Feuerwehren: Keine schnellen Lösungen bei Standortfrage –Verhandlungen starten

Kronberg (hmz)- Die Planungen für die beiden Feuerwehr-Standorte in Oberhöchstadt und Kronberg nehmen Gestalt an, nachdem die beauftragte kplan AG für beide Feuerwehrhäuser eine Bestandsanalyse und ein Raumkonzept erarbeitet und abgeschlossen hat. In beiden Fällen wird deutlich, dass es nur eine große Lösung geben kann, um die baulichen und technischen Vorgaben sowie die Sicherheitsvorschriften erfüllen zu können. Das heißt, entweder eine Erweiterung mit Anbauten, was aufgrund fehlender Freiflächen in Kronberg ausgeschlossen ist, oder einen Neubau. Sicher ist, „dass es mit der bisherigen Praxis, eine Machbarkeit nach Dringlichkeit, nicht weitergehen kann, und wir haben den Punkt erreicht, dass Bedarfslösungen nicht mehr ausreichen“, so Bürgermeister Christoph König auf Anfrage nach dem aktuellen Sachstand. Sicher ist: Mit den jetzigen Maßnahmen wie Platzgewinnung durch Mobiliarverteilung und Notbehelfen lassen sich Gefährdungen nicht wirksam reduzieren. „Wenn überhaupt, können diese nur noch übergangsweise gelten und müssen durch bauliche Maßnahmen ergänzt werden.“ Und es müssen Bebauungspläne erstellt werden, deren Genehmigungsverfahren im günstigsten Fall zwei Jahre dauert.

Eine schnelle Lösung ist daher nicht in Sicht. „Wir stehen unter Zeitdruck und müssen in relativ kurzen Abständen in Berichten Fortschritte bei der Planungsumsetzung nachweisen“, so Bürgermeister König. Die Unfallversicherung und der Technische Prüfdienst haben bei ihren regelmäßigen Überprüfungen der beiden Feuerwehr-Standorte eine umfassende Mängelliste erstellt. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Feuerwehren in beiden Stadtteilen und stimmen unsere Vorgehensweise ab.“

Beispiele für die derzeitige Situation: Auch bei bestehenden Feuerwehrhäusern sollte durch eine ausreichende Verkehrswegbreite sowie Sicherheitsabstände baulich gewährleistet sein, dass sich die Feuerwehrangehörigen im Einsatzfall sicher bewegen und im Bedarfsfall noch Ladung verstauen oder entnehmen können und nicht durch fahrende Fahrzeuge eingeklemmt werden. So sollte bei geöffneten Türen der Einsatzfahrzeuge zu festen Teilen der Umgebung noch ein Abstand von mindestens 0,5 Metern verbleiben. „Die Boxen für die Fahrzeuge sind viel zu eng, und Unfälle können daher nicht ausgeschlossen werden. Die Wege der eintreffenden Feuerwehrmänner und -frauen kreuzen sich mit denen der ausrückenden Fahrzeuge, kreuzungsfreie Flächen sind aber Vorschrift.“ Der Zugang müsste seitlich durch die Umkleidekabinen erfolgen, so der Bürgermeister weiter, der aufgrund seiner jahrelangen Zugehörigkeit zur Oberhöchstadter Feuerwehr zwar über ein großes Grundwissen verfügt und die Dringlichkeit sieht, aber bis zu einem konkreten Ergebnis noch einige Verhandlungspartner und -partnerinnen an den Tisch holen muss.

Das kleinere Problem dürfte Oberhöchstadt sein. Hier „gibt es nur Veränderungen zusammen mit dem DRK, und wir werden es nicht vor die Tür setzen“, so der Verwaltungschef. „Zumindest in dem Bereich brauchen wir keine neue Standortsuche, die Fläche ist ausreichend groß für Anbauten.“ Zudem gebe es keine Spezialgeräte, wie etwa bei der Kronberger Feuerwehr. Ein Löschzug steht an beiden Standorten, und „das ist wichtig und muss auch sein.“

Wie schnell es zu einer Einigung kommen wird, hängt von den Gesprächen ab, die in Kürze aufgenommen werden sollen. „Wir brauchen zwei Standorte; wir haben eine Hilfsfrist von zehn Minuten, und eine verlässliche Mannschaft ist nicht flexibel veränderbar, weder in Oberhöchstadt noch in Kronberg.“ Die Kernstadt sei aufgrund der Wohnsitz- und Einsatznähe ideal für das Personal, das im Ernstfall in Minutenschnelle bei den Fahrzeugen sei.

Die Hauptprobleme: keine freien Flächen – so fehlt auch ein Alarmhof –, keine Parkplätze für die Einsatzkräfte und schon gar keine kreuzungsfreien Wege. Der zentrale Standort wäre eigentlich perfekt, aber alle zwingend erforderlichen Mängelbeseitigungen würden nicht ausreichen, um die immer wieder an gesetzliche Vorgaben angepassten Richtlinien nur annähernd umsetzen zu können. Ein Neubau des Feuerwehrgerätehauses ist für Kronberg die realistischste Lösung.

„Wir müssen am Ortsrand bleiben und eine Fläche für einen Neubau finden, das dürfte sich schwierig gestalten“, so Bürgermeister König, der jedoch Vorstellungen hat und auch für Kronberg schnelle Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Grundstückseigentümern signalisiert. Von deren Verlauf würden die weiteren Planungsfortschritte abhängen. Sobald es hier grünes Licht gibt, „wird in die konkrete Planung eingetreten.“ Neben den Standortproblem gibt es ein weiteres: Die Mitglieder dauerhaft bei den Feuerwehren zu halten, die den gemeindlichen Brandschutz ehrenamtlich sicherstellen. „Wir müssen ihnen Angebote machen, damit sie bei der Stange bleiben.“ Neben den bereits bekannten städtischen Vergünstigungen wie freier Eintritt ins Schwimmbad würden die städtischen Gremien eine Reihe von Vorschlägen andenken. Dabei spiele die Wohnungsvergabe bevorzugt für die Mitglieder der Feuerwehren in diesen Überlegungen eine große Rolle. Zurzeit werde außerdem geprüft, „ob die Stadt quasi als Arbeitgeber für die Beiträge in die Rentenkasse einzahlen kann.“ Diese Überlegungen sind ein städtisches Zeichen von Wertschätzung für die Feuerwehren, deren Einsatz oftmals dann erst geschätzt wird, wenn ihr Schutz gebraucht wird.

Beispiele für die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr: Dachstuhlbrand...

...schwere Verkehrsunfälle...

...umgestürzte Bäume. Foto: privat

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