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Benedikt Graf von Westphalen feierte 65. Geburtstag

Der ambitionierte Gärtner Benedikt Graf von Westphalen in seinem Rosengarten.

Foto: S. Puck

Kronberg (pu) – In enger Anlehnung an den Jules Vernes-Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ kann der Werbekaufmann und ehemalige externe Wirtschaftsförderer der Stadt Kronberg, Benedikt Graf von Westphalen, von sich behaupten, bis zum jetzigen Zeitpunkt immerhin 92 Länder bereist zu haben. Eine bemerkenswerte Zahl. „Mein bester Freund war jahrelang der Samsonite-Koffer“, schmunzelt er in Erinnerung an Spitzenzeiten, als er 220 bis 240 Tage im Jahr unterwegs war. Mittlerweile lässt er es etwas ruhiger angehen. Letzten Montag, 24. August, stand für den Wahlkronberger zunächst einmal ein privates Ereignis, die Feier seines 65. Geburtstages, auf der Agenda.

Das Licht der Welt erblickte er 1950 auf dem elterlichen Gut, einer umgebauten Gipsmühle, in Helmern in Nordrhein Westfalen als Sohn von Wilhelm Reichsgraf von Westphalen zu Fürstenberg und seiner Frau Aloysia („Wisa“) Reichsgräfin von Westphalen zu Fürstenberg geborene Freiin von Spiegel-Peckelsheim, einer bekannten Künstlerin. Bereits in jungen Jahren beseelt von der Idee, ein breites Wissen zu erlangen, schmökerte er ab dem 13. Lebensjahr das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ von vorne bis hinten durch.

Nach dem Besuch von Grundschule und Realschule im Geburtsort ging es über Internat-Stationen in Marienau (Lüneburg) und Nordeck (Gießen) 1969 hinein in den Start der beruflichen Laufbahn, einer Lehre zum Werbekaufmann bei einer Frankfurter Werbeagentur mit nachfolgender Übernahme ins Angestelltenverhältnis als Produktioner und später als Junior-Kundenberater.

Nach vier Jahren der Aufbruch zu neuen Zielen als Kundenberater bei Ogilvy & Mather (Frankfurt), wo er unter anderem Konzerne wie Shell, Vasa oder Löwenbräu in Sachen optimale Werbemaßnahmen beriet. Diese „spannende Zeit“ fand ein jähes Ende durch die Ölpreiskrise und der daraus resultierenden drastischen Zusammenstreichung des Werbeetats. „Von einem auf den anderen Tag standen 14 Leute arbeitslos auf der Straße“.

Benedikt Graf von Westphalen meldete sich beim Arbeitsamt, hatte dort mit einem Sachbearbeiter namens Nix zu tun. „Dieser Name war Programm, er konnte mir zeitnah keine Stelle vermitteln, sodass ich schließlich für kurze Zeit nach England ging“. Zurück in Frankfurt, besuchte er zwei Jahre die Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung, schloss mit dem Fachabitur als staatlich geprüfter Betriebswirt, Fachrichtung Marketing, ab und fand bei der heute in 96 Ländern niedergelassenen Werbeagentur Dole, Dane, Bernbach in Düsseldorf als Berater von Großkunden eine neue Anstellung.

Ein erneuter Ortswechsel folgte 1980. Dieses Mal ging es mehrere Jahre ins Ausland. Zunächst stand er bei Williams & Humbert Ltd., Jerez de la Frontera, (Spanien und London) in Lohn und Brot und war dort als internationaler Kommunikationsleiter budgetverantwortlich für die Ländergruppen Nord-Europa, Ost-Europa und Asien. Nach einem anschließenden einjährigen Abstecher in Guatemala ergriff er 1984 die Möglichkeit der Rückkehr in die deutsche Heimat zu McCann Erickson. Nur wenig später verlegte er seinen Wohnsitz von Frankfurt nach Kronberg. Ein Vorhaben, mit dem er bereits seit Längerem liebäugelte, hatte er doch in seinen vielen Jahren immer wieder mit Kronbergern zu tun und bei gelegentlichen Besuchen Gefallen an der Burgstadt gefunden.

Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte: Es war eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen. „Eigentlich wollte ich an Altweiberfastnacht nur ein Bier als Absacker im Recepturhof trinken“, erinnert er sich an den Moment, als ihn aus heiterem Himmel Amors Pfeil traf. Große Hochzeit mit seiner Katrin wurde 1988 gefeiert, im gleichen Jahr wechselte er als Geschäftsführer für zwei Jahrzehnte zur Golin Harris B&L GmbH in Frankfurt.

Private Meilensteine in dieser Zeit waren die Geburt von Sohn Philipp 1998 und der Erwerb eines Fachwerkhauses in der Talstraße „als neues Nest“, wie geschaffen für den handwerklich Begabten, der „gern mit Holz arbeitet“ und darüber hinaus als ambitionierter Gärtner und Rosenliebhaber Erholung bei der aktiven Arbeit findet.

Mittlerweile als selbstständiger Unternehmer und Berater tätig, trug er 2008 kurz nach der Bürgermeisterwahl die Idee an den neuen Amtsinhaber Klaus Temmen heran, eine externe Wirtschaftsförderung zur Ankurbelung des Standort- und Citymarketings zu installieren.

„Als Kronberg-Liebhaber wollte ich gerne meine langjährige Erfahrung mit Investoren zum Wohle der Stadt einbringen.“ Eine Aufgabe, die er dreieinhalb Jahre trotz der bekannt „schleppenden Entscheidungsfreudigkeit der Parlamentarier“ mit Freude ausübte. Bei allem Bestreben um die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit plädiert der 65-Jährige nach wie vor dafür, dass „Kronberg weiterhin eine Stadt im Grünen bleibt und seinen Charakter möglichst nicht verliert, denn darin liegt sein Charme und seine Stärke und seine Wettbewerbskraft“. Die Entscheidungsträger sollten sich seiner Meinung nach davor hüten, die Vergleichbarkeit mit Nachbarstädten anzustreben. Nichtsdestotrotz sei es bei allem Verständnis an lieb gewonnenem festzuhalten, längst an der Zeit, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und Veränderungen vorzunehmen, um sich professioneller und damit zukunftsfähiger aufzustellen.

Befragt nach seinen persönlichen Zukunftswünschen und -zielen kündigt er ein Engagement bei der Flüchtlingshilfe Kronberg an, des Weiteren würde Benedikt Graf von Westphalen nach 1982/83 ein weiteres Mal gerne China besuchen, „um mir persönlich ein Bild von den dortigen Veränderungen zu machen“. Die ihm bereits in die Wiege mitgegebene Familienmaxime „Tu, was du tun musst, aber tu es“ legt den Schluss nahe, dass er auch diese Vorhaben noch realisieren wird.

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