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Planungen für Bahnhofsgebäude nehmen an Fahrt auf

Das deutlich in die Jahre gekommene Vordach über dem Wartebereich ist nicht in den Besitz der Stadt Kronberg übergegangen, deshalb stehen in den nächsten Tagen weitere Gespräche mit der Bahn an. Fotos: S. Puck

Kronberg (pu) – Seit Dezember letzten Jahres ist die Stadt Kronberg im Besitz des alten Bahnhofsgebäudes sowie Teilen des umliegenden Geländes. Daher rücken in diesen Wochen Planspiele zu den unterschiedlichen Nutzungsvarianten verstärkt in den Fokus, schließlich ist es bereits seit Jahren erklärtes Ziel, dem kompletten Areal am Bahnhof schrittweise ein neues Erscheinungsbild zu geben. Drei Jahre nach Eröffnung des durch den Unternehmer Dietmar Spielmann gekauften, renovierten und sanierten Lokschuppens und nach der kürzlichen Wiedereröffung des „Kiosk am Bahnhof“ muss in den kommenden Monaten über die zukünftige Verwendung des Bahnhofsgebäudes sowie des ebenso dazu gehörenden, vor einigen Jahren einmal vom Abriss bedrohten Basahäuschens, dass mittlerweile jedoch als bahnhofstypischer, erhaltenswerter Baukörper eingestuft wird, entschieden werden. Vor diesem Hintergrund machten sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt vor ihrer jüngsten Sitzung im Verlauf eines Ortstermins persönlich ein Bild über den momentanen Zustand einiger zu verändernden Bereiche.

Dabei wurde deutlich, bevor mit Fantasie und innovativen Ideen etwaige Konzepte realisiert werden können, sind noch eine Reihe von Gesprächen zu führen. Wie Erster Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) im Laufe der knapp einstündigen Führung informierte, wird er sich mit Vertretern der Bahn am 8. April treffen, um noch offene Details zu klären, die nicht Gegenstand des ursprünglich zwischen der Bahn und einem Investor ausgehandelten Vertrags waren, in den die Stadt durch Ausübung ihres Vorkaufsrechts einstieg. Doch wie so oft steckt die Krux im Detail. So ist zum Beispiel zwar das Bahnhofsgebäude im Besitz der Stadt, das an dessen Hausfassade befestigte, deutlich in die Jahre gekommene Vordach über dem Wartebereich an den Gleisen allerdings nach wie vor der Bahn. Laut Baudezernent würde dieser zurzeit wenig einladende Bereich durch ein Glasdach weitaus heller und freundlicher wirken. Diese Umgestaltungsmaßnahme müsste die Bahn ebenso absegnen wie Veränderungen bei der Anordnung der Strommasten. Odszuck hofft, möglicherweise auf städtischem Grund stehende Masten versetzen zu können, um mehr Freiheiten bei der Gestaltung des Außengeländes zu haben.

Konkrete Nutzungsvorschläge für das Basahäuschen, der Schaltzentrale der Bahnsignalanlagen, warf an diesem Abend Ausschussvorsitzender Max-Werner Kahl (CDU) in die Runde. Nachdem die dort untergebrachten ehemaligen sanitären Anlagen nicht mehr benutzt werden, plädiert er für eine Umwandlung in einen Stützpunkt für Elektromobilität samt angegliedertem Parkhaus für Fahrräder und könnte sich das Ganze als Pilotprojekt vorstellen. Die Realisierbarkeit einer solchen Option wird in den kommenden Wochen und Monaten zu überprüfen sein. Nach Angaben des Ersten Stadtrats Jürgen Odszuck liegen Anfragen von „mindestens drei Interessenten“ für dieses von der Bausubstanz her noch gut erhaltene Häuschen vor.

Auch die Planungen für das Bahnhofsgebäude selbst schreiten voran. Hier schwebt Odszuck eine zur Historie des Bahnhofsgebäudes passende und dennoch durch „gewisse Qualität“ überzeugende Gastronomie vor. Ein Interessent sei vorhanden, eine Machbarkeitsstudie seines Architekten bereits Ende des Jahres in Auftrag gegeben. Zurzeit warte man gespannt auf die Ergebnisse. Nach derzeitiger Beschlusslage bleibt die Stadt Eigentümer und schließt mit einem Sanierungsträger (Investor) einen langjährigen Pachtvertrag ab. Der Sanierungsträger schließt alle weiteren Verträge ab und bewirtschaftet das ganze Gelände. Der Vorteil dieser Lösung liegt auf der Hand, die Stadt behält ein gewisses Mitspracherecht bei der Entwicklung und sieht sich am Ende nicht vor vollendete Tatsachen gestellt. In dem alten Bahnhofsgebäude sind neben den Räumlichkeiten für die Gastronomie unter anderem auch zwei sanierungsbedürftige Wohnungen untergebracht.

Baustellen gibt es unbestritten am Bahnhof genügend und wenn es nach dem Willen der Stadt Kronberg geht, sollen in den nächsten Wochen Hindernisse aus dem Weg geräumt werden und Entscheidungen fallen, damit dieser Empfangsbereich für Reisende endlich sein Schmuddel-Image verliert und sich stattdessen zu einem dem Image der Burgstadt angemessenen Schmuckstück entwickelt.

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