaftshauses aus erahnen lässt, könnte auf dem Hardtberg noch um einiges grandioser wirken – allerdings braucht es dafür noch sehr viele Sponsoren und Spender.
Foto: Friedel

Mammolshain
(hhf) – Der Atzelbergturm in Eppenhain ist bald verschwunden, nach dem zweiten Brand hat das Kelkheimer Stadtparlament beschlossen, ihn in Stahl neu aufzubauen und die Abrissarbeiten an der Holzkonstruktion laufen. Man hofft, für 380.000 Euro einen Turm zu errichten, der an den 1914 dort erstmals errichteten „Luisenturm“ erinnert, der 1976 wegen Baufälligkeit abgerissen worden war.

Ähnlich und doch ganz anders gestaltet sich die Geschichte des benachbarten Hardtbergturmes, um deren Fortschreibung sich derzeit der Förderverein Hardtbergturm e. V. eifrig bemüht. 1899 – im Stadtarchiv liegen Bilder von der Einweihungsfeier und Postkarten mit dem Blick auf Königstein – wurde dieser Aussichtsturm in Stahlbauweise vom Taunusklub eröffnet, schon der Ersatz für einen hölzernen Vorgänger aus dem Jahr 1884. Unbrennbar hielt er bis zum Jahr 2012, im Dezember erfolgte schließlich die Sperrung wegen starker Korrosion vor allem der Treppe. Die Kosten für eine Sanierung schätzte man damals auf runde 90.000 Euro – aber die umstehenden Bäume hatten den 14,5 Meter hohen Turm glatt überflügelt, interessante Ausblicke in die Baumkronen ersetzten den Weitblick.

Weitblick erhalten

Wer einmal nur vom Mammolshainer Boden aus in die Mainebene geblickt hat, weiß, was der Aussichtsplattform damit verloren gegangen ist und die alten Postkarten zeigen, dass auch der Blick in Richtung Taunus sich lohnt. Eine Aufstockung war also dringend angesagt – oder eben ein kompletter Neubau. Letzteren favorisieren die Förderer nach einem langen Entscheidungsprozess. Nach ersten Entwürfen des Kronberger Architekten Wolfgang Ott ist schließlich kurz vor den Sommerferien das endgültige Konzept abgesegnet worden. Mit 27,5 Metern – also beinahe doppelt so hoch wie sein Vorgänger – soll der neue Stahlturm deutlich und nachhaltig über die Baumwipfel hinausragen, nicht nur 360 Grad Weitblick ermöglichen, sondern auch selbst – nachts sogar beleuchtet – als Wahrzeichen wahrgenommen werden. Das Lichtkonzept ist die aktuellste Neuerung.

Krone für den Taunus

„Wir wollen dem Taunus die Krone aufsetzen“, formuliert Hans-Dieter Hartwich, Ortsvorsteher von Mammolshain und Vorsitzender des Fördervereins in Personalunion, und setzt schmunzelnd hinzu: „Wir haben mit Weitblick geplant...“ Dazu hält er ein dreidimensionales Modell des bewusst markant-modern gestalteten Turmes vor die Bäume, die den Blick vom Dorfgemeinschaftshaus in die Mainebene einschränken. Stellvertretend für alle höchst engagierten Fördervereins-Mitglieder nennt der Vorsitzende Marcus Luzius und Roger Sparwasser beim Namen, die das Modell mit einem 3-D-Drucker hergestellt haben.

Beflügelt werden die Förderer dabei von dem regen Zuspruch aus der Bevölkerung, die spätestens seit einem Informationstag samt Hubsteiger-Fahrten über die Baumwipfel hinaus auch auf facebook und im Internet ständig betonen, wie wichtig ihnen der Aussichtsturm ist.

Auch das Stadtparlament hat im Haushalt für 2020 schon einmal Bau-Geld eingeplant, aber mit Sperrvermerk, denn was lieb ist, ist auch teuer – etwas mehr als eine halbe Million, 530.000 Euro werden aktuell kalkuliert. Da braucht es reichlich „Drittmittel“, Spenden, um deren Einwerbung sich der Förderverein jetzt verstärkt bemüht und ihren „Markenauftritt“ wie eine Werbekampagne betreiben.

„Unser Ziel ist das Sammeln von Geldern für den Neubau des Aussichtsturmes Hardtbergturm. Unterstützen auch Sie uns!“ steht im Internet und auf Flyern zu lesen. Wer sein Scherflein dazu beitragen möchte, kann das bei der Frankfurter Volksbank – IBAN: DE07 5019 0000 6700 2115 66 – oder der Taunus Sparkasse – IBAN: DE24 5125 0000 0013 3115 01 – gerne tun, ein Blick in die wohlgestalteten Werbeinformationen lohnt sich in jedem Fall aber auch.

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