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Tagesfahrt nach Speyer zum 80. Geburtstag des Jahrgangs 1938

Der Jahrgang 1938 bei seinem Geburtstagsausflug nach Speyer.
Foto: privat

Kronberg (kb) – Von der sogenannten „Kaffeegruppe“ bestehend aus Carola Roth, Brigitte Schaar, Gisela Schneider, Ludwig Bettenbühl und Helmut Hirsch, gut organisiert, besuchte der Jahrgang 1938 die Stadt Speyer. Der Ausflug begann mit der Führung durch den bekannten Dom. Nach einem „Pfälzer Mittagessen“ wurde die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten besichtigt. Sehr interessant war die Führung durch das Judenviertel mit den Erläuterungen zum damaligen Leben und der Besichtigung des Ritualbades (Mikwe) es ist eines der ältesten noch erhaltenen dieser Art. Mit dem gemeinsamen Abendessen in der Burg Frankenstein endete der Tag, der von herrlichem Wetter begleitet war.

Das Besondere ist, dass sich hier „Schüler/Innen“ von Kronberg, Oberhöchstadt und Schönberg zusammengefunden hatten. Die Vorgeschichte dazu ist, dass man sich in der Abschlussklasse kennenlernte, die man zusammen in Kronberg besuchte. Unabhängig vom Wohnort ist man 1944 während des Krieges in Kronberg eingeschult worden. Man erinnerte sich: Die Lehrer/Innen wurden mit „Heil Hitler“ begrüßt und als Erstes musste man das Hakenkreuz zeichnen. Durch die dauernden Luftangriffe auf Frankfurt und Umgebung, mit dem dazugehörigen Fliegeralarm, war ein normaler Unterricht nicht möglich, da die meiste Zeit in Luftschutzkellern verbracht wurde. Nach Einmarsch der Amerikaner wurde der Schulbetrieb bis Anfang Winter ausgesetzt. Viele Lehrer/Innen fielen der Entnazifizierung zum Opfer. Neue Lehrer konnten so schnell nicht gefunden werden und so blieb es bei denen, die nicht „naziverdächtigt“ waren. Unterrichtet wurden zu Anfang nur Fächer und Themen, bei denen man nicht mit der „neuen Zeit“ in Konflikt kommen konnte. Die ersten Zeugnisse gab es 1949. So ist noch Herr Lehrer Müller in Erinnerung, der mit seinen Erzählungen zurück bis zur Ilias ging. Er berichtete vom Krieg um Troja, der von dem „Schwarzen Hektor“, Achill und den anderen Helden geführt wurde. Für viele blieb das unvergessen und später kaufte man sich dann das Buch von Homer und las nach was Herr Müller erzählte. Für den laufenden Lehrbetrieb fehlten das Unterrichtsmaterial und die Bücher. Es entstanden so erhebliche Wissenslücken, die man dann mit dem 10. Schuljahr in Kronberg schließen wollte. So kamen die Schüler/Innen von Kronberg, Oberhöchstadt und Schönberg (wie die zwei Jahrgänge davor) zusammen. Zu den jährlichen Jahrgangstreffen wurde dann eingeladen und man besuchte sich gegenseitig. Es entstanden gute Bekanntschaften und einige Freundschaften.

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