Rotarier übergeben 29 Betten für Health Center in Sanya Juu

Die Freude über das Ostergeschenk ist groß. Im Vordergrund Dr. Rainer Stoll auf einem der gespendeten Krankenhausbetten aus Limburg für die Entbindungsstation. Fotos: privat

Kronberg (kb) – Der Kronberger Zahnarzt und Rotarier Dr. Rainer Stoll bringt viele große „Eier“ zu Ostern nach Sanya Juu / Tansania. Er übergibt unter anderem 29 Krankenhausbetten an Schwester Josepha, Leiterin des Charlotte Health Centers. Die ausgemusterten Betten wurden vom St. Vincent Krankenhaus in Limburg und der See-Transport von einer Hofheimer Spedition gestiftet. Der nächste Container mit weiteren Betten aus Limburg, einem von einer Eschborner Ärztin gespendeten erstklassig erhaltenen Gynäkologiestuhl und EKG-Gerät geht mit vielen anderen zum Teil gespendeten, zum Teil neu gekauften medizinischen Instrumenten voraussichtlich im Spätherbst auf die über 10.000 Kilometer weite Reise.

Der Kronberger Rotary Club kümmert sich seit über zehn Jahren um die technische und fachliche Ausstattung und Entwicklung des von den Heilig-Geist-Schwestern aus Mammolshain betriebenen staatlich anerkannten Gesundheitszentrums auf ihrer Missionsstation im Norden Tansanias. Immer mehr Kronberger Rotarier und deren befreundete Ärzte halten sich öfters im Jahr für einige Wochen auf der Station am Fuße des Kilimanjaro auf, um hands-on-Hilfe zu leisten und die Schwestern zu trainieren. Angefangen hatte alles 2009 mit dem Bau von Zisternen zum Sammeln von Regenwasser während der Regenzeit. Mittlerweile ist eine Kapazität von ca. 1,3 Millionen Liter Wasser erreicht. Der kompletten Einrichtung und Installation eines Operations-Zentrums ging der Bau einer Fotovoltaik Anlage voraus. Die starken Batterien versorgen während der häufigen Stromausfälle heute nicht nur die Operationsgeräte und -lampen, sondern auch die Zahnklinik. Diese wurde, begonnen mit der Stoll‘schen Praxiseinrichtung aus Kronberg, auf inzwischen fünf Behandlungsräume und ein Labor aufgrund der großen Nachfrage erweitert. Inzwischen werden bis zu 250 Kaiserschnitte pro Jahr im OP von den Schwestern, nach intensiver Schulung durch deutsche Ärzte, selbstständig durchgeführt. Die Röntgenabteilung und Pathologie wurde vor vier Jahren mit Hilfe von Bundeszuschüssen auf dem technisch höchsten Stand eingerichtet, sodass mittels einer Telemedizinanlage der ärztliche Rat aus Europa und später von den Uni-Krankenhäusern Tansanias eingeholt werden kann. Auch für das BMZ ein Pilotprojekt unter ständiger Beobachtung. In den kommenden Jahren gilt der Schwerpunkt der Kronberger Rotarier auf der Qualifizierung des vorhandenen medizinischen Personals und der Ausbildung von zehn jungen Schwestern (Chirurgie, Anästhesie, Radiologie, Pflege, Pharmazie etc.), für die teilweise Patenschaften übernommen wurden. Die neue Entbindungs-Station wird übrigens die „neuen“ am Ende 40 Betten aus Limburg aufnehmen. Im Gebäude der alten Maternity mit nur 10 Betten werden die innovativen Rotarier einen Verbrennungsarbeitsplatz als stand-alone-Lösung installieren. Aufgrund der vielen offenen Feuer in den Hütten der Landbevölkerung sind hochgradige Verbrennungsunfälle, besonders bei Kindern, in dieser Gegend an der bitteren Tagesordnung. Zur großen Freude der Holy-Spirit-Sisters, aber auch der Kronberger Förderer, wurde das Charlotte-Health-Center im letzten Jahr vom tansanischen Gesundheitsministerium mit der höchsten Auszeichnung in dieser Liga belohnt.

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