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Süße Früchte und legendäre Oldtimer

Der Oldtimer-Tag passend zum Erdbeerfest: Joachim-Dietrich Reinking aus Bad Homburg (rechts) war mit seiner „Gangster-Limousine“ zu Gast auf dem Berliner Platz.

Foto: Westenberger

Kronberg (mw) – Dieses Jahr passte alles: Kein Regen, sondern Sonnenschein und dazu ein angenehmes Lüftchen: Das lockte die Besucher zum Erdbeerfest mit verkaufsoffenem Sonntag von nah und fern in die Stadt. Ein echter Frequenzbringer dabei: Zum dritten Mal hatten die Rotary Clubs in Kronberg und in Eschborn sowie der Rotaract Club Taunus den Oldtimer-Tag möglich gemacht, der nicht nur eine Oldtimerschau war, sondern zum Miterleben einlud: Wer wollte, konnte gegen eine Spende für das KidsCamp in seinem Traumauto eine Fahrt durch Kronberg und Umgebung unternehmen. Die Aktion Kids Camp der rotarischen Jugendorganisation ermöglicht Kindern von bedürftigen Familien die Teilnahme an einem Sommerzeltlager. Organisator von Seiten der Rotarier Kronberg, Nicolai von Engelhardt, zeigte sich bereits um 12 Uhr begeistert über die Resonanz dieser Spendenaktion. Er freute sich darüber, dass auf dem Berliner Platz so viele Oldtimerfreunde mit ihren Autos gekommen waren, um für den guten Zweck wildfremde Menschen in ihre Lieblinge auf vier (aber auch drei) Rädern für eine Rundfahrt einsteigen zu lassen. Die Freude stand den Oldtimerfans als auch den Besitzern ins Gesicht geschrieben. Unzählige Anekdoten wie technische Details von den Autos aus aller Herren Länder und verschiedenen Jahrzehnten wurden ausgetauscht, Fotos und Videos mit der Familie gedreht, um die Rundfahrt im Chrysler Vision, im Goggo-Mobil, Porsche, im Austin Healey von 1966 oder im Munga von 1946, dem ersten Mehrzweck-Universal-Geländewagen mit Allradantrieb der Bundeswehr, festzuhalten. „Die Leute haben Spaß und spenden gerne“, so von Engelhardt. „Und was kann es schon für ein besseres Lob geben als die Aussage eines Besuchers: ,Wenn in Kronberg etwas ein Event ist, ist es eigentlich immer super!‘“

Viel Zeit für eine Verschnaufpause blieb den Oldtimerbesitzern allerdings nicht: einige Besucher nutzten die Gelegenheit und ließen sich in ganz unterschiedlichen Modellen von deren Besitzern durch und rund um Kronberg chauffieren. Joachim-Dietrich Reinking aus Bad Homburg, der mit seinem schwarzen Citroen 11 cv, „Berliner Legere“ zu Gast war, machte das nichts aus, im Gegenteil: Mit Stolz berichtete er seinen Fahrgästen, dass dieses imposante Auto als „Gangster-Limousine“ in die Geschichte eingegangen ist. „Es hatte einfach für die damalige Zeit eine super Straßenlage und wurde deshalb tatsächlich von Gangstern gern als Fluchtwagen verwendet“, erzählte er, bevor er seinen nächsten Fahrgast, einen Franzosen, einsteigen ließ, der selbst noch Detailwissen zu diesem Auto lieferte, das damals mit Frontantrieb und Motor vorne, eine echte Sensation war. Wer gut gelaunt nach der Fahrt wiederkam, blieb – zumindest wenn er Kinder im Gepäck hatte – ein paar Schritte weiter im Schulgarten gleich wieder „hängen“. Gelungen also auch die Synergien, die der Bund der Selbstständigen (BDS) und der Stadtjugendring nutzten: das Kinderfest als belebendes Bindeglied zwischen den Geschäftstreibenden am Berliner Platz und der Altstadt. Im Schulgarten wimmelte es den gesamten Nachmittag von Kindern und ihren Eltern, die sich bei den spannenden Spielangeboten gerne Zeit nahmen, alle von Kronberger Vereinen angebotene Spielstationen mit ihrem Nachwuchs zu durchlaufen, um abschließend mit der Teilnahme am Luftballonwettbewerb die Chance zu erhalten, eine Fahrt zu den Karl-May-Festspielen in Elspe zu gewinnen. Stadtjugendring-Vorsitzender Alexander Ritschel freute sich denn auch über die verschiedenen Angebote, die die Vereine möglich gemacht hatten: Der Kappenklub Kronberg ließ die Seifenblasen für Groß und Klein über die Schulgarten-Wiese tanzen, lud zum Dosenwerfen und Armbrustschießen ein. Die Fechtabteilung der SKG Oberhöchstadt stellte sich auf der Wiese ebenso vor wie der Sportschützenverein Oberhöchstadt, bei dem man sich im Lichtgewehrschießen einweisen lassen konnte, während sich beim KV02 die Kinder fantasievoll schminken lassen konnten. Zusätzlichen Spaß und Freude an Spiel und Bewegung gab es durch das vom Stadtjugendring gebuchte Spielmobil vom Abenteuerspielplatz Riederwald, das auf der Wiese und unter den Arkaden mit Hüpfburg, Brettspielen und allerlei rollenden Angeboten die Kinder in Scharen anlockte. Das eigentliche Erdbeerfest, die offenen Geschäfte, ihre Auslagen als auch ihre Ideen und Angebote im Zeichen der leckeren roten Früchte, boten ebenfalls schöne Überraschungen, jedoch waren die etwas rarer gesät. Vor allem was Hunger und Durst betraf vermissten einige Besucher beispielsweise den Stand mit ausgefallenen Erdbeerköstlichkeiten neben der Receptur, der vergangenes Jahr einen Gegentrend zu Grillwurst und Co. geboten hatte. Dennoch musste keiner verhungern, denn Feinkost Klinger und Zeit & Genuss lieferten in gewohnter Manier kulinarische Genüsse und Erdbeerköstlichkeiten. Außerdem konnten die Besucher natürlich auch bei einem der vielen Gastronomen in Kronberg Platz nehmen. Trotzdem bot die Tanzhausstraße teilweise ein trauriges, leeres Bild, trotz Kinderkarussell, und Manfred Rapp kam sich entsprechend einsam auf der Ecke zur Friedrich-Ebert-Straße vor, war er doch neben dem Hofgut Hohenwald am Schulgarten der einzige Obstbauer vor Ort. Die Ernte konnte seine Stimmung nicht großartig heben, auch wenn er um 14 Uhr fast alle Erdbeeren und selbst gekochten Marmeladen verkauft hatte; sie war einfach zu schlecht ausgefallen: Frost in der Blüte, viele kalte Nächte und anschließend noch der Hagel sorgten dafür, dass es nur wenige leckere rote Früchtchen gibt. Schräg gegenüber auf der Schirn sorgte der Inhaber von „Edle Tropfen“ gemeinsam mit seiner Familie dafür, dass es auch später am Tag noch Erdbeeren zu kaufen gab. Er hatte sie erntefrisch aus der Region besorgt. „Irgendwer muss sie ja anbieten, wenn wir zum Erdbeerfest einladen“, sagte er, und verkaufte gleich noch hausgemachte Tortenböden dazu. Erdbeerbowle gab es reichlich in der Innenstadt zu genießen, und so traf man die Besucher nach einer kleinen Shopping-Tour durch die Deko-, Mode-, Schuh-, Buch-, Blumen-, Tee und Parfümwelt schließlich unter Schirmen an Stehtischen oder in der Receptur bei vom Publikum gut angenommenen Akustik-Songs von „Jendro“, wo sie verweilten und den Sommertag in „großen Zügen“ genossen. Ein weiteres Highlight neben Kaffee und Kuchen auf der Burg mit Blick über die Rhein-Main-Ebene bot das Auge&Ohr Optikstudio zum 20. Bestehen: Sie hatten „Greenheart“ zu Gast, die Celtic Folk in der Friedrich-Ebert-Straße spielten. Mitten am Straßenrand ließen sich die Menschen nieder, um den Geschichten von Heimat, Liebe, Arbeitslosigkeit und Lebensfreude aus Irland und Schottland zu lauschen. Wer es besonders ausgefallen liebt, der war übrigens bei „Lotte Loves“ in der Katharinenstraße an der richtigen Stelle. Die Mischung aus Vintage und Handgemachtem, die Maja Milosevic dort anbietet, ist herrlich kreativ: Da gibt es Etagèren, die aus altem Porzellan neu zusammengesetzt worden sind, Getöpfertes aus der „Schöpferei“ aus Darmstadt, ebenso wie Blusen, Vasen, Schmuck und Spielzeughasen – alles „geliebte Einzelstücke“. Angezogen und eingeladen wurden die Besucher, den für Kronberg eher untypsichen Laden zu entdecken, durch DJ Tula Trash aus Höchst, die in der Szene mit ihren ausgefallenen liebevoll handgenähten Broschen vom Monster bis zur Fledermaus längst keine Unbekannte mehr ist. Für die ganz Fleißigen unter den Gästen gab es übrigens auch einige Leckerbissen: Das kleine Erdbeerquiz in der Kronberger Bücherstube beispielsweise und das Quiz um 17 Treppen in Kronberg, die der Kamera Klub Kronberg zu einer Fotoschau zusammengestellt hatte. Welche Treppe befindet sich wo? Das war selbst für alte Kronberger ein wirklich schwieriges Unterfangen, die Bilder den entsprechenden Straßen und Plätze zuzuordnen. Alles in allem war es ein gelungenes Erdbeerfest mit vielseitigen Angeboten, selbst wenn die Anzahl der Geschäfte in der Innenstadt in den letzten Jahren leider nicht zugenommen hat.

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