Bewegende Erinnerung an Lars Vogt und Ehrung mit dem „Pablo Casals Award – For A Better World“

Christian Tetzlaff, Violine, und Tanja Tetzlaff, Violonncello. Im Hintergrund Professor Dr. Friedemann Eichhorn, künstlerischer Leiter der Kronberg Academy Foto: Andreas Malkmus

Kronberg (pf) – „Er war unser allerliebster Musikpartner und bester Freund, ein wilder Mensch mit liebevoller Zugewandtheit und überbordendem Humor“, so erinnerten sich die Geschwister Christian und Tanja Tetzlaff an den Ausnahmepianisten und Dirigenten Lars Vogt, der viel zu früh im vergangenen September drei Tage vor seinem 52. Geburtstag starb.

Posthum wurde ihm im Rahmen des Kronberg Festivals am Montagabend vergangener Woche im großen Saal des Casals Forums der mit 10.000 Euro dotierte „Pablo Casals Award – For A Better World“ verliehen, eine Auszeichnung, die im vergangenen Jahr zur Eröffnung des Casals Forums erstmals vergeben wurde.

Initiiert wurde der Preis, der in Zukunft jährlich verliehen wird, von dem Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch, um eine Künstlerin oder einen Künstler zu ehren, die oder der sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagiert, wie es Pablo Casals, der große Cellist, Humanist und unermüdliche Kämpfer für Frieden, Freiheit und Demokratie, der Namensgeber des Awards, vorlebte. Seine Lebensmaxime, Kunst und Menschlichkeit sind untrennbar, ist auch das Motto der Kronberg Academy Stiftung, das sie an ihre Studierenden weitergibt: Künstler tragen Verantwortung für Musik, Mensch und Erde.

Lars Vogt wurde die Auszeichnung für seine Initiative „Rhapsody in School” zuerkannt, die er 2005 gemeinsam mit Sabine von Imhoff gründete. Nach dem Motto „Eine künstlerische Gesellschaft ist eine lösungsfähige Gesellschaft“ gehen namhafte, teils weltberühmte Musikerinnen und Musiker in Schulen, geben in den Klassen Konzerte, beantworten die Fragen der jungen Menschen, kommen mit ihnen ins Gespräch, erzählen von ihren Instrumenten und ihrem Künstlerleben, machen sie mit klassischer Musik bekannt, wecken ihre Neugierde und zeigen ihnen bei diesen inspirierenden Begegnungen, dass Leidenschaft und Begeisterung für eigenes künstlerisches Tun Motor für eigene und auch sozial-gesellschaftliche Wege in die Zukunft sein können.

„Ich habe nie etwas Sinnvolleres getan“, bekannte Lars Vogt. Denn er war überzeugt davon, dass gemeinsames Agieren wie beim Musizieren, wo jeder von dem Willen beseelt ist, mit seinen Möglichkeiten zum Gelingen des ganzen Werks beizutragen, auch im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben wichtig und notwendig ist.

„Lars Vogt haben wir zum Glück hier in Kronberg erleben dürfen, als er in unseren Studiengängen unterrichtet hat und zuletzt in einem Konzert in einem unvergleichlichen Duo mit Christian Tetzlaff“, sagte Raimund Trenkler, Gründer und Intendant der Kronberg Academy anlässlich der Preisverleihung. Marcus Stollenwerk, Leiter Vermögensverwaltung der Flossbach von Storch AG, betonte: „Wir freuen uns sehr, dass wir durch die wunderbare Partnerschaft mit der Kronberg Academy und die Vergabe des diesjährigen Pablo Casals Awards ein wenig dazu beitragen können, Schulkindern großartige Musik und überragende Künstler näher zu bringen und ihnen hoffentlich so die Freude an der Musik zu vermitteln.“

Die Mitbegründerin der Initiative „Rhapsody in School“, Sabine von Imhoff, versprach: „Wir möchten in Lars Vogts Sinn die Leidenschaft für klassische Musik weitergeben. Wir freuen uns daher sehr, dass unsere Arbeit – vor allem auch Dank der Auszeichnung – weiter fortgesetzt werden kann.“

Die Jury, die über die Vergabe des Preises entscheidet, besteht aus Mitgliedern des künstlerischen Beirats der Kronberg Academy: Marta Casals Istomin, Witwe von Pablo Casals, als Vorsitzender, Christoph Eschenbach, Gidon Kremer, Sir András Schiff und Raimund Trenkler.

2014 wurde „Rhapsody in School“ bereits mit dem ECHO Klassik Preis in der Kategorie „Nachwuchsförderung“ ausgezeichnet: „Für ihr nachhaltiges Bildungsengagement mit dem Ziel, die junge Generation zu unterstützen, ihre Potenziale zu entdecken und sich selbstbestimmt zu entwickeln“, so damals die ECHO Klassik Jury. Inzwischen hat die Initiative 79.000 Schülerinnen und Schüler in 1.079 Schulen bei 200 Schulbesuchen von 587 berühmten Musikerpersönlichkeiten erreicht.

Nach der Übergabe der Urkunde und der eigens für diesen Award von Bildhauer Tony Cragg gestalteten Skulptur an Lars Vogts Witwe Anna Reszniak-Vogt und Sabine von Imhoff spielten zum Gedenken an ihren Freund der Geiger Christian Tetzlaff und die Cellistin Tanja Tetzlaff den zweiten Satz aus der Sonate für Violine und Violoncello op. 7 von Zoltán Kodály.



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