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Erste Weichen für „Altkönigblick“ – vorgeschaltete Planungswerkstatt

Spätestens im Sommer 2019 soll nach dem Willen der Koalitionäre ein Satzungsbeschluss vorliegen zur nachfolgenden Bebauung dieses Geländes. Foto: S. Puck

Oberhöchstadt (pu) – Am heutigen Donnerstag wird die Stadtverordnetenversammlung höchstwahrscheinlich den Magistrat damit beauftragen, für das künftige Baugebiet „Altkönigblick“ (Sportgelände der SG Oberhöchstadt) einen städtebaulichen Wettbewerb auszuschreiben, um vielfältige Ideen und Realisierungsvorschläge zu Gestaltung, Architektur und Erschließung zu erhalten. Des Weiteren soll zur Information und zwecks Erreichen einer möglichst hohen Akzeptanz in der Bürgerschaft im Rahmen einer Bürgerbeteiligung eine vorgeschaltete Planungswerkstatt durchgeführt werden. Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) stellte deren Beginn im April nächsten Jahres in Aussicht.

Änderungsantrag der KfB

Im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) gab es jedenfalls für diesen Antrag den einstimmigen Segen aller Parteien und Wählergemeinschaften. Dennoch deutet bereits viel darauf hin, dass auch die Beplanung dieses Baugebietes alles andere als ein Selbstläufer werden wird. Während die Koalitionäre von CDU, SPD und UBG etwa die im Beschlussvorschlag stehende Formulierung „die bestehenden Baustrukturen entlang der Altkönigstraße und der Feldbergstraße sind hierbei aufzunehmen, um einen optisch-architektonisch gestaffelte Übergang von den bestehenden Hochbauten der Straße ‚Am Sportfeld‘ zum neuen Baugebiet und der sich daran anschließenden EFH-Bebauung herzustellen“ als ausreichend erachten, regte sich dagegen von anderer Seite Widerstand. Die Wählergemeinschaft „Kronberg für die Bürger“ (KfB) brachte einen Änderungsantrag ein mit der Vorgabe, im nördlichen Bereich die Höhe der zu errichtenden Einfamilienhäuser auf eingeschossig mit Dach beziehungsweise zweigeschossig ohne Dach zu begrenzen. Trotz des Einwands der Leiterin des Fachreferats Stadtplanung, Eleni Mayer-Kalentzi, viel wichtiger sei die Festlegung der Traufhöhe, wich die KfB nicht von ihrem Ansinnen ab. Rückendeckung erhielt sie überraschenderweise durch den UBG-Fraktionsvorsitzenden Erich Geisel, der davon sprach, die Unabhängige Bürgergemeinschaft wolle nicht „wieder reinfallen wie beim Baugebiet ‚Schillergärten‘. „Das können wir den Oberhöchstädtern nicht zumuten, man sollte städtebaulich variieren. „Die Vertreter von SPD und CDU vernahmen Geisels Aussage mit sichtlichem Befremden. Ungeachtet dessen votierten sechs ASU-Mitglieder mit „Ja“ für eine Festlegung der Höhen bei drei Gegenstimmen.

Bedeutung des Baugebietes

Die Bedeutung des Baugebietes „Altkönigblick“ für den Stadtteil Oberhöchstadt hob die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Andrea Poerschke, besonders heraus. Aus Sicht der Sozialdemokraten handelt es sich um eine „längst überfällige städtebauliche Weiterentwicklung“. Am Startschuss seien die Oberhöchstädter selbst, im Besonderen der Verein der Sportgemeinschaft Oberhöchstadt, maßgeblich beteiligt. „Nur durch ihre Entscheidung, auf das Gelände nahe der Altkönigschule umzuziehen und den angestammten Platz zu verlassen, ist es möglich, mit der Bebauung dieses Geländes einen ‚Lückenschluss‘ in vielerlei Hinsicht zu bewerkstelligen“, so Poerschke. Zum einen erhalte die SGO durch moderne Sportanlagen eine langfristig gesicherte Perspektive für den Verein. Zum anderen schließe dieses neue kleine Quartier eine Lücke im Kronberger Wohnraumangebot. Die SPD plädiert neben einer vielfältigen architektonischen Ausgestaltung von Mehrgeschosswohnungsbau bis zu Reihenhäusern, auch für geförderten Wohnungsbau für Familien, ein Gemeinschaftswohnprojekt für mehrere Generationen und Bauherrengemeinschaften für Menschen, die ihr Haus im Alter gegen einen Eigentumswohnung tauschen möchten.

Alles Angebote, so die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt weiter, „die es in anderen Kommunen bereits seit längerem gibt und den Bedarfen bei veränderten Lebens- und Wohnformen Rechnung tragen. Sie binden die Menschen an ihre Stadt.“

Oft bleibt nur Wegzug

Die Sozialdemokratin untermauerte die SPD-Positionen mit dem Aspekt, im Angebot von sozialem Wohnungsbau sei neben bezahlbarem Wohnraum in einem Prozentsatz von mindestens 40 Prozent auch ein Wohnraumangebot für Alleinstehende, Alleinerziehende und auch Behinderte in der richtigen Größe und Ausstattung der Wohnung gemeint. „Es ist nach Aussagen der Leiterin des Fachbereichs ‚Soziales, Kultur und Bildung‘ schier unmöglich, für Menschen aus Kronberg eine Wohnung zu finden, wenn sie beispielsweise durch Unfall oder Krankheit plötzlich an den Rollstuhl gefesselt sind. Oft bleibt nur der Wegzug“, erläuterte Poerschke. Abschließend betonte sie, beim zukunftsgerichteten Blick liege das Augenmerk ebenso auf einem modernen gesamtheitlichen Energiekonzept für das ganze Quartier und einem Überdenken der innerverkehrlichen Struktur; hohe Bodenpreise und der Wunsch nach einer hohen Aufenthaltsqualität in einem möglichst grünen Wohnumfeld seien dafür Grund genug. Für die SPD sei dieser Antrag, neben dem Antrag für das Baufeld V, schlussendlich eine Konsequenz aus der zweijährigen Arbeit im Stadtentwicklungskonzepts, das mit den Bürgern, der Verwaltung und einem externen Fachbüro erarbeitet wurde. Bündnis 90/Die Grünen-Vorstand Udo Keil gab dennoch an diesem Abend seiner Forderung nach Transparenz ebenfalls Ausdruck „es muss von vornherein mit offenen Karten gespielt werden“ und unterstrich, seiner Partei gehe es ferner „über das Blockheizkraftwerk hinaus um eine Ökosiedlung.“

Neue Interessengemeinschaft

Die Planung des Baugebietes „Altkönigblick“ wird auch die seit gut zwei Wochen aus der Taufe gehobene „Interessengemeinschaft Sportfeld“ mit Argusaugen verfolgen. Wie deren Sprecher Prof. Dr. Michael Brück am Rande der Ausschusssitzung mitteilte, wolle man für die Wahrung der nachbarschaftlichen Rechte und des Planungsrechts Sorge tragen. Ein Großteil der aktuell etwa 45-köpfigen Gruppe habe schon mit der „IG Feldberg“ Erfahrungen gesammelt.

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