„Frauen gestalten, führen und verändern“ – Margarita Kopp erhält den Kronberger Frauenpreis

Margarita Kopp zeigte sich sehr erfreut und gerührt über die Anerkennung und das zahlreich erschienene Publikum.

Kronberg (nel) – Ein volles Haus, gespannte Stimmung und festliche Musik prägten am Sonntagabend den Festakt im Festsaal der Kronberger Stadthalle. Mehr Gäste als erwartet waren gekommen, um die Verleihung des 32. Kronberger Frauenpreises mitzuerleben – ein Zeichen, wie lebendig das Engagement für Gleichstellung und ehrenamtliche Arbeit in der Burgstadt ist.

Durch den Abend führte Nora Arharbi, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Sie begrüßte das Publikum und freute sich über den großen Zuspruch. „Viele ehemalige Preisträgerinnen sind heute hier – das zeigt, wie sehr dieser Preis verbindet.“ Den musikalischen Auftakt gestaltete der Schulchor der Montessori-Schule Kronberg, der mit Frühlingsliedern und Ukulelebegleitung für eine fröhliche, lebendige Atmosphäre sorgte. Nach einem kleinen Präsent an die jungen Musikerinnen und Musiker würdigte Bürgermeister Christoph König die Bedeutung des Internationalen Frauentags, der seit über 100 Jahren gefeiert wird. Er dankte allen, die den Abend mitgestaltet hatten – von den Musikbeiträgen über die ehrenamtlichen Helferinnen und Mitwirkenden bis zu den städtischen Mitarbeiterinnen, die die Veranstaltung vorbereitet hatten.

„Es freut mich, dass so viele von Ihnen erschienen sind und sich mit dem Thema auseinandersetzen und die Verleihung miterleben möchten“, sagte König erfreut und erinnerte daran, dass Frauenrechte und Gleichstellung Themen bleiben, die kontinuierliches Engagement erfordern. Maren Ulrike Zymolka, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Kronberger Frauenverbände, betonte in ihrer Ansprache, der Frauenpreis gehe an Menschen, „die nicht danach fragen, was sie bekommen, sondern was sie geben können“. Ehrenamt, so Zymolka, sei der Herzschlag der Gesellschaft – und Kronberg könne hier als gutes Beispiel für die Region gelten. Mit Blick auf die Preisträgerinnen des Abends – Margarita Kopp sowie die Nachwuchspreisträgerinnen Ronja Kühnemuth und Emily Port – dankte sie allen, „die die Welt jeden Tag ein Stück besser machen“.

Jahrzehntelanges Wirken

Die Musikpädagogin Margarita Kopp erhält den Frauenpreis 2026 für ihr jahrzehntelanges Wirken im kulturellen Leben der Stadt. Seit 1983 prägt sie Kronbergs Musikszene, gründete 1984 das Neue Orchester Kronberg mit und engagierte sich in Kirchenchören, Kinder- und Jugendensembles sowie internationalen Benefizprojekten. Besonders am Herzen liegt ihr die Bildungsarbeit: Mit Benefizkonzerten unterstützt sie seit 15 Jahren den Förderverein HIMO in Tansania, der Kindern Schulbildung ermöglicht. Auch ihr Duo „Con Classica Cronberg“ ist bei vielen Kronberger Bürgerinnen und Bürgern sehr bekannt und immer beliebt. In der emotionalen Laudatio würdigte Ursula Philippi Margarita Kopps unermüdliches Engagement für Musik und Menschlichkeit. Sichtlich bewegt nahm Kopp die offizielle Auszeichnung samt Urkunde entgegen, dankte allen Wegbegleiterinnen und kündigte an, dass der Erlös der ausliegenden CDs wie gewohnt sozialen Zwecken an der tansanischen Schule zugutekommt. Ihre Ansprache beendete sie mit den Worten „Und jetzt mache ich das, was ich am liebsten mache: Singen!“. Gemeinsam mit ihrer Duopartnerin Konstanze Callwitz präsentierte sie noch eine musikalische Darbietung und ließ somit das erschienene Publikum an ihrer Freude und Leidenschaft für die Musik teilhaben.

Auch der Kronberger Nachwuchs-Frauenpreis wurde an diesem Abend verliehen. Schulleiter Martin Peppler lobte in seiner Laudatio das soziale Engagement der Siegerinnen an der Altkönigschule, das vom engagierten Mitwirken im Schulsanitätsdienst bis hin zur Organisation von Typisierungsaktionen zur Knochenmarkspende im Rahmen des Schulprogramms „Dein Typ ist gefragt“ reicht. Die Auszeichnung, dotiert mit 250 Euro, wurde von zwei Kronberger Unternehmerinnen gestiftet.

Musik von Florian Bentele

Ein gefühlvolles Klavierstück von Pianist Florian Bentele rundete den festlichen Abend ab – ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie viel Herz, Musik und Gemeinschaft in Kronberg lebendig sind. Im Rahmen der Frauenwoche und des Weltfrauentags erinnerte die Veranstaltung jedoch auch daran, dass echte Gleichberechtigung nicht verschenkt, sondern Schritt für Schritt erkämpft wird – von starken Frauen, die Haltung zeigen, Gemeinschaft bewegen und uns daran erinnern, dass dieses Ziel noch längst nicht erreicht ist.

Der Nachwuchspreis ging an Ronja Kühnemuth und Emily Port und wurde feierlich von Bürgermeister Christoph König überreicht. Fotos: El Manshi

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