Kronberg (kb) – Der renommierte Frankfurter Kammerchor, im Jahr 2008 von Prof. Wolfgang Schäfer aus ehemaligen Studierenden der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) gegründet, präsentiert sich in der Kronberger Johanniskirche, Friedrich-Ebert-Straße 18, zum ersten Mal unter neuer künstlerischer Leitung. Susanne Rohn, Kantorin der Erlöserkirche Bad Homburg, hat für das Konzert am Sonntag, 15. Februar, um 18 Uhr ein Programm zusammengestellt, das den englischen Komponisten Benjamin Britten in den Mittelpunkt stellt. Die Musikwelt gedenkt in diesem Jahr seines 50. Todestages. Bedeutende Werke werden zu Gehör gebracht wie „Festival Te Deum“, „Rejoice in the Lamb“ oder „Hymn to Cecilia“ und mit Kompositionen englischer Meister früherer Jahrhunderte in Beziehung gesetzt: T. Tallis, H. Purcell, H. Sumsion, William Harris. An der Orgel begleitet Kantor Bernhard Zosel. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Der Frankfurter Kammerchor hat sich im Jahr 2008 aus ehemaligen Studierenden der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) gegründet und bringt seitdem geistliche und weltliche Chorwerke verschiedenster Epochen auf hohem Niveau zu Gehör. Seit seiner Gründung bis 2025 hatte Wolfgang Schäfer die künstlerische Leitung des Ensembles inne, der bis 2008 an der HfMDK Professor für Chordirigieren war.
Gemeinsam mit ihm entwickelte sich der Frankfurter Kammerchor zu einem namhaften Ensemble, das inzwischen auf eine Reihe erfolgreicher Konzerte sowohl mit A-cappella-Programmen als auch mit Kompositionen für Chor und Klavier oder größeren Instrumentalensembles zurückblicken kann. Von besonderer Bedeutung waren die Aufführungen von Bachs Johannespassion (gemeinsam mit dem Neumeyer Consort) im März 2015 ebenso wie dessen h-Moll-Messe, mit welcher der Frankfurter Kammerchor 2018 unter der Mitwirkung des Münchner Barockorchesters „L’arpa festante“ sein 10-jähriges Bestehen beging und mit dem gemeinsam im Januar 2020 in Staufen im Breisgau auch das Requiem von Mozart aufgeführt wurde. Mit der Deutschen Philharmonie Merck führte der Frankfurter Kammerchor 2024 Händels „Messias“ mehrfach im Rhein-Main-Gebiet auf. Derzeit hat der Chor keine feste künstlerische Leitung, konnte aber für die Konzerte im Frühjahr diesen Jahres Susanne Rohn als Dirigentin gewinnen.
Susanne Rohn, geboren in Waldshut am Hochrhein, studierte evangelische Kirchenmusik in Freiburg im Breisgau sowie Orgel und Cembalo als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Toulouse. Ihr Aufbaustudium Orgel (Solistendiplom) in Basel (bei Guy Bovet) und ihr Aufbaustudium Dirigieren in Freiburg (bei Hans Michael Beuerle und Peter Gülke) schloss sie jeweils mit Auszeichnung ab.
Seit 1998 ist Susanne Rohn Kantorin der Erlösergemeinde in Bad Homburg. Mit drei wertvollen Instrumenten (historische Sauer-Orgel von 1908, Bach-Orgel von Gerald Woehl 1990, Orgelpositiv von Bernhard Fleig 2008) sowie zwei leistungsfähigen Chören (Bachchor mit 135 Sängern und Kammerchor mit 40 Sängern) gestaltet sie dort ein reichhaltiges und anspruchsvolles Musikprogramm, das über die Grenzen der Stadt hinaus in der ganzen Region Beachtung findet. Susanne Rohn nahm erfolgreich an nationalen und internationalen Orgelwettbewerben teil und gibt regelmäßig Orgelkonzerte. Ihr Dirigierrepertoire umfasst die verschiedensten Epochen und Stilistiken und enthält viele Werke, die über das Standard-Repertoire hinausgehen.
Nach Lehraufträgen für Orgel oder Dirigieren an verschiedenen Musikhochschulen war sie von 2006 bis 2009 als Professorin für Chorleitung an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf tätig. Von 2011 bis 2023 lehrte sie Dirigieren an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, wo sie 2023 zur Honorarprofessorin ernannt wurde. Seit dem Wintersemester 2025 unterrichtet sie an der Musikhochschule Frankfurt das Fach Dirigieren.