Mammolshain (kw) – Wo früher feuchte Wiesen das Bild prägten, der Boden unter den Füßen nachgab und Libellen über kleine Wasserstellen schwirrten, hat die Trockenheit ihre Spuren hinterlassen. Die Grumbachswiesen, seit jeher ein wertvoller Rückzugsort für Wildschweine und Rehe, Libellen und Hornissen und zahlreiche andere Tierarten, kämpfen in diesem Sommer ums Überleben.
Wo sonst sumpfiges Gelände Lebensraum und Wasser bot, dominieren heute ausgedörrte Erde und braunes Gras. Wochenlange Hitze und ausbleibender Regen haben die Landschaft verändert. Die Folgen der anhaltenden Trockenheit und des Klimawandels sind auch in Mammolshain deutlich sichtbar.
Ganz ausgetrocknet ist die Grumbach jedoch nicht. Eine kleine Quelle spendet noch immer Wasser – unscheinbar, aber in diesen Tagen von unschätzbarem Wert.
Genau hier setzt eine Initiative des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Mammolshain an. In Absprache mit den Grundstückseigentümern wurde die Quelle wieder freigelegt und ihr Ablauf behutsam ausgebaggert. Freiwillige Helfer des OGV, Mladen Grezina, Jürgen Petry und Johannes Schiesser, der den Bagger gestellt hatte, schritten zur Tat. Zusätzlich wurden flache Sickermulden angelegt, in denen sich Wasser sammeln kann. Sie sollen Wildtieren und Insekten als sichere Tränken dienen – bewusst so angelegt, dass zugleich keine Gefahr für spielende Kinder entsteht.
Der Jagdpächter wurde mit einbezogen: Auch an „seine Tiere“ wurde gedacht, auch sie leiden unter der anhaltenden Trockenheit.
Bemerkenswert ist vor allem die Selbsthilfe. Ehrenamtlich Engagierte packen selbst an und setzen ein Zeichen für praktischen Naturschutz. Der OGV Mammolshain zeigt, dass oft schon kleine Maßnahmen eine große Wirkung entfalten können – für Libellen, Hornissen, Wildschweine und all die anderen Bewohner der Grumbachswiesen.
