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Mit Pharaonen, Bembelgeistern und viel Getier gegen Kim, Trump & Co

Fichtegickelshausen (pu) – Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: alles, was nach den zahlreichen Veranstaltungen der närrischen Kampagne noch laufen und rollen kann, fällt an Fastnachtsdienstag zur Verabschiedung der fünften Jahreszeit in Fichtegickelshausen ein. Bei diesem nach wie vor gepflegten Brauch zieht man ganz offiziell lärmend und Kamelle, Popcorn und Konfetti werfend durch die Gassen, um einerseits den Winter und böse Geister, die Wachstum und Ernte bedrohen, endgültig zu vertreiben und andererseits – bevor die Narren die Regentschaft wieder den vom Volk gewählten Repräsentanten überlassen – nachhaltig auf unter den Nägeln brennende Missstände aufmerksam zu machen.

Weltherrschaft

Unter der Führung eines (Friedens)-Engelchens, das für die Dauer des närrischen Lindwurms in die Rolle des Zugmarschalls geschlüpft war und dessen „Herz für Ohö schlägt“ bahnten sich bei strahlendem Sonnenschein über 70 Fußgruppen und Motivwagen ihren Weg. „Mit Phantasie und Pinselstrich erober‘ ich die Welt für mich“ weihte der städtische Kindergarten „Schöne Aussicht“ die aus der ganzen Region angereiste Narrenschar in seine Pläne ein, den drohenden Gefahren Paroli bieten zu wollen und sendete damit eine deutliche Grußadresse an Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, den amerikanischen Päsidenten Donald Trumpf und seinem türkischen Pendant Recep Tayyip Erdogan. Die Gefährdung des Weltfriedens durch dieses Trio führte der Kunstgriff Oberursel in einem aufwändig und mit viel Liebe zum Detail ausgestatteten Motivwagen unmissverständlich vor Augen: Kim zielt auf der Atombombe sitzend auf die Welt, kritisch beäugt von Trump auf der anderen Seite und Erdogan will im Panzer sitzend ebenfalls mitmischen ganz nach dem Motto „Trump und Kim im Größenwahn und Erdogan will auch mitfahr‘n“.

Das ließ selbst die Pharaonen nicht länger ruhen, die unter der Regie des VIP-Klubs Bommersheim Stärke demonstrierten und in Fichtegickelshausen um Unterstützung warben. Diesem hehren Vorhaben schloss sich die 1. Frankfurter Gardecorps Marching Band prompt an, vor deren Trommelwirbel und Trompetensignalen selbst Feiernde in Hinterhöfen nicht sicher waren. Ein vielversprechendes Bommersheimer Erfolgsrezept soll – so munkelt man – der Einsatz von Bembelgeistern „Der Bembel raucht, der Geist erwacht“ sein, die Kim & Co derart die Sinne vernebeln sollen, dass die nur noch „blau“ sehen.

Andere wählten dagegen die Flucht in die Ferne, beispielsweise marschierte der Kappen Klub Kronberg 1902 geschlossen ins Casino nach Las Vegas und traf beim nächtlichen Tanz auf Discoschaben der Gattung „Staabacher Pitschetreter „Die Discoschaben sind nicht weit, Pitschis, die sind auch dabei“.

Die Probleme direkt vor der Haustür blieben keineswegs außen vor. So mokierten sich die lustigen Stierstädter über die die Schlagzeilen beherrschenden Wohnungsbau-Pläne „Frankfurt rückt uns auf die (Wurst)-Pelle“.

Gerne gesehene Gäste beim närrischen Abschluss in Fichtegickelshausen sind stets die Sodener Karnevals-Gesellschaft mit ihrem Zauberwald, Ontarios, Fantasies und Tanzsternchen und als aktuelle Prinzessin Franziska, Sodenia die 70, die Steinbacher Rainbow-Tiger der Tanzgarde und Schwalbacher TCC Pinguine. Den tierischen Reigen vervollständigten die Dalles Dreamboys vom gastgebenden Karnevalverein 1902 Oberhöchstadt und Eschborner Marienkäferchen, die die Lust auf den Frühling weckten.

Ein dreifach donnerndes Helau selbstverständlich auch den Kathy‘s friendly Western Riders, dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Stierstadt, den Stierstädter Zauberern, dem Fanfarenzug Kronberg 1970, den Eschborner Käwwern, dem SCC Steinbach, der Carnevalsgesellschaft 1886 Kronberg, der Starbreakers Marching Band, den DJK Crusaders Kronberg und den regierenden Prinzen und Prinzessinnen, wie dem Kinderprinzenpaar Annika I. und Justus I. (Bommersheim) und Prinz Karsten I aus Oberursel, die am Ende einer langen Kampagne den Weg nach Oberhöchstadt nicht scheuten.

Bereitschaft

Ohne Freiwillige, die bereit sind, sich einzubringen, sei es in der Vorbereitung, Organisation oder schlichten Teilnahme, wäre ein solches Großereignis mit 75 Zugnummern und logistischen Herausforderungen nicht zu stemmen. Dazu kommen Polizei, Deutsches Rotes Kreuz, Ordnungspolizei, Firmen, Stadt und Stadtwerke, die auch in Zeiten der allgegenwärtigen Terrorbedrohung alle an einem Strang ziehen, damit an dieser Tradtion festgehalten werden kann und dafür Sorge getragen ist, damit alle diese Veranstaltung unbeschadet, höchstens mit einem Kater als Nachwehen, erleben können.

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