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Peukert wünscht sich umsichtigeren Umgang mit den Ehrenämtlern

Kronberg. – Nach der Jahreshauptversammlung auf der Burg, wo ein neuer Burgverein-Vorstand gewählt wurde, meldet sich die Burgaktive Dorothea Peukert aus der sogenannten „Reformgruppe“ zu den Hintergründen – die Reformgruppe hatte angestrebt, einen gänzlich neuen Vorstand zu positionieren, dazu jedoch am Sitzungsabend keine weitere Erklärung abgegeben – nun mit einer Stellungnahme zu Wort:

Die hohe Beteiligung an der Jahresversammlung des Burgvereins am 9. Mai habe gezeigt, wie groß in diesem Jahr das Interesse der Mitglieder am Burggeschehen sei. Wohl der Fülle der Informationen an diesem Abend geschuldet, würden „einige Aussagen in dem Bericht jedoch nicht ganz den Sachverhalt“ treffen „und bedürfen meines Erachtens der Klarstellung“, schreibt Peukert. „Dass der Vorstand die Mitgliederzahl mit 629 angab und nicht mit 692, war gewiss nur ein Drehfehler. Dass in dem Bericht die ,Reformgruppe‘ wie eine Gruppe von Querulanten wirkt, die im letzten Augenblick der Mut verließ, kann ich allerdings so nicht stehen lassen. ,Kämpfe nicht, wenn du nicht gewinnen kannst‘, rieten bereits die alten Chinesen. Diese Einsicht ließ uns im Vorfeld und an dem Abend selbst Zurückhaltung üben“, erklärt Peukert im Nachgang zu der Sitzung. „Unsere Aktion geht nicht ,im Kern von zwei Ehepaaren‘ aus. Etliche Mitglieder wünschen sich schon seit Langem Veränderungen und Verbesserungen in der Vereinsarbeit“, behauptet sie. „In einer kleineren Gruppe Aktiver haben wir darüber diskutiert und einen erstrebenswerten Zielzustand schriftlich formuliert. Es handelt sich deswegen keineswegs um eine ,Gegenströmung‘. Für unsere Burg gibt es nur Ziel: Das Denkmal mit unserem ehrenamtlichen Einsatz zu erhalten und mit Freude dabei zu sein. Unser Engagement hat denselben Stellenwert wie die finanziellen Zuwendungen.“ Allerdings gebe es durchaus unterschiedliche Vorstellungen über die Art und Weise, wie das Ziel erreicht werden könne, die Burg zu erhalten. „Die Reformgruppe steht vor allem für einen respektvollen Umgang miteinander, für die gegenseitige Anerkennung auch bei unterschiedlichen Ansichten, für ein gemeinsames abgestimmtes Vorgehen anstelle von einsamen Entscheidungen und Aktionen“, sagt sie und übt damit unterschwellige Kritik und setzt noch hinzu: „Die Reformgruppe steht für mehr Professionalität im Ehrenamt, Sachverstand muss willkommen sein, anstatt als Bedrohung für das eigene Amt angesehen zu werden.“ Der Vorstand habe dabei eine Vorbild- und Führungsfunktion. „Deshalb plädierten wir für einen mehrheitlich neu besetzten Vorstand, auch und vor allem im Vorsitz.“ Zum Prozedere am Wahlabend erklärt sie: „Die potenziellen neuen Vorstandsmitglieder hatten ihre Kandidatur noch nicht erklärt, als Äußerungen aus den Reihen des bisherigen Vorstands kamen, die nicht auf eine gedeihliche Zusammenarbeit hoffen ließen. Selbstverständlich hätten wir für unsere Ansichten und Ziele der Versammlung am 9. Mai Rede und Antwort gestanden. Aus Respekt gegenüber den Anwesenden verzichteten wir darauf, bereits im TOP 4 den Sitzungsablauf mit einer Gegendarstellung zu unterbrechen, nach einem meines Erachtens unangemessenen Seitenhieb aus dem Arbeitskreis Veranstaltungen. Konnten wir damit rechnen, dass die Versammlungsleitung den Wunsch nach Aussprache unter TOP 10 ignorieren würde? Nein“, so Peukert. Nach der Vorstandswahl und drei Stunden Sitzung war die Mehrheit der Anwesenden erschöpft, zu diesem Zeitpunkt habe man keinen Sinn mehr gesehen, erneut in eine Diskussion einzutreten.

Peukert sieht weiter eine „Brisanz“ darin, dass bereits am 19. März 36 Mitglieder eine Unterschriftenliste auf geheime Wahl eingereicht hatten. An dem Wahlabend hatte es keine Mehrheit auf eine geheime Abstimmung gegeben. Peukert ist jedoch der Überzeugung: „Die Antragsteller hätten erwarten dürfen, dass ein umsichtiger, sich seiner Verantwortung bewusster Vorstand bzw. Wahlleiter ihr Anliegen ernst nehmen würde. Es wäre im Ermessensspielraum gewesen, dem Antrag stattzugeben. Dies wäre ein wichtiges Zeichen des Respekts ihnen gegenüber gewesen und hätte das Selbstbewussten eines Vorstands gezeigt, die Mehrheit der Versammlungsteilnehmer auch in einer geheimen Abstimmung überzeugen zu können.“ Und zum Abschluss wünscht sie allen Aktiven im Burgverein, die im zurückliegenden Vereinsjahr wieder Großartiges geleistet hätten und wofür ihnen die ungeteilte Anerkennung gebühre, „dass uns die Kreativität und die Kraft nicht ausgehe, dass unser gutes Beispiel weiterhin ansteckend wirkt und viele neue Aktive zum Mitmachen anregt. Ich hoffe sehr, dass der neu gewählte Vorstand für unsere Arbeit die angemessenen Rahmenbedingungen schafft und mit einem so kostbaren Gut wie dem ehrenamtlichen Engagement zukünftig umsichtiger umgeht.“ (mw)

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