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Tschernobylkinder erfahren vielseitige Unterstützung

Ein echter Renner waren die Wunden, die Klaus Henkel den Kindern aufmalte und die aussehen, als seien sie echt. Fotos: Pfeifer

Oberhöchstadt (pit) – Auf vollen Touren läuft derzeit die Aktion „Tschernobyl-Kinder“ der Caritas von der St. Vitus-Gemeinde. Wie schon in den mittlerweile 20 Jahren zuvor ist ein interessantes Programm für die Kinder aus Olmany in Weiß-Russland zusammengestellt worden. Als erster Punkt stand der Besuch des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf dem Terminplan. „Dessen Mitarbeiter sind mittlerweile zum 13. Mal aktiv für uns da und melden sich stets auch sehr früh dafür an“, freut sich Christiane Pless vom Vorstand der Caritas.

Bemerkenswert ist der Aufwand, den das Team des DRK dabei auf sich nimmt. Zum Beispiel gibt es Rundfahrten mit dem ATV (All Terrain Vehicle), bekannter als Quad. Klaus Henkel wiederum kümmert sich um plastisch-realistische Unfalldarstellungen am Körper. Da bekommt die 15-jährige Nadja per Knetmasse und speziellen Farben wie Theaterblut innerhalb einiger Minuten eine gehörige Schürfwunde an der rechten Hand.

Auch Christiane Pless reißt sich dazu hin, sich eine theaterbühnenreife Schnittwunde am Arm aufbringen zu lassen. „Ein Renner aber ist immer der abgerissene Daumen“, berichtet Klaus Henkel, der auch stets bei Katastrophenschutzübungen oder Übungen der Freiwilligen Feuerwehr mit seinen Künsten aktiv ist. Man müsse allerdings aufpassen, dass solche Darstellungen bei den einzelnen Mimen nicht zu realistisch und damit zu erschütternd würden: „Da achtet immer der Teamleiter drauf und warnt mit einem Passwort.“ Insgesamt sind es in diesem Jahr 20 Kinder, die einen Urlaub aus dem noch immer verseuchten Gebiet rund um Tschernobyl bekommen. Darunter 16 Mädchen und vier Jungen. „Wir sind froh, dass wir wieder Jungen integrieren konnten, denn die Unterbringung von Mädchen ist häufig leichter“, sagt Christiane Pless.

Zwei von ihnen sind bei dem Paar Katharina und Thorsten untergebracht. Eigene Kinder haben die beiden noch nicht, allerdings zwei Katzen und einen Hund. Die Sozialpädagogin – sie leitete bereits einen Kinder- und Jugendtreff – versichert, dass die beiden aktiven Jungs, die auch schon auf dem Sportplatz der SGO erfolgreich gekickt haben, auch die Gemeinsamkeit mit den Tieren schätzen würden. Und das allgemeine Fazit vom „Ferien-Elternpaar“: „Wir sind alle sehr glücklich miteinander.“

Doch nicht nur Freizeit-Vergnügen steht auf dem Programm für die Kinder. „Wir besuchen wie jedes Jahr auch wieder den Zahnarzt“, kündigt Christiane Pless an. Aber der Besuch einer Augenärztin sei ebenfalls wichtig: „Das wird zwar in der Heimat alles auch kontrolliert, aber nicht so, wie bei uns.“ Erschreckend sei die Angst, die manche Kinder vor einem solchen Arztbesuch hätten, der nicht von der Krankenversicherung, sondern von der Caritas getragen wird. „Vieles wird bei ihnen zu Hause ohne Betäubung gemacht“, so Christiane Pless. Einem Mädchen zum Beispiel seien die Mandeln ohne irgendeine Narkose entfernt worden.

Untergebracht sind die Kinder übrigens gleich in mehreren Gemeinden: eines in Steinbach, jeweils zwei in Schönberg und Kronberg und alle anderen in Oberhöchstadt. Bunt und facettenreich ist obendrein das Programm, das ihnen geboten wird. So wartet noch ein Besuch des Frankfurter und des Opel-Zoos auf sie, aber auch die Burgfestspiele in Bad Vilbel mit der Vorstellung „Der Zauberer von Oz“ oder das Taunus Wunderland werden besondere Höhepunkte sein.

Geschenke beim Besuch des DRK gab es obendrein, denn Reinhard Stein, Geschäftsführer des Druckhauses Taunus, brachte für jedes Kind einen Beutel vorbei, der Schulmaterial wie Blöcke, Hefte, Kugelschreiber oder Lineal enthält – Stifter waren das Druckhaus und der Kronberger Bote.

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