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Zum Lesefestival: Monika Maron im Gespräch mit Eva Baronsky

Kronberg (kb) – Was tun, wenn eine psychisch gestörte Frau tagein, tagaus auf dem Balkon steht und – zum Leidwesen sämtlicher Nachbarn - Operettenarien grölt?“

In Monika Marons neuem Roman „Munin oder Chaos im Kopf“ geschieht genau das, und während die Anwohner der bislang friedlichen Straße „Aktionen“ planen, zieht die Hauptfigur, die Journalistin Mina, sich zum Arbeiten in die Nacht zurück. Monika Maron ist Donnerstag, 20. September um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei im Gespräch mit Eva Baronsky im Rahmen des Lesefestivals „Lesen & Lesen lassen“ vom 17. bis 25. September. Sie hat einen Aufsatz über den 30-jährigen Krieg zu schreiben, doch je tiefer sie in dieses Thema eindringt, desto deutlicher drängen sich ihr die Parallelen auf zwischen jener Zeit im 17. Jahrhundert und der offenbar seit Langem angestauten und sich nicht nur vor der Haustür, sondern weltweit entladenden Aggressivität. Als dann noch eine Krähe auftaucht und Mina in nächtliche Diskussionen über Gott und die Welt verwickelt, wird das Chaos, das sie umgibt, immer spürbarer.

Die gebürtige Berlinerin Monika Maron ist in der DDR aufgewachsen, wo sie Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte studiert hat und u.a. als Reporterin tätig war.

Ihr Debütroman „Flugasche“ konnte in der DDR nicht erscheinen, sondern wurde stattdessen sehr erfolgreich in der Bundesrepublik Deutschland verlegt.

Für ihr Werk erhielt Monika Maron viele Preise und Ehrungen wie den Kleist-Preis, den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und den Deutschen Nationalpreis.

Sie war Mainzer Stadtschreiberin und hat im Semester 2005 die Frankfurter Poetik-Vorlesungen gehalten. Eva Baronsky, aufgewachsen im Rheingau, lebt heute als freie Schriftstellerin in Kronberg. Ihr Debütroman „Herr Mozart wacht auf“ wurde mit dem Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, 8 Euro für Mitglieder des Freundeskreises, Schüler und Studenten haben freien Eintritt Näheres im Internet unter www.stadtbuecherei.de.

Zum Auftakt des Lesefestivals kommen Montag, 17. September (und Freitag, 21. September) von 9 bis 12 Uhr Kindergarten- und Schulkinder mit Dorothe Starke u.a. in den Genuss des Vorlesens auf der Bühne im Victoriapark. Mittwoch, 19. September um 20 Uhr liest dann Christian Brückner Roger Willemsen, „Wer wir waren“ in der Stadtbücherei. Roger Willemsens nach seinem Tod erschienenes Buch „Wer wir waren“ erzählt die Versäumnisse der Gegenwart aus der Perspektive derjenigen, die nach uns leben werden. Es ist nicht nur das melancholische Resümee und die scharfe Analyse eines außergewöhnlichen Zeitgenossen, sondern zugleich das leidenschaftliche Plädoyer für eine „Abspaltung aus der Rasanz der Zeit“.

Die Lesung setzt dem 2016 verstorbenen Autor und Querdenker ein literarisches Denkmal.  Christoph Brückner,1943 geboren, arbeitet als Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher, der viele herausragende Hörspiele und Lesungen produziert hat und dafür vielfach ausgezeichnet wurde. Der Eintritt beträgt 20 Euro, Schüler und Studenten zahlen keinen Eintritt.

Nach dem Gespräch mit der Berliner Schriftstellerin Maron liest Dienstag, 25. September um 19 Uhr Karen Duve „Fräulein Nettes kurzer Sommer“, ein Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff.

Fräulein Nette ist eine Nervensäge! Dreiundzwanzig Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut, ist sie das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten passen will. So zieht sie mit einem Berghammer bewaffnet in die Mergelgruben, um nach Mineralien zu stöbern. Das Schlimmste aber ist ihre scharfe Zunge. Ungefragt mischt sie sich in Gespräche über Kunst und Politik. Ein Enfant terrible ist sie - aber nicht für alle. Heinrich Straube, genialischer Mittelpunkt der Göttinger Poetengilde, fühlt sich jedenfalls sehr zu ihr hingezogen. Was folgt, ist eine Liebeskatastrophe mit familiärem Flächenbrand.

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Ihre Romane und Sachbücher zu aktuellen Themen wurden mehrfach ausgezeichnet. Diese Lesung, eine Veranstaltung der Kronberger Bücherstube findet in „Sylvie‘s Café“, in der Friedrich-Ebert-Straße statt und kostet 20 Euro Eintritt.

Vorschau

Sonntag, 7. Oktober um 11 Uhr kommt zum Abschluss des Lesefestivals schließlich Denis Scheck mit Neuerscheinungen und Herzensbüchern in die Stadtbücherei. Denis Scheck, geboren 1964, ist einer der bekanntesten deutschen Literaturkritiker. Er studierte Geschichte, Politik und Literaturwissenschaft in Tübingen, Düsseldorf und USA. Heute arbeitet er als Literaturredakteur des Deutschlandfunks sowie als Moderator der Fernsehsendungen „Lesenswert“ im SWR und „Druckfrisch“ in der ARD. Er lebt in Köln.

Die Berliner Schriftstellerin Monika Maron kommt im Rahmen des Lesefestivals in die Stadtbücherei
Foto: J. Maron

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