Andreas Knoche für weitere fünf Jahre zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt

Erster Stadtrat Heiko Wolf (parteilos), Alterspräsident Prof. Dr. Helfried Moosbrugger (CDU), der wiedergewählte Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche (CDU) und Bürgermeister Christoph König (SPD) (v. l.) Foto: Puck

Kronberg (pu) – Einen Monat nach der Kommunalwahl folgten 31 der 33 von der Bürgerschaft neu- beziehungsweise wiedergewählten Stadtverordneten der Einladung von Bürgermeister Christoph König (SPD) zur konstituierenden Parlamentssitzung im Festsaal der Stadthalle.

Seine aus tiefstem Herzen kommenden Glückwünsche für die Mitglieder des obersten Organs der Kommune verknüpfte der Rathauschef mit dem Hinweis auf die damit übernommene große Verantwortung für die nächsten fünf Jahre. „Sie beschließen in hervorgehobener Position über die städtischen Haushalte, die Satzungen und viele andere wesentliche Angelegenheiten.“ Auf die Repräsentanten in der repräsentativen Demokratie komme viel Arbeit zu. „Sie werden viel lesen, sich in neue Themen einarbeiten, miteinander um Lösungen ringen, Kompromisse schließen, Entscheidungen treffen.“ In diesem Zusammenhang zitierte der Bürgermeister aus dem Paragraphen 35 der Hessischen Gemeindeordnung (HGO): „Die Gemeindevertreter üben ihre Tätigkeit nach ihrer freien, nur durch die Rücksicht auf das Gemeinwohl bestimmten Überzeugung aus und sind an Aufträge und Wünsche der Wähler nicht gebunden.“ In diesem Sinne wünschte Christoph König den Parlamentariern für die Aufgabenbewältigung „Klugheit, Gelassenheit, Klarheit und Offenheit für die Gedanken und Meinungen anderer, eine glückliche Hand und Gottes Segen!“

Keine Gegenkandidaten

Als wichtigster Tagesordnungspunkt an diesem von Lockerheit, Austausch und familiärer Atmosphäre geprägten Auftaktabend in die neue Legislaturperiode stand die Wahl der oder des Vorsitzende/n der Stadtverordnetenversammlung auf der Agenda.

Gemäß dem politischen Brauch obliegt es der an Sitzen stärksten Fraktion im Parlament, den ersten Vorschlag für diesen Posten zu unterbreiten. Demzufolge wurde von den mit elf Abgeordneten vertretenen Christdemokraten Andreas Knoche nominiert. Der 58-jährige Rechtsanwalt/Geschäftsführer bekleidete dieses höchste Amt in der Stadt als Erster Bürger als Nachfolger seiner Parteikollegin Blanka Haselmann schon seit 2016. Offenkundig zur Zufriedenheit, denn weder Bündnis90/Die Grünen und Wählergemeinschaft „Kronberg für die Bürger“ (KfB) mit jeweils fünf Sitzen noch SPD und FDP mit je vier sowie Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG) und „Neuling“ Volt mit je zwei Sitzen schickten Gegenkandidaten ins Rennen.

Im Ergebnis der von der FDP-Fraktion beantragten geheimen Wahl sprachen 26 Parlamentarier Andreas Knoche das Vertrauen für weitere fünf Jahre aus bei fünf Gegenstimmen. Der 58-jährigge, der „dieses Amt als Verpflichtung gegenüber unserer Stadt und gegenüber Ihnen allen“ versteht, versprach, „mich mit voller Kraft dafür einzusetzen, die Arbeit dieses Hauses fair, respektvoll und sachlich zu gestalten.“ Bei aller Überzeugung, dass unterschiedliche Meinungen zur Demokratie gehören, sei jedoch entscheidend, „dass wir im Dialog bleiben und gemeinsam Lösungen für die Menschen in unserer Stadt finden.“ Sein innigster Dank galt darüber hinaus „meiner Familie und allen, die mich bereits in den letzten beiden Legislaturperioden auf meinem Weg unterstützt haben und mich sehr häufig entbehren mussten.“

Leitung durch Alterspräsidenten

Zu den von der Hessischen Gemeindeordnung geregelten Besonderheiten einer konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zählt die Leitung durch die Alterspräsidentin oder den Alterspräsidenten. Das ist die Person, die am längsten ununterbrochen als Parlamentarier aktiv ist.

Damit schwenkte das Scheinwerferlicht auf den im 29. Jahr (seit 1997) zum Gremium zählenden Prof. Dr. Helfried Moosbrugger (CDU), der seine Glückwünsche mit einem lateinischen Sinnspruch begann: „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.“ Diese Aufforderung aus den Gesta Romanorum enthalte drei Elemente, die mit der Tätigkeit im Parlament zu tun hätten: „Was immer du tust, tue es klug, und berücksichtige über deine Handlung hinausgehend auch das Ende im Sinne der Folgen und der Ziele, die du mit deinen Handlungen erreichen möchtest..“

Ziele gebe es, so der 82-jährige Österreicher und Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland weiter, freilich verschiedene, seien es egoistische, ideologische, „aber für unsere parlamentarische Tätigkeit scheint mir eine Leitlinie besonders wichtig“, die sich im 12. Buch der Selbstbetrachtungen des römischen Kaisers und Philospohen Marc Aurel finden lasse. „Man solle erstens nicht planlos und ohne Ziel handeln und zweitens sein Streben auf nichts anderes richten als auf das Gemeinwohl.“

Zum Abschluss gab er den Abgeordneten mit auf den Weg: „ Liebe Parlamentarierinnen und Parlamentarier, ja, unser politisches Handeln erfordert viel Idealismus und Disziplin, wobei ich noch einen Aspekt bezüglich unseres zwischenmenschlichen Zusammenseins erwähnen möchte: Auch wenn unsere parlamentarischen Auseinandersetzungen in der Sache durchaus divergent und heftig sein können, soll uns bewusst bleiben, dass wir alle angetreten sind, dem Wohl unserer Stadt zu dienen, und dass sachliche Differenzen keine Ursache für persönliche Zwistigkeiten sein sollten!“



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